World Economic Forum: Das sind die Auswirkungen von Trumps WEF-Absage
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World Economic ForumDas sind die Auswirkungen von Trumps WEF-Absage

US-Präsident Donald Trump wird nicht am World Economic Forum teilnehmen. 20 Minuten hat die Auswirkungen seiner Absage geklärt.

von
Dorothea Vollenweider

Trump stellt die WEF-Teilnahme infrage und sagt sie danach via Twitter definitiv ab. (Video: ABC)

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag angekündigt, dass er am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, das vom 22. bis zum 25. Januar stattfinden wird, nicht teilnehmen wird. WEF-Chef Klaus Schwab dürfte enttäuscht sein. Doch welche Auswirkungen hat Trumps Absage für das Freihandelsabkommen und was bedeutet das für Davos Tourismus? 20 Minuten hat die wichtigsten Fragen geklärt.

Ueli Maurer wollte am WEF 2019 mit Donald Trump verhandeln. Der Bundespräsident hatte bereits ein persönliches Treffen mit dem US-Präsidenten unter vier Augen auf der Agenda. Ziel wäre es gewesen, in Davos ein Freihandelsabkommen mit den USA aufzugleisen. Doch laut Michael Hahn, Direktor des Instituts für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht und des World Trade Institute (WTI) an der Universität Bern, wäre eine Einigung sowieso sehr unwahrscheinlich gewesen: Während der Schweiz an einem Abkommen gelegen sei, dürften die USA merklich weniger Interesse haben, sagte Hahn kürzlich zu 20 Minuten. Der Schweizer Markt habe für die USA viel weniger Bedeutung als umgekehrt.

«Schade, aber verständlich aus der Sicht der USA», sagt Samuel Rosenast, Sprecher der Tourismus-Organisation Destination Davos Klosters. Doch das WEF besteht nicht nur aus der Teilnahme des US-Präsidenten. «Es werden 300 öffentliche Personen aus der ganzen Welt erwartet», so Rosenast. Was die Absage für die Davoser Hotellerie bedeutet, ist schwierig zu ermitteln. Im Hotel Intercontinental Davos, wo das Weisse Haus letztes Jahr residierte, gibt man sich bedeckt. Demnach wüssten die Hotels in Davos aus Sicherheitsgründen jeweils sowieso erst einen Tag vor Beginn des WEF, wer wo übernachte. Deshalb habe Trumps Absage für sie keine direkten Auswirkungen.

«Der Werbeeffekt ist durch Trumps Absage deutlich kleiner»

Die WEF-Berichterstattung wird ohne Trump sicher weniger Aufmerksamkeit erhalten. «Der Werbeeffekt ist durch Trumps Absage bestimmt deutlich kleiner», sagt Max Schweizer, Präsident des Swiss Diplomats – Zurich Network. Doch Rosenast von der Tourismus-Organisation Davos Klosters rechnet dieses Jahr so oder so nicht mehr mit dem gleichen Medienhype. «Wir gehen davon aus, dass der Hype von letztem Jahr nicht mehr zu toppen gewesen wäre», sagt Rosenast. Denn damals war es das erste Mal seit 18 Jahren, dass ein US-Präsident am WEF teilnahm.

«Durch die Absage des US-Präsidenten können Steuergelder gespart werden»

«Der Aufwand und die Kosten für das Sicherheitsaufgebot am Weltwirtschaftsforum sind gigantisch – ganz besonders, wenn ein US-Präsident teilnimmt», sagt Schweizer vom Swiss Diplomats – Zurich Network. So werden jeweils Tausende Polizisten aus sämtlichen Schweizer Kantonen sowie Armeeangehörige aufgeboten. Zudem wird der Luftraum durch die Flugwaffe und Polizeihelikopter abgesichert. Es sei gut, dass seine Absage nun definitiv sei, so könne umdisponiert werden. «Durch die Absage können sicherlich Steuergelder gespart werden», so Schweizer.

Für die sogenannten Planespotter dürfte die Absage aus dem Weissen Haus eine bittere Enttäuschung sein. In Kloten gibt es jeweils ein Gerangel um die besten Planespotter-Plätze, wenn die Air Force One zur Landung ansetzt. Es ist eines der exklusivsten Flugzeuge der Welt. Die Boeing 747-200 mit der Flugnummer AF1 beinhaltet ein Grossraumbüro mit 80 Telefonleitungen und eine Arztpraxis mit zwei Operationstischen. Schätzungen zufolge kostet die Maschine 1 Milliarde Franken.

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