Mitarbeitende bewerten - Das sind die beliebtesten Arbeitgeber in der Schweiz
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Mitarbeitende bewertenDas sind die beliebtesten Arbeitgeber in der Schweiz

Ein neue Rangliste zeigt, bei welchen Unternehmen Angestellte am liebsten arbeiten. In der Krise sind die Mitarbeitenden bescheidener als sonst. Das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen stieg sogar leicht an.

von
Fabian Pöschl
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Am Donnerstag bekamen die beliebtesten Arbeitgeber in der Schweiz den Arbeitgeber Award. Das sind die Sieger:

Am Donnerstag bekamen die beliebtesten Arbeitgeber in der Schweiz den Arbeitgeber Award. Das sind die Sieger:

EKZ
3. Platz: Schurter Input Systems
Kategorie: Kleine Unternehmen (50-99 Mitarbeitende)

3. Platz: Schurter Input Systems

ch.Schurter.com
2. Platz: Arcolor
Kategorie: Kleine Unternehmen (50-99 Mitarbeitende)

2. Platz: Arcolor

arcolor.ch

Darum gehts

  • Am Donnerstagabend fand die Verleihung der Swiss Arbeitgeber Awards 2021 statt.

  • Abgestimmt haben über 46’000 Angestellte.

  • Sie beurteilten Kriterien wie Firmenstrategie und Einbindung der Mitarbeitenden.

In der Corona-Krise sind viele Angestellte bescheidener als zu normalen Zeiten: Sie schätzen bereits, dass sie in dieser schwierigen Zeit ihre Arbeit haben. Das zeigt die Befragung von über 46’000 Mitarbeitenden aus 165 Unternehmen in der Schweiz für den Arbeitgeber Award 2021.

In der Arbeitswelt finden sie Halt und Orientierung. Das fehlt zunehmend im privaten Umfeld wegen der Spaltung in der Impffrage, wie es in der Mitteilung heisst.

Angestellte geben gute Noten

Entsprechend arbeitgeberfreundlich fiel die Umfrage bei den Angestellten aus. Die Gesamtzufriedenheit über den Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin ist gross. Das Zugehörigkeitsgefühl zum eigenen Unternehmen ist in der Krise sogar leicht gestiegen.

57 Unternehmen wurden am Donnerstagabend ausgezeichnet. Am meisten überzeugt in ihren Kategorien haben folgende Unternehmen: Industrielle Betriebe Interlaken (IBI), Ergon Informatik und Vaudoise Versicherungen (siehe Bildstrecke oben). Die Veranstaltung wird von Icommit zusammen mit dem Schweizerischen Arbeitgeberverband, HR Swiss und Weka Schweiz organisiert.

Zusammenarbeit wird wichtiger, Arbeitsbelastung nimmt zu

Drei Faktoren haben laut Umfrage den grössten Einfluss aufs Engagement im Unternehmen: Wohin sich die Firma entwickelt, ob die Angestellten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten voll einsetzen können und ob sie genügend Freiraum für Entscheidungen kriegen.

Höher gewichtet als sonst haben die Angestellten in der Corona-Zeit die Faktoren Zusammenarbeit und Kundenorientierung. Diese beiden Themen sind laut den Veranstaltern des Awards in der Krise stärker in den Fokus gerückt und wurden schwieriger zu bewältigen.

Erschwerte Zusammenarbeit im Homeoffice

«Die Zusammenarbeit im Unternehmen wurde im Homeoffice schwieriger, weil man sich nur virtuell trifft», sagt Sven Bühler, Geschäftsführer des Award-Veranstalters Icommit. Das ungezwungene Gespräch am Kaffeeautomaten in der Znünipause fehlt.

Auch die Kundenorientierung litt im Homeoffice. «Man konnte wegen der Pandemie nicht mehr zur Kundschaft gehen und viele Kunden waren derart absorbiert mit internen Corona-Projekten, dass der Austausch mit den Kunden auch aufgrund beschränkter zeitlichen Ressourcen litt», sagt Bühler.

Kurzarbeit erhöht Arbeitsbelastung

Ebenfalls zugenommen hat in vielen Unternehmen die Arbeitsbelastung. Bühler sieht auch dafür das Homeoffice als Grund, weil dadurch Arbeitsabläufe erschwert worden seien. Ausserdem habe Kurzarbeit dazu geführt, dass die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit geleistet werden musste. Die Arbeitsbelastung nehme aber generell seit Jahren wegen des erhöhten Wettbewerbs- und Innovationsdrucks zu.

Die erhöhte Arbeitsbelastung führte zu mehr Ausfällen, wodurch die verbleibenden Angestellten noch mehr belastet waren. Teilweise blieb nicht mal ausreichend Zeit für Neurekrutierungen und das Einarbeiten von neuen Angestellten.

So findest du den passenden Arbeitgeber

  • Bevor man sich auf die Suche nach einem neuen Job macht, soll man bei sich selber anfangen. Personalexpertin und ZHAW-Dozentin Nicoline Scheidegger rät, zuerst sich selber zu fragen, was denn die Erwartungen an den neuen Job sind. «Steht ein attraktives Gehalt im Vordergrund oder die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten?»

  • Gym am Arbeitsplatz, Geschäftshandy, flache Hierarchien: Die Unternehmen locken heute mit vielen Vorteilen. Um herauszufinden, ob die Versprechen eingehalten werden, soll man sich so gut wie möglich informieren. Scheidegger empfiehlt die Firmen-Bewertungsplattform Kununu zu konsultieren. Oder noch besser: «Vielleicht kennt man im eigenen Umfeld jemanden, der schon beim gewünschten Unternehmen gearbeitet hat.»

  • Der Lohn spielt beim neuen Job eine grosse Rolle. Doch es lohnt sich, auch Stellen in Betracht zu ziehen, wo weniger gezahlt wird. «Um konkurrenzfähig zu bleiben, versuchen andere Firmen beispielsweise mit flexiblen Arbeitszeiten eine Stelle attraktiv zu machen.»

  • «Heute sind vor allem junge Leute nicht mehr bereit, einer Arbeitsstelle alles zu opfern», sagt Scheidegger. Und die Arbeit soll Sinn machen. Man soll sich deshalb auch fragen, ob man hinter den Werten stehen kann, die eine Firma vertritt.

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