Porno-Mythen - 5 Sexpraktiken aus Pornofilme im Reality-Check
Pornos sollten im besten Fall anturnen – nicht aber falsche Bilder und Vorstellungen vermitteln.

Pornos sollten im besten Fall anturnen – nicht aber falsche Bilder und Vorstellungen vermitteln.

Charles Deluvio/Pexels
Publiziert

Laut StudieDas sind die fünf grössten Porno-Mythen

Was in Pornos gezeigt wird, hat nur wenig mit der Realität zu tun. Oft ist vieles sogar extrem lebens- und lustfremd, wie US-Forschende herausgefunden haben.

von
Lucien Esseiva
Gloria Karthan

Double Penetration

Die Forschenden der Universität Arkansas fanden heraus, dass zwischen der sexuellen Realität und Pornos eine ziemliche Lücke klafft. 

Die Forschenden der Universität Arkansas fanden heraus, dass zwischen der sexuellen Realität und Pornos eine ziemliche Lücke klafft.

Unsplash / Dainis Graveris

Die US-Universität von Arkansas hat sich zu Forschungszwecken Pornos angeschaut und festgestellt, dass in jedem fünften Film die sogenannte Double Penetration vorkommt. Der Grund dafür ist relativ klar: Je extremer die sexuellen Praktiken, desto besser verkauft sich ein Clip. Mit dem, was in den Betten dieser Welt passiert, hat das jedoch wenig zu tun. Die Forschenden fanden heraus, dass gerade einmal drei Prozent aller Männer und ein Prozent der Frauen die doppelte Penetration je praktiziert haben.

Dauerständer

In Pornos wirken die männlichen Darsteller wie Sex-Maschinen. Sind sie aber nicht. 

In Pornos wirken die männlichen Darsteller wie Sex-Maschinen. Sind sie aber nicht.

Pexels/Deon Black

Hast du jemals einen Mainstream-Porno gesehen, in dem der Darsteller einen schlaffen Penis hat? Die verzerrte Realität sieht vielmehr so aus, dass der männliche Hauptdarsteller mit Dauerständer durch die Gegend läuft und scheinbar nur schon beim Gedanken an Sex eine Erektion bekommt. Anders ist es nicht zu erklären, dass er überhaupt keine Stimulation, geschweige denn Anlaufzeit braucht. Das Problem: Die dauererigierten Männer in Pornos haben laut der Universität Arkansas negative Auswirkungen auf Männer und lassen die Zuschauer an ihrer Manneskraft zweifeln.

Stöhnen als Zeichen von Lust

Stöhnt die Frau beim Sex nicht durchgehend, ist sie vielleicht einfach ehrlich. 

Stöhnt die Frau beim Sex nicht durchgehend, ist sie vielleicht einfach ehrlich.

Unsplash / Dainis Graveris

Man möchte nicht in einer Nachbarschaft wohnen, wo Pornos gedreht werden. Denn die Darstellerinnen stöhnen oft so laut, dass die Wände wackeln und die ekstatischen Geräusche beginnen meist schon, bevor es richtig zur Sache geht. Die Forschenden haben das Stöhnen untersucht und sind zu einer erstaunlichen Erkenntnis gelangt (sorry Guys): 75 Prozent aller Frauen simulieren ihr Stöhnen. Vor allem dann, wenn sie glauben, dass der Partner darauf steht.

Ejakulation ins Gesicht

Sperma im Gesicht? Finden laut Studie nur wenige Frauen erotisch.

Sperma im Gesicht? Finden laut Studie nur wenige Frauen erotisch.

Pexels/Dainis Graveris

Warum wird in Pornos oft ins Gesicht oder den Mund der Frau ejakuliert? Eine Antwort könnte lauten: Damit man sieht, dass der Mann auch wirklich gekommen ist. Doch für manche Frauen kann dieser Akt erniedrigend sein, weil sie so für die zuschauende Person zum Sexobjekt degradiert werden. Das bestätigt auch die Studie der University of Arkansas. 80 Prozent der Frauen gaben dabei an, dass sie diese Vorstellung alles andere als erotisch finden.

Dirty Talk kommt gut an

Auch beim Sex gilt: Der Ton macht die Musik.

Auch beim Sex gilt: Der Ton macht die Musik.

Unsplash / We-Vibe WOW Tech

Gegen Klartext im Bett ist nichts einzuwenden und die Spielform des Dirty Talks kann durchaus reizvoll sein – sofern das alle Beteiligten so sehen. Hört man sich aber gewisse Porno-Dialoge an, fragt man sich tatsächlich mit etwas Unbehagen, auf welche Porno-Konsumenten solche Filme abzielen.

Es geht zum Glück auch anders

Gratis Pornoseiten im Internet sind manchmal alles andere als heiss. Frauen werden objektiviert, gefilmt wird fast ausschliesslich aus dem männlichen Blickwinkel, wie Studien zeigen. Pop-up-Fenster mit brutalen Szenen sorgen dafür, dass man eigentlich nur noch wegklicken will. Vorspiel, Kondome und Zustimmung kommen in den allerwenigsten Clips vor.

Zum Glück gibts immer mehr Menschen, die lustvolle, realistische und frauenfreundliche Pornos produzieren, die ihr euch im Internet anschauen könnt. Manche sind explizit auf Frauen ausgerichtet, die meisten Angebote sind aber für alle Geschlechter geeignet.

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Bellesa Die von der 30-jährigen Michelle Shnaidman gegründete Seite ist die grösste, auf Frauen ausgerichtete Porno-Plattform im Internet. Bei den Filmen steht die weibliche Lust im Zentrum – sie sind von Frauen geschrieben, gedreht und produziert. Kürzere Clips kann man sich gratis anschauen, ein Abo für alle Filme ist ab acht Franken pro Monat erhältlich.

Feuer.zeug Films Vom deutschen Porno-Start-up Feuer.zeug ist bisher erst ein Film von rund 20 Minuten Länge erschienen, den es für fünf Franken online gibt. Während der Kennenlernteil geskripted ist, entscheiden die beiden Darstellenden im intimen Part des Films eigenständig, was genau sie machen – Safersex war die einzige Vorgabe.

XConfessions Als Pionierin der feministischen Pornografie darf die Schwedin Erika Lust in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Auf XConfessions verfilmt sie echte Fantasien, die Userinnen anonym online einreichen. Jeden Monat verfilmt Erika Lust zwei neue Geständnisse mit Laien. Eine Woche ist gratis, danach kostet der Zugang 35 Franken pro Monat. Übrigens: Wird deine Fantasie verfilmt, gewinnst du ein Jahresabo.

PinkLabel.tv Die Seite aus San Francisco wurde schon 2013 von einer Frau ins Leben gerufen, die Independent-Pornos eine Plattform bieten wollte. Auf Pinklabel findest du viel queeren Sex und faire Arbeitsbedingungen für die Darstellerinnen und Darsteller. Zustimmung und Verhütung werden gross geschrieben. Ein Abo ist je nach Laufzeit bereits ab zehn Franken im Monat erhältlich.

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