06.01.2015 11:33

Neue Gefahren

Das sind die grössten Cyber-Bedrohungen 2015

Im neuen Jahr werden mobile Geräte vermehrt von Cyber-Angriffen bedroht sein. Ein Überblick über die grössten Gefahren, die 2015 auf Internetnutzer warten.

von
sts
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Ein Hacker hatte Anfang September 2014 Nacktselfies von Jennifer Lawrence in Internetforen verbreitet. Der Sprecher der Schauspielerin bestätigt die Echtheit der Bilder.

Ein Hacker hatte Anfang September 2014 Nacktselfies von Jennifer Lawrence in Internetforen verbreitet. Der Sprecher der Schauspielerin bestätigt die Echtheit der Bilder.

Keystone/Nina Prommer
Für den menschlichen Körper mag eine E-Zigarette weniger schädlich sein als eine herkömmliche - für Computer kann die elektronische Alternative allerdings gefährlich werden: Eine E-Zigarette soll im November letzten Jahres einen Computer mit einem Virus infiziert haben.

Für den menschlichen Körper mag eine E-Zigarette weniger schädlich sein als eine herkömmliche - für Computer kann die elektronische Alternative allerdings gefährlich werden: Eine E-Zigarette soll im November letzten Jahres einen Computer mit einem Virus infiziert haben.

Keystone/Christian Beutler
Die Malware war laut einem Reddit-User in die Hardware des elektronischen Glimmstängels einprogrammiert gewesen.

Die Malware war laut einem Reddit-User in die Hardware des elektronischen Glimmstängels einprogrammiert gewesen.

Keystone/Jean-christophe Bott

Cyber-Kriminelle, die sich Kreditkartendaten oder die Passwörter für E-Banking-Konten zu erschleichen trachten, und junge Hacker, die grossen Firmen eine Lektion in Sachen Sicherheit erteilen wollen: Das waren grob zusammengefasst die bisher grössten Sicherheitsbedrohungen im Netz. Heutzutage werden beinahe wöchentlich bekannte Organisationen Opfer von Hacker-Angriffen. Als Folge davon sind Millionen von Personen von Identitätsdiebstahl und finanziellen Verlusten bedroht – sei es über PC oder das Smartphone.

2015 warten neue Bedrohungen auf Internet-Nutzer: «Die Bedenken beim Thema Datenschutz werden zunehmen, ebenso Malware und Angriffe auf iOS-Geräte», erklärt Kevin Mahaffey, Mitbegründer und Chief Technology Officer des Sicherheitsunternehmens Lookout. «Die Welt wird anders über Sicherheit und die Technologie dahinter denken.» Mahaffey erklärt, welche Risiken uns in Sachen Cyber-Sicherheit erwarten.

iOS-Handhelds im Visier

Apple-Fans aufgepasst: «Weil iOS weltweit auf dem Vormarsch ist, werden sich immer mehr Angreifer auf iOS-Durchschnittsnutzer fokussieren», prophezeit der Sicherheitsexperte. Bereits im November 2014 bedrohte ein neuer, in China aufgetauchter Virus iPhones und iPads. Das Perfide am Wirelurker genannten Virus war, dass er sich über das Mac-Betriebssystem OS X auf den mobilen Geräten einnistete. Die Malware infizierte iOS-Handhelds, wenn sie via USB-Kabel mit einem Mac-Computer verbunden wurden.

Doch auch die Besitzer von Android-Geräten müssen auf der Hut sein. «Mit der anhaltenden Schwemme günstiger Android-Handys auf den Weltmärkten werden Angreifer verstärkt die Lieferketten anvisieren, um schon vorab Malware auf Geräten zu installieren», sagt Mahaffey. Der Virus ist dabei Teil der Systempartition eines Geräts, die Nutzer nicht löschen können. Die Systempartition enthält die Hardware-bezogenen Dateien eines Geräts und den Startordner. Letzterer teilt einem Computer mit, von wo aus Windows gestartet werden kann.

Virus in der E-Zigi

Vorinstallierte Schadsoftware war Ende November 2014 auf einer E-Zigarette zu finden. Ein Reddit-Nutzer mit dem Pseudonym Jrockilla hatte auf der Social-News-Plattform von einem Computervirus erzählt, dessen Herkunft auch nach tagelanger Suche nicht ausfindig gemacht werden konnte. Schliesslich wurde klar, wie die schädliche Software auf den Rechner gelangen konnte: über eine E-Zigarette, die man per USB auflädt. Der Virus war in die Hardware des elektronischen Glimmstängels einprogrammiert.

Seit Anfang letzten Jahres gehen Menschen häufiger über mobile Apps online als über den Internetbrowser auf Desktop-Computern. «Mobile Betriebssysteme sind in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, doch durch Applikationen wächst die Angriffsoberfläche», sagt Mahaffey. «Apps können Schwachstellen enthalten», warnt er. Diese Lücken gefährden die Datensicherheit.

Angriffe auf Internet der Dinge nicht lukrativ

Entwarnung gibt es hingegen beim sogenannten Internet der Dinge. Dies sei noch nicht kommerziell genug, um ins Visier der Cyber-Kriminellen zu geraten, sagt John Hering, Mitbegründer und Executive Chairman von Lookout. Diese Gefahr bestehe auch für die nächsten drei bis fünf Jahre nicht. «Heutzutage konzentrieren sich Cyber-Kriminelle vor allem auf das, was das meiste Geld einbringt: PCs und zunehmend auch Mobilgeräte», so Hering.

Angriffe werden immer raffinierter

Das US-Softwareunternehmen Symantec gibt in einem Blogbeitrag Tipps, wie man seine Daten im Jahr 2015 schützen sollte. Der wohl wichtigste Ratschlag lautet, die Sicherheitssoftware regelmässig auf den neuesten Stand zu bringen. «Die Methoden der Angreifer werden immer raffinierter. Es ist also zentral, dass die Sicherheitsvorkehrungen mit diesem Tempo Schritt halten», heisst es in dem Beitrag. (sts)

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