Extremismus, Grossmächte, Terror - Das sind die grössten Gefahren für die Schweiz
Publiziert

Extremismus, Grossmächte, TerrorDas sind die grössten Gefahren für die Schweiz

Der Nachrichtendienst des Bundes NDB hat seinen aktuellen Lagebericht veröffentlicht. Die Coronakrise hat das Gefahren-Umfeld, in dem sich die Schweiz bewegt, nachhaltig verändert.

von
Patrick McEvily
1 / 5
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat den Bericht «Sicherheit Schweiz 2021» veröffentlicht.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat den Bericht «Sicherheit Schweiz 2021» veröffentlicht.

20min/Simon Glauser
Darin erklären die Experten, dass nach wie vor eine grosse Gefahr vom Dschihadismus ausgehe. Aber auch Rechts- und Linksextreme könnten in Zeiten der Corona-Krise Zulauf erhalten.

Darin erklären die Experten, dass nach wie vor eine grosse Gefahr vom Dschihadismus ausgehe. Aber auch Rechts- und Linksextreme könnten in Zeiten der Corona-Krise Zulauf erhalten.

Screenshot Telegram
Die Corona-Krise habe auch einen Einfluss auf die Gefährdung durch Cyber-Kriminalität. Weil immer mehr Prozesse übers Netz laufen, sehen die Behörden hier eine besondere Gefahr.

Die Corona-Krise habe auch einen Einfluss auf die Gefährdung durch Cyber-Kriminalität. Weil immer mehr Prozesse übers Netz laufen, sehen die Behörden hier eine besondere Gefahr.

VBS/Jonas Kambli

Darum gehts

  • Im aktuellen Lagebericht teilen die Experten des NDB ihre aktuelle Einschätzungen zum Weltgeschehen mit.

  • Eine Gefährdung für die Schweiz sehen sie nach wie vor durch den islamistischen Terrorismus gegeben.

  • Aber auch Einzeltäter unterschiedlicher politischer Lager könnten zunehmend zur Gefahr werden.

  • Weltweit intensiviere sich der Ost-West-Konflikt immer mehr.

Die Coronakrise hat das Potenzial von Angriffen in der Schweiz erhöht – sowohl in der physischen als auch in der digitalen Welt. Zu diesem Schluss kommen die Experten vom Nachrichtendienst des Bundes (NDB). Der Dschihadismus stelle demnach nach wie vor eine grosse Gefahr für die Schweiz dar. Anschläge in den Nachbarländern der Schweiz würden diese Einschätzung weiterhin bestätigen. Aber auch Rechts- sowie Linksextreme würden den inneren Frieden der Schweiz gefährden.

In der Pandemie habe sich ein Protestpotenzial gezeigt, das von Gruppen genutzt werden könne, die zu Gewalttaten bereit seien. Die Verlagerung vieler beruflicher und privater Aktivitäten ins Internet habe ausserdem die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle erhöht. In Zukunft könnten vermehrt Unternehmen angegriffen und Lieferketten unterbrochen werden. Das VBS hat erst vor Kurzem eine neue Strategie verabschiedet, die das Land besser schützen soll.

Bericht erscheint wenige Tage vor der PMT-Abstimmung

Die grösste Gefahr sieht der Geheimdienst allerdings nicht durch organisierte Gruppen, sondern durch Einzeltäter gegeben. Diese könnten ohne grosse Aufwände Attacken auf sogenannte «weiche» Ziele, also Menschenmassen oder den öffentlichen Verkehr, planen und durchführen. Solche potenziellen Täter müssten ausserdem nicht immer nur radikalisiert geworden sein, sondern könnten auch durch psychische Probleme oder persönliche Krisen zur Gefahr werden.

Der nun veröffentlichte Bericht dürfte Brisanz in den Schlussspurt für den Abstimmungskampf bringen. Am Sonntag kommt das Terrorismusgesetz PMT zur Abstimmung. Gegner und Befürworter schätzen die Dringlichkeit strengerer Massnahmen gegen potenzielle Gefährder unterschiedlich ein.

China und Russland bedrängen Europa und den Westen zunehmend

Neben den Gefahren für die Schweiz weist der Bericht auch eine Sektion zur geopolitischen Lage auf. Darin enthalten ist auch eine kritische Stellungnahme zu China. Der NDB teilt die Einschätzung westlicher Staaten, dass China es sich zum Ziel gesetzt habe, zunehmend mit den Demokratien auf der Welt im Wettbewerb zu stehen. Das Land werde sich wohl weiterhin nicht an internationale Normen und Regeln halten.

Auch Russland und die Türkei würden gegenüber Europa eine konfrontative Haltung einnehmen, die es weiterhin zu beobachten gelte. Im Falle der USA konstatiert der Dienst, dass das Land unter Joe Biden wieder eine konstruktive Rolle in der Welt einnehmen möchte. Der ganze Bericht «Sicherheit Schweiz 2021» kann auf der Webseite des NDB abgerufen werden.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

42 Kommentare