Champions-League-Barrage: Das sind die miesen Tricks des FCZ-Gegners
Aktualisiert

Champions-League-BarrageDas sind die miesen Tricks des FCZ-Gegners

Für den FC Zürich geht es gegen Ventspils um die Wurst. Der Schweizer Meister will in die Champions League. Doch die Letten legen den Zürchern nicht nur sportliche Steine in den Weg. Im Gegenteil.

von
Reto Fehr
Zürich

Am Montag trainierte der FCZ zum letzten Mal vor dem Flug nach Riga auf der Allmend Brunau. Trainer Bernard Challandes ist dabei sehr wachsam: Während sein Team Runden läuft, spricht er unbekannte Zaungäste an, von woher sie sind. Er ist sensibilisiert. Viel hatte er mit Spionen und Mätzchen erlebt im Hinblick auf das Ventspils-Spiel. «Dass es uns in Zürich nicht möglich ist, ein Geheimtraining zu absolvieren, ist nicht normal», sagt er nach der Übungseinheit. Alles würden diese Letten versuchen, um an Informationen über sein Team zu kommen.

Doch sie wollen nicht nur Informationen über das Team, sie wollen den Zürchern auch die Vorbereitung so schwierig wie möglich machen.

Das Hotel

«Das Hotel, welches wir in Riga wollten, war plötzlich ausgebucht. Dabei haben wir im Internet zuvor noch jede Menge freie Zimmer gesehen», so Challandes. Es sei die gleiche Unterkunft, welche die Nati für das Spiel am 9. September in Riga belegen wird. Aber ein Problem sei das nicht. Man habe ein anderes Hotel gefunden.

Der Trainingsplatz

Als der FCZ versuchte, die Trainingsplätze in Lettland zu organisieren, gab es ebenfalls Probleme. «Sie wollten, dass wir für das Spielfeld extra bezahlen», ärgert sich Challandes. Erst nach langem Hin und Her konnte man sich auf ein Spielfeld für die wichtigen Abschlusstrainings des Schweizer Meisters einigen.

Das Spielfeld

Ventspils verzichtet auf das Heimspiel im eigenen Olympiastadion, weicht dafür nach Riga aus. Dort ist das Spielfeld extrem klein. Es erfüllt nur knapp die Uefa-Richtlinien. Aber ein kleines Terrain ist doch für den FCZ mit dem starken Kombinationsfussball perfekt? «Nein, das ist nicht optimal. Es ist zu klein, es fehlt der Raum», erklärt Challandes.

Die lettische Virsliga

In der nationalen Liga spielte Ventspils zuletzt gegen Tranzits (7:0) und Jurmala (4:0). Beides Teams aus der unteren Tabellenregion. «Das waren Begegnungen wie Freundschaftsspiele», weiss der FCZ-Trainer. Ventspils wurde vom Gegner nicht gefordert. Er und Assistenzcoach Erich Hänzi beobachteten ihren Gegner je einmal. «Die Spiele waren arrangiert, das können wir sagen», glaubt Challandes.

Das Geheimnis um die Aufstellung

Was Ventspils in den letzten beiden Partien zeigte, war schon fast lächerlich. «Die wollen uns für dumm verkaufen», so Challandes. Im Spiel gegen Tranzits habe praktisch die zweite Mannschaft von Ventspils auf dem Feld gestanden. Diverse Stammspieler wurden geschont. Dies wohl auch im Wissen, dass der FCZ seine Spione ins Stadion geschickt hatte. Und auch in der Partie gegen Jurmala musste Challandes beim Blick auf die Aufstellung schmunzeln: «Moldawiens Nationalspieler Igor Tsigirlash, normalerweise der linke Flügelspieler, lief als rechter Aussenverteidiger auf.»

Ob es bei den oben erwähnten Problemen bleibt, gilt es abzuwarten. Von Reisen in den Osten können auch andere Fussballteams ein Liedchen singen. So könne es in der Nacht plötzlich sehr laut werden, damit die Spieler nicht zum Schlafen kommen. Der FCZ flog am Dienstag um 9.30 Uhr Richtung Lettland ab. Challandes glaubt, dass seine Mannschaft aber alle diese Unannehmlichkeiten wegstecken kann: «Man muss bereit sein für solche Dinge. Sie werden alles versuchen uns zu irritieren.» Ob es gelingt, wissen wir am Mittwoch ab 20.45 Uhr (Schweizer Zeit).

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