Aktualisiert 06.07.2016 07:08

Immobilien-AnalyseDas sind die modernsten Städte der Schweiz

Eine Analyse von Immobiliendaten zeigt, wo in der Schweiz am meisten gebaut und renoviert wird und wo die ältesten Häuser stehen.

von
Nikolai Thelitz
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20 Minuten hat untersucht, in welcher Stadt am wenigsten renoviert wird. In Kreuzlingen sind es zwölf Prozent, Platz 3 auf der Rangliste.

20 Minuten hat untersucht, in welcher Stadt am wenigsten renoviert wird. In Kreuzlingen sind es zwölf Prozent, Platz 3 auf der Rangliste.

Keystone/Gaetan Bally
Platz 2 geht an Bulle im Kanton Freiburg. Hier sind sieben Prozent der Objekte renoviert.

Platz 2 geht an Bulle im Kanton Freiburg. Hier sind sieben Prozent der Objekte renoviert.

Keystone/Jean-christophe Bott
Neuenburg ist die am wenigsten renovierte Stadt der Schweiz. Nur sechs Prozent der ausgeschriebenen Immobilien sind hier renoviert.

Neuenburg ist die am wenigsten renovierte Stadt der Schweiz. Nur sechs Prozent der ausgeschriebenen Immobilien sind hier renoviert.

Keystone/Gaetan Bally

Undichte Fenster, keine Spülmaschine und ein abgenutzter Boden: Solche Häuser finden Sie besonders häufig in Neuenburg. Nur gerade 6 Prozent der auf Homegate.ch publizierten Inserate geben an, dass das Objekt einmal renoviert wurde.

Das Durchschnittsalter der Häuser liegt bei 46 Jahren, damit ist Neuenburg auch eine der Städte, in denen die ältesten Bauten zum Kauf oder zur Miete angeboten werden. Dies geht aus einer Analyse von 20 Minuten hervor (siehe Box).

Schweizermeister im Renovieren ist Küsnacht ZH. In der Goldküstengemeinde ist mehr als jede dritte angebotene Immobilie renoviert (34%). Die Gegend um den Zürichsee scheint besonders renovationsfreudig zu sein, denn auch die Stadt Zürich, Thalwil (ebenfalls je 34%) und Zollikon (33%) zählen zu den Gemeinden mit Hang zur Wiederherstellung. «Bei hochpreisigen Regionen sehen wir den Trend, dass ältere Objekte renoviert werden, um dann einen höheren Miet- oder Kaufpreis verlangen zu können», erklärt Stefanie Fritze, Chief Marketing Officer bei Homegate.

Viele Neubauten in Flopgemeinden

Auch Claudio Saputelli, Immobilienexperte bei der UBS, meint: «In Zentren und Hochpreisgemeinden ist es lohnenswerter zu renovieren, da man dort eher eine «Luxusprämie» abschöpfen kann.» Die Zahlungsbereitschaft und auch die Nachfrage sei in diesen Gemeinden hoch, weshalb auch mehr renoviert werde. «In einigen Flop-Gemeinden hingegen wurde in den letzten Jahren sehr viel gebaut, was den Durchschnitt nach unten verzerrt.» Zudem lohne es sich in solchen Gemeinden weniger zu renovieren, da man eine hohe Neubaukonkurrenz habe. «Die Nachfrage nach Occasion-Objekten ist deutlich geringer, wenn man genügend Neubau im Angebot hat.»

Untersucht wurde auch, in welchen Städten die ältesten Häuser stehen. Auf Platz 1 der Rangliste landet hier die Stadt Basel, wo das Medianalter der Häuser bei 54 Jahren liegt. Auf Platz 2 folgt Genf mit einem Medianalter von 52 Jahren, in Bern beträgt der Median der Häuser 51 Jahre, was ihnen Platz 3 einbringt. Die modernste Stadt der Schweiz hingegen findet sich im Tessin: In Lugano war die durchschnittliche Immobilie im Jahr 2008 erbaut. Den Spitzenplatz teilt sich die Stadt in der Sonnenstube der Schweiz mit Kreuzlingen am Bodensee und Bulle in Freiburg.

«In Zürich sind ganze Stadtquartiere entstanden»

«Das Alter der Städte ist es auch regulatorisch bedingt», sagt Saputelli. Genf sei generell ein Pflaster, wo man schlecht renovieren könne, Basel und Bern hätten zudem beispielsweise relativ zu Zürich viel weniger gebaut. In den jüngeren Städten werde der Markt hingegen oft von Neubauten geprägt. «In Zürich sind ganze Stadtquartiere entstanden, die das Durchschnittsalter nach unten gedrückt haben.»

Ebenfalls analysiert wurde, wie viele der ausgeschriebenen Objekte eine Renovation hinter sich haben. Dabei stellt sich heraus: Neben Neuenburg, dass sich den Spitzenplatz holt, sind Bulle und Kreuzlingen ebenfalls vorne mit dabei, nur neun beziehungsweise zwölf Prozent der ausgeschriebenen Objekte waren renoviert, was auch damit zusammenhängt, dass viele der ausgeschriebenenen Wohnungen und Häuser Neubauten sind. Doch auch in Städten wie Freiburg und Yverdon-le-Bains gibt es besonders viele unrenovierte Objekte.

Anteil renovierter Objekte

Top 10

Küsnacht (ZH), 34%

Zürich, 34%

Thalwil, 34%

Zollikon, 33%

Montreux, 30%

Wettingen, 30%

Basel, 30%

Adliswil, 29%

Männedorf, 29%

Bern, 29%

Flop 10

Neuenburg, 6%

Bulle, 7%

Kreuzlingen, 12%

Fribourg, 13%

Yverdon-les-Bains, 14%

Bülach, 16%

Wil (SG), 17%

Thun, 17%

Nyon, 17%

Aarau, 17%

Details zur Immobilien-Analyse

20 Minuten hat Daten von 2,3 Millionen Homegate-Inseraten untersucht, dabei wurden Kauf- und Mietobjekte im Zeitraum 2002-2015 berücksichtigt, die Analyse beschränkt sich aus Günden der Repräsentativität auf Gemeinden, für die mehr als 1000 Inserate geschaltet wurden. Renovations- und Baudaten beziehen sich jeweis auf den Zentalwert(Median) in der jeweiligen Gemeinde.

Die jüngsten und ältesten Städte

Die 10 Ältesten

Basel, 1962

Genf, 1964

Bern, 1965

Fribourg, 1970

Neuenburg, 1970

Illnau-Effretikon, 1975

Reinach (BL), 1975

Lausanne, 1976

Riehen, 1976

Zürich, 1976

Die 10 Jüngsten

Bulle, 2008

Kreuzlingen, 2008

Lugano, 2008

Einsiedeln, 2007

Locarno, 2007

Pully, 2006

Ascona, 2005

Nyon, 2005

Zug, 2005

Baar, 2004

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