29.06.2020 08:31

Neuinfektionen

Das sind die neuen Corona-Brandherde

Mehr als eine halbe Million Menschen sind bislang am Coronavirus verstorben. Ein besonderer Corona-Brennpunkt sind derzeit lateinamerikanische Länder. Es gibt aber auch Ausnahmen.

von
Sven Forster
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Die Zahl der Coronavirus-Toten hat weltweit die Marke von 500’000 überschritten.

Die Zahl der Coronavirus-Toten hat weltweit die Marke von 500’000 überschritten.

Keystone
Das sind die neusten Corona-Hotspots.

Das sind die neusten Corona-Hotspots.

KEYSTONE
1. USA

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Darum gehts

  • Mehr als 500’000 Menschen sind bisher weltweit an der Lungenkrankheit Covid-19 und ihren Folgen gestorben.
  • Lateinamerika wird immer mehr zum Brandherd.
  • Es gibt Ausnahmen wie Uruguay. Dort ist die Pandemie bislang weitgehend unter Kontrolle.
  • Schweden gilt weiterhin als Krisenland.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als 500’000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Sonntagnachmittag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Zuvor hatte die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen am Sonntag erstmals die Marke von 10 Millionen überschritten. Ein Viertel der Infektionen wurde aus den USA gemeldet, wo sich die Pandemie weiter rasch ausbreitet.

Die meisten Neuinfektionen nach den USA gibt es in Brasilien, Indien und Russland. Aber nicht nur die oben genannten Länder haben derzeit extrem mit dem Virus zu kämpfen. In Lateinamerika ist der Höhepunkt der Krise noch immer nicht erreicht. Neben Brasilien befinden sich auch Mexiko, Chile, Peru, Kolumbien und Argentinien in den 15 Ländern mit den derzeit meistgemeldeten Neuinfektionen.

Uruguay als Oase

Nicht alle Länder in Lateinamerika sind allerdings so stark vom Virus gebeutelt. Bislang gut überstanden haben die Pandemie Uruguay, Paraguay und Costa Rica. Uruguay liegt weltweit derzeit nur auf Platz 118. In dem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern gibt es nicht einmal 1000 Corona-Fälle. In den vergangenen 24 Stunden wurde nur ein neuer Fall gemeldet. Gründe dafür: Das Land hat ein wenig ausgebautes ÖV-Netz und die Politiker haben schnell ein System zur Kontaktverfolgung implementiert. Kurz nach dem ersten Corona-Fall im März wurden ausserdem die Grenzen im Land geschlossen.

Wie der «Spiegel» schreibt, wurde die Bevölkerung angehalten, Masken zu tragen und wenn möglich zu Hause zu arbeiten. Eine Ausgangssperre wie in anderen lateinamerikanischen Ländern wurde jedoch nicht eingeführt. Die Bevölkerung hält sich an die Vorgaben der Regierung, auch weil Uruguay der älteste Sozialstaat Lateinamerikas ist und das Vertrauen in die Regierung verhältnismässig gross. Ausserdem: Von einer hohen Dunkelziffer wie in anderen Ländern wird nicht ausgegangen. Im Land wird umfassend getestet. Pro bestätigten Fall gibt es 1600 weitere Proben. Das ist der vierthöchste Wert der Welt.

Schweden als Risiko

In den meisten Ländern Europas haben sich die Fallzahlen mittlerweile auf einem eher tiefen Level eingependelt. Der Alltag kehrt langsam, aber sicher wieder zurück. Eine Ausnahme bildet Schweden. Das Land hat mittlerweile über 65’000 Corona-Fälle. Am Samstag wurden im Land 1247 neue Fälle gemeldet. Zum Vergleich: Norwegen, Dänemark und Finnland vermeldeten total 80 Fälle.

Relativ zur Einwohnerzahl liegt die Zahl der Toten pro 100’000 Einwohner in Schweden bei 52. In der Schweiz sind es 23 Personen. In Grossbritannien liegt dieser Wert gerundet bei 66, in Italien bei 57 und in Deutschland bei 11.

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