Kampf gegen Delta und Omikron – Das sind die neuen Entscheide des Bundesrats
Publiziert

Kampf gegen Delta und Omikron Das sind die neuen Entscheide des Bundesrats

Der Bundesrat reagiert auf die steigenden Fallzahlen und auf Omikron mit neuen Massnahmen, die er in die Vernehmlassung gibt. Darunter fällt eine Zertifikatspflicht für private Treffen. Auch ist Homeoffice für Ungeimpfte Thema.

von
Bettina Zanni
1 / 10
Nach einer Krisensitzung am Dienstag hat der Bundesrat beschlossen, vorsorglich eine Konsultation zu erneuten Massnahmen durchzuführen.

Nach einer Krisensitzung am Dienstag hat der Bundesrat beschlossen, vorsorglich eine Konsultation zu erneuten Massnahmen durchzuführen.

20min/Taddeo Cerletti
Die Zertifikatsplicht soll auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen ausgeweitet werden.

Die Zertifikatsplicht soll auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen ausgeweitet werden.

20min/Marco Zangger
Bei privaten Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenbereichen soll künftig ab elf Personen eine Zertifikatspflicht gelten.

Bei privaten Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenbereichen soll künftig ab elf Personen eine Zertifikatspflicht gelten.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Die Neuinfektionen und auch die Hospitalisationen sowie die Auslastung der Intensivpflegestationen nehmen laut dem Bundesrat stark zu. Sorgen bereitet zudem die neue Virusvariante Omikron.

  • Nach einer Krisensitzung schickte der Bundesrat verschiedene Massnahmen in Konsultation.

  • Dazu zählen etwa eine Zertifikatspflicht für private Treffen ab elf Personen und verschiedene mögliche Massnahmen für den Arbeitsplatz.

Ein Ende der Coronakrise ist in weite Ferne gerückt. Nach einer Krisensitzung am Dienstag hat der Bundesrat beschlossen, vorsorglich eine Konsultation zu erneuten Massnahmen durchzuführen. Die Neuinfektionen und – zeitversetzt dazu – auch die Hospitalisationen sowie die Auslastung der Intensivpflegestationen nähmen stark zu, schreibt der Bundesrat in einer Medienmitteilung. «Setzt sich die Entwicklung mit der Geschwindigkeit der vergangenen Wochen fort, kann eine schweizweite Überlastung der Intensivpflegestationen nicht ausgeschlossen werden.»

Besorgt zeigt sich der Bundesrat auch über die neue Virusvariante Omikron. Diese könnte die Situation weltweit verschärfen, schreibt er. Die neue Variante weise mehr Mutationen auf als frühere besorgniserregende Varianten. «Es besteht die Gefahr, dass die bisherigen Impfstoffe weniger wirksam sind und eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2 weniger vor einer erneuten Infektion schützt.» Unklar sei auch, wie gut die Impfung vor schweren Verläufen schütze und wie gefährlich die neue Variante sei. Gesicherte Daten dürften in rund sechs Wochen vorliegen.

Die Massnahmen sollen vorerst bis am 24. Januar 2022 befristet sein. Bis Mittwochabend, ersten Dezember 2021, gibt der Bundesrat bei den Kantonen folgende Massnahmen in Konsultation:

Ausgeweitete Zertifikatspflicht im Innenbereich

Die Zertifikatsplicht soll auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen ausgeweitet werden. Damit würde die bestehende Ausnahme für beständige Gruppen unter 30 Personen aufgehoben.

Zertifikatspflicht für private Treffen

Bei privaten Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenbereichen soll künftig ab elf Personen eine Zertifikatspflicht gelten. Des Weiteren soll die Zertifikatspflicht bei Veranstaltungen im Freien auf Veranstaltungen ab 300 Teilnehmenden (aktuell ab 1000 Teilnehmenden) ausgeweitet werden.

Ausgeweitete Maskenpflicht

Für alle Innenbereiche von öffentlich zugänglichen Betrieben und Einrichtungen mit Zertifikatspflicht, einschliesslich der zertifikatspflichtigen Veranstaltungen im Inneren, soll zusätzlich eine Maskenpflicht eingeführt werden. In Einrichtungen, in denen das Maskentragen nicht möglich ist, sollen Ersatzmassnahmen gelten: Für Gastronomieangebote in Innenbereichen (auch in Clubs oder im Rahmen von Veranstaltungen) sieht der Bundesrat eine Sitzpflicht für die Konsumation vor. Kann bei Kultur- und Sportaktivitäten keine Maske getragen werden, sind Kontaktdaten zu erheben.

Massnahmen am Arbeitsplatz

Zur Einschränkung der Kontakte am Arbeitsplatz und zur Reduktion des Personenaufkommens im öffentlichen Verkehr stellt der Bundesrat drei Varianten zur Diskussion:
Variante 1: Eine Maskenpflicht für alle Mitarbeitenden in Innenräumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten.
Variante 2: Homeoffice-Pflicht für Mitarbeitende, die weder geimpft noch genesen sind. Ist ein Arbeiten für diese Personen von zu Hause aus nicht möglich, besteht für sie eine Maskenpflicht in Innenräumen.
Variante 3: Generelle Homeoffice-Pflicht. Ist ein Arbeiten von zu Hause aus nicht möglich, besteht eine Maskenpflicht in Innenräumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten. Zudem sollen bei Variante drei Betriebe verpflichtet werden, repetitive Testungen für die Mitarbeitenden anzubieten.

Repetitive Tests an Schulen

Alle obligatorischen Schulen und Schulen der Sekundarstufe II sollen verpflichtet werden, repetitive Tests anzubieten.

Weniger lang gültige Testzertifikate

Die Covid-19-Verordnung Zertifikate soll so angepasst werden, dass PCR-Tests nicht mehr 72 Stunden, sondern nur noch 48 Stunden gültig sind. Die Gültigkeitsdauer der Antigen-Schnelltests wird von 48 Stunden auf 24 Stunden reduziert. Diese Verkürzung der Gültigkeitsdauer erhöht die Sicherheit der Testresultate.
Die Massnahmen sollen vorerst bis am 24. Januar 2022 befristet sein.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

517 Kommentare