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Das sind die Rap-Highlights 06

Für musikalische Spannung ist gesorgt, für relevante Inhalte leider weniger: Mit Solowerken von Pharrell Williams, Dr. Dre und Busta Rhymes sowie neuem Material von Outkast verspricht 2006 ein gutes Hip-Hop-Jahr zu werden.

Hip-Hop hat sich in der Musikindustrie so breit gemacht wie nie zuvor. Allerdings bedeutet die gesteigerte Beliebtheit nicht, dass sich die Qualität verbessert hat. Hip-Hop entwickelt sich rasant, ist vielfältig und musikalisch facettenreich, doch es herrscht ein Mangel an wahren Persönlichkeiten. «Seit dem Jahr 2000 sind vielleicht gerade mal drei, vier grosse Persönlichkeiten auf der Bildfläche erschienen», klagte Fugees-Mitglied Pras kürzlich in Zürich. «Das hat natürlich auch seinen Vorteil für uns: Den Platz der Fugees hat in den neun Jahren seit unserem letzten Album niemand eingenommen.»

Recht hat er: Viele Rapkünstler unterscheiden sich nur noch in Stimmlage oder Rapstil, inhaltlich erzählen die meisten mehr oder weniger dasselbe. Rar sind Persönlichkeiten wie Kanye West, der Präsident George W. Bush kritisierte. Neben Mos Def und Talib Kweli darf man sich aus dieser Ecke im neuen Jahr auf neue Verse des radikalen Rappers Immortal Technique und der unvergleichlich wortgewandten Jean Grae freuen.

Spannung in musikalischer Hinsicht verspricht, abgesehen von Dr. Dre und Busta Rhymes, ohne Zweifel Pharrell Williams' erstes Soloalbum «In My Mind». Die Rap-Tracks und R'n'B-Songs gehören nach unserer Einschätzung zum Besten, was der Frauenmagnet je produziert hat. Mal schaltet er in den Stevie- Wonder-Modus, mal rappt er so gut wie nie zuvor, mal spannt er mit Jamie Cullum zusammen, mal kreiert er gemeinsam mit Daddy Yankee seine ganz eigene Form von Reggaeton – sieht ganz so aus, als würde der Mann aus Virginia die Radiowellen ab dem 3. Februar für einige Zeit für sich beanspruchen.

Adrian Schräder

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