Brillante Werke: Das sind die Schweizer Gamestars der Zukunft
Aktualisiert

Brillante WerkeDas sind die Schweizer Gamestars der Zukunft

Der ZHdK-Studiengang Gamedesign entpuppt sich als hochrangige Talentschmiede: An der Diplomausstellung sind brillante Arbeiten zu sehen.

von
Jan Graber
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Meisterwerk: Das atmosphärisch brillante Spiel «Far» von Don Schmocker schickt Spieler zusammen mit einer herzigen Figur auf eine visuell packende Reise durch die Wüste.

Meisterwerk: Das atmosphärisch brillante Spiel «Far» von Don Schmocker schickt Spieler zusammen mit einer herzigen Figur auf eine visuell packende Reise durch die Wüste.

Mit einnehmenden Stop-Motion-Bildern wird das Adventure «Violet - Pale Noise» von Melanie Vetterli erzählt. Das Game packt ebenso durch die Stimmung wie die visuellen Effekte.

Mit einnehmenden Stop-Motion-Bildern wird das Adventure «Violet - Pale Noise» von Melanie Vetterli erzählt. Das Game packt ebenso durch die Stimmung wie die visuellen Effekte.

Im visuellen Feuerwerk «Panakeia» von Martina Hugentobler und Alice Ruppert herrscht steter Sonnenuntergang. Ein sogenannter Segelhirsch und sein parasitärer Begleiter müssen die Insel und ihre Bewohner dennoch vor einer Seuche befreien.

Im visuellen Feuerwerk «Panakeia» von Martina Hugentobler und Alice Ruppert herrscht steter Sonnenuntergang. Ein sogenannter Segelhirsch und sein parasitärer Begleiter müssen die Insel und ihre Bewohner dennoch vor einer Seuche befreien.

Seit über zehn Jahren werden an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Gamedesigner ausgebildet. Was aus der Talentschmiede hervorgeht, kann sich sehen lassen. Mittlerweile sind eine Reihe herausragender Designer und Designerinnen daraus hervorgegangen, die sich in der Gamewelt einen Namen gemacht haben oder bald machen werden, unter vielen anderen beispielsweise Mario von Rickenbach («Krautscape», «plug'n'play»), Daniel Lutz («Hitman: Go»), Jeremy Spillmann («First Strike»), Philomena Schwab («Niche»), Robin Bornschein («Tower Offense») und Thomas Frey («Landwirtschafts-Simulator»).

Die diesjährige Diplomausstellung der ZHdK im Toni Areal zeigt das Potenzial, das hier geschaffen wird, auf besonders eindrucksvolle Weise. Unter den gezeigten Bachelorarbeiten befinden sich Perlen wie «Far» des äusserst talentierten Don Schmocker, der bereits mit dem Game «Dur» für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Ein grafisches Stop-Motion-Meisterwerk ist «Violet – Pale Noise» von Melanie Vetterli. Ein visuelles Feuerwerk bietet auch das Actiongame «Panakeia» der Designerinnen Alice Ruppert und Martina Hugentobler. Und witziges Storytelling kommt von Goran Saric mit «Panda Lost in Space».

Der Toni-Effekt

Eine technische Hochleistung kann in der Masterarbeit «Crappy Cars» von Philipp Küderli bestaunt und vor allem gespielt werden: Das simple aussehende Racinggame wird von Spielern auf ihren eigenen Smartphones gespielt. Dazu loggen sie sich einfach ins extra eingerichtete Wi-Fi ein, wählen eine bestimmte Website und schon sind sie mitten im Rennen. Ebenfalls zu beeindrucken vermag die Masterarbeit «Lazarus Effect» von Denis Cliofas: Sie kombiniert die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift mit einer Steuerung, die wie die eigenen Hände funktioniert.

Erstmals findet die Diplomausstellung im Toni Areal statt, etwas versteckt im fünften Stock. «Der Umzug ins Toni Areal hat den Studierenden der Studienvertiefung Game Design gut getan», sagt Maike Thies, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Game Design. Die Studierenden der einzelnen Semester hätten viel mehr Kontakt untereinander. Der Austausch inspiriere und fördere die fachübergreifende Zusammenarbeit, so Thies.

Grosse Zeiten

Fazit: Zur Gilde der Schweizer Gamedesigner stossen mit den gelungenen Abschlüssen einige talentierte Köpfe, die in Zukunft wohl von sich reden machen. Zusammen mit der Gründung des «Game Technology Centers» der ETH, den Förderprogrammen der Pro Helvetia und dem politischen Willen, die einheimische Gameindustrie verstärkt zu fördern, stehen dem hiesigen Videospieldesign bedeutsame Zeiten bevor.

Die Diplomausstellung der ZHdK im Toni Areal dauert noch bis am 13. Juni 2015. In der Bildstrecke sehen Sie die besten diesjährigen Abschlussarbeiten des Gamedesign-Studiums an der ZHdK.

Gametrailer «Far»

Gametrailer «Panakeia»

Gameplay «Panda Lost in Space»

Gametrailer «This World Ends»

Gametrailer «Black Monday»

Gamedesign an der ZHdK

Das Gamedesignstudium der Zürcher Hochschule der Künste existiert seit 2004. Was als Teil des Interaction Designs begann, mauserte sich 2009 zu einem eigenständigen Studiengang. Über 100 Studenten haben seitdem einen Bachelor- oder Masterabschluss als Gamedesigner gemacht. Unter den Alumni befinden sich einige Talente, die mittlerweile internationalen Ruf geniessen.

Die Diplomausstellung an der ZHdK im Toni Areal dauert noch bis am 13. Juni 2015.

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