Aktualisiert 24.02.2014 11:15

EM-Quali 2016

Das sind die Schweizer Gruppengegner

Die Schweizer Nati duelliert sich ab Herbst 2014 mit England, Slowenien, Estland, Litauen und San Marino um ein EM-Ticket für 2016. Die fünf Gruppengegner kurz vorgestellt.

England: Hoffen auf die neue Generation

England und die Europameisterschaften ist keine Liebesgeschichte. Zwei Halbfinals (1996 und 1968) sind die besten Resultate der «Three Lions», sechs Endrunden wurden verpasst, zuletzt jene 2008 in der Schweiz und Österreich. Dass ihnen selbiges Missgeschick auch bei der nächsten Qualifikationsphase passiert, ist nicht anzunehmen. Aber ein übermächtiger Gegner ist England nicht. Die bekanntesten Spieler, Wayne Rooney, Steven Gerrard, Frank Lampard und Ashley Cole, zeigten sich zuletzt nicht immer von ihrer besten Seite. Ausser Jack Wilshere konnte sich bisher noch keiner der von Nationalcoach Roy Hodgson auserkorenen zukünftigen Leistungsträger international in den Vordergrund spielen.

Zuletzt wurden England, das die WM-Qualifikation ohne Niederlage überstanden hatte, die Grenzen aufgezeigt. Erstmals seit 36 Jahren verlor der Weltmeister von 1966 zwei Heimspiele im Wembley in Folge. Auf das 0:2 gegen Chile folgte vier Tage später ein 0:1 gegen Deutschland. England brachte keinen Schuss aufs Tor zustande. Die Schweizer Erfolge gegen England sind derweil rar. Von 26 Duellen konnten nur drei gewonnen werden, auswärts noch kein einziges. Immerhin: Im Juni 2011 gab es in der EM-Qualifikation im Wembley ein 2:2.

Gründung Verband: 1863. - Fifa-Ranking: 15. - EM-Teilnahmen: 8 (Halbfinals 1968 und 1996). - Die Stars der Mannschaft: Wayne Rooney (Manchester United), Steven Gerrard (Liverpool), Frank Lampard (Chelsea), Jack Wilshere (Arsenal). - Nationalcoach: Roy Hodgson (seit 2012). - Bilanz der Schweiz gegen England: 26 Spiele/3 Siege/5 Unentschieden/18 Niederlagen. - Letztes Duell: England - Schweiz 2:2 (EM-Qualifikation am 4. Juni 2011).

Slowenien: Aufschwung mit Katanec und Novakovic

Am 31. Dezember 2012 sagte Srecko Katanec dem slowenischen Verband zu und wurde wieder Nationaltrainer. Es war ein Wendepunkt für das Team: Bis dahin hatte Slowenien drei von vier WM-Qualifikationsspielen verloren, danach zeigte Slowenien ein ganz anderes Gesicht und verpasste schliesslich den zweiten Platz in der Schweizer Gruppe nur knapp. Katanec, der 31 seiner 36 Länderspiele für das ehemalige Jugoslawien bestritt, ist längst zu einer Symbolfigur für den slowenischen Fussball geworden. Der 50-Jährige führte das Nationalteam des nur gut zwei Millionen Einwohner zählenden Staates 2000 zur EM und zwei Jahre später zur WM. Slowenien, das sein erstes Länderspiel 1991 austrug, konnte sich 2010 dann zum dritten Mal für eine Endrunde qualifizieren.

Die Slowenen haben zwar momentan keinen eigentlichen Star wie Ende der Neunzigerjahre Zlatko Zahovic, aber eine solide Mannschaft mit vielen Spielern die in Italien ihr Geld verdienen. Der erfolgreichste unter ihnen ist Goalie Samir Handanovic von Inter Mailand. Der erfolgreichste Torschütze ist der 34-jährige Milivoje Novakovic. Der frühere Bundesliga-Spieler, der heute in Japan unter Vertrag steht, hatte eigentlich bereits seinen Rücktritt aus dem Nationalteam gegeben, liess sich aber von Katanec zum Comeback überreden. 2013 schoss er 6 der 16 Tore seiner Mannschaft.

Gründung Verband: 1920. - Fifa-Ranking: 27. - EM-Teilnahmen: 1 (Vorrunden-Aus 2000). - Die Stars der Mannschaft: Samir Handanovic (Inter Mailand), Valter Birsa (Milan), Milivoje Novakovic (Omiya Ardija/Jap). - Nationalcoach: Srecko Katanec (seit 2013). - Bilanz der Schweiz gegen Slowenien: 7 Spiele/5 Siege/1 Unentschieden/1 Niederlage. - Letztes Duell: Schweiz - Slowenien 1:0 (WM-Qualifikation am 15. Oktober 2013 in Bern).

Estland: Oft nur Punktelieferant

Estland bestritt sein erstes Pflichtspiel nach der wiedererlangten Unabhängigkeit im August 1992 gegen die Schweiz. Die Partie ging 6:0 verloren, und im Rückspiel sicherte sich die damals von Roy Hodgson betreute SFV-Auswahl die Qualifikation für die WM 1994 mit einem 4:0-Erfolg. Estland blieb in der Folge meistens ein Punktelieferant. Nur in der Qualifikation auf die EM 2012 gelang den Balten ein Coup. Mit der Bilanz von fünf Siegen und vier Niederlagen belegten sie hinter Italien, aber vor Serbien und Slowenien den zweiten Platz in ihrer Qualifikationsgruppe. Erst Irland verhinderte in der Barrage die erste Endrunden-Teilnahme.

In der letzten WM-Qualifikation stand Estland wieder auf verlorenem Posten: Die einzigen zwei Siege feierte die Mannschaft gegen Andorra, zudem gab es ein überraschendes Remis gegen Holland. Eine Ausnahmestellung im europäischen Fussball hat die vom Schweden Magnus Pehrsson trainierte Mannschaft, weil sie als einziges Team schon gegen alle anderen Uefa-Mitglieder gespielt hat, mit Ausnahme des neu aufgenommenen Gibraltar.

Gründung Verband: 1921. - Fifa-Ranking: 91. - EM-Teilnahmen: 0. - Die Stars der Mannschaft: keine. - Nationalcoach: Magnus Pehrsson (seit 2013). - Bilanz der Schweiz gegen Estland: 2 Spiele/2 Siege. - Letztes Duell: Schweiz - Estland 4:0 (WM-Qualifikation am 17. November 1993).

Litauen: Im Schatten des Basketballs

In Litauen ist Basketball die Sportart Nummer 1. Die litauischen Fussballer konnten einige Male für ein Ausrufezeichen sorgen, etwa mit dem 1:1 gegen Deutschland 2003 oder mit dem 3:0 gegen Rumänien zu Beginn der WM-Qualifikation 2010. Aber generell gibt es wenig Grund zum Jubeln für die litauischen Fans. Eine Endrunde-Teilnahme gelang noch nie und bei der letzten WM-Qualifikation konnten nur Lettland und zweimal Liechtenstein geschlagen werden. Immerhin liess man damit den Nachbar Lettland hinter sich.

Es fehlt der litauischen Nationalmannschaft meistens an der Konstanz. Die immer wieder erreichten respektablen Resultate konnten nie bestätigt werden. Und derzeit befindet sich Litauen sowieso eher wieder auf dem absteigenden Ast. Momentan ist das Team von Igoris Pankratjevas im Fifa-Ranking an 102. Position klassiert.

Gründung Verband: 1922. - Fifa-Ranking: 102. - EM-Teilnahmen: 0. - Die Stars der Mannschaft: keine. - Nationalcoach: Igoris Pankratjevas (seit 2013). - Bilanz der Schweiz gegen Litauen: 1 Spiel/1 Sieg. - Letztes Duell: Schweiz - Litauen 9:0 (Olympische Spiele am 25. Mai 1924 in Paris).

San Marino: Der europäische Exot

Bis zur Aufnahme von Gibraltar war San Marino das kleinste Uefa-Mitglied. Gut 32'000 Einwohner zählt die von Italien umgebene Enklave. Im Fussball ist San Marino der Punktelieferant schlechthin, seit es 1990 das erste Pflichtspiel gegen die Schweiz mit 0:4 verloren hat. 121 Länderspiele hat San Marino bestritten und dabei einen Sieg, drei Remis und 117 Niederlagen verzeichnet. Das Torverhältnis lautet 20:527. Den einzigen Sieg feierten die San-Marinesen im April 2004 mit dem 1:0 im Testspiel gegen Liechtenstein. Das erstaunlichste Resultat lieferten sie aber 1993 mit dem 0:0 gegen die Türkei ab.

San Marino ist derzeit gemäss Fifa-Ranking zusammen mit Bhutan und den Turks- und Caicosinseln das schlechteste Nationalteam der Welt. Die letzte Qualifikationsphase war insofern ein kleiner Erfolg, als Alessandro Della Valle im letzten September beim 1:5 gegen Polen das erste Pflichtspiel-Tor von San Marino seit fünf Jahren geschossen hatte.

Gründung Verband: 1931. - Fifa-Ranking: 207. - EM-Teilnahmen: 0. - Die Stars der Mannschaft: keine. - Nationalcoach: Pier Angelo Manzaroli (seit 2014). - Bilanz der Schweiz gegen San Marino: 2 Spiele/2 Siege. - Letztes Duell: Schweiz - San Marino 7:0 (EM-Qualifikation am 5. Juni 1991 in St. Gallen).

(si)

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