Aktualisiert 13.08.2009 16:23

Leichtathletik-WMDas sind die Schweizer Leichtathletik-Hoffnungen

Mit 13 Athleten und Athletinnen reist die Schweizer Delegation an die Leichtathletik-WM vom 15. bis 23. August in Berlin. Ohne Teamleader Viktor Röthlin liegen die Medaillen für die Eidgenossen in weiter Ferne.

von
mon

Die Zielsetzungen sind denn beim Schweizer Verband von individueller Natur. «Am Grossanlass reüssieren! In diesem Bereich will ich Fortschritte sehen», betont Peter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics. Diese Zielsetzung liege ihm am Herzen. In der Praxis verlangt er von den Athletinnen und Athleten eine Verbesserung gegenüber dem Melderang aufgrund der Saisonbestleistung. Wer unter Druck seine Leistung erbringen kann, schafft die Basis, um mit dem notwendigen Wettkampf-Glück eine gute Klassierung zu erreichen.

Nicole Büchler mit besten Aussichten

In erster Linie könnte sich Stabhochspringerin Nicole Büchler, die im internationalen Vergleich mit einer Position zwischen 15 und 20 am besten dasteht, ein Fenster für einen Lucky Punch öffnen. Egalisiert die Bernerin in der Qualifikation ihren Schweizer Rekord von 4,50 Metern, darf sie unter Umständen im (Zwölfer-)Final nochmals Anlauf nehmen.

Die Optik von Haas ergibt sich nicht allein mangels Kandidaten mit internationalem Topformat, sondern mit langfristigem Blick auf die Europameisterschaften 2010 in Barcelona, die Olympischen Spiele 2012 in London und die EM 2014, die möglicherweise in Zürich stattfinden wird. Im Schweizer Team für Berlin befinden sich bereits mehrere Athletinnen und Athleten, die in fünf Jahren im Zenit ihrer Leistungsfähigkeit stehen sollten und dann von ihren Erfahrungen an Grossanlässen profitieren könnten.

Lisa Urech und die Sprinter

Zukunftshoffnungen weckt insbesondere die erst 20-jährige Hürdensprinterin Lisa Urech. Auch Diskuswerfer Daniel Schaerer (23) wird als einer der Jüngsten in seiner Disziplin starten. In die Kategorie der neuen Generation fallen zudem die Sprintstaffel- Mitglieder Reto Amaru Schenkel und Pascal Mancini.

Ein Quintett des Schweizer Teams schaffte die Selektion mit dem strengeren A-Wert. Es sind dies Speerwerfer Stefan Müller (vor der Selektionsperiode), die 200-m-Läufer Marc Schneeberger und Marco Cribari, Nicole Büchler und Marathonläuferin Patricia Morceli.

Die 200-m-Läufer können darauf spekulieren, dass aufgrund von Rückzügen nur drei statt vier Runden durchgeführt werden und somit drei Halbfinalläufe (Top 24) anstehen. Speerwerfer Müller, der das Training 2009 reduziert hat, zeigte sich dieses Jahr wenig konstant. Vor drei Jahren an den EM in Göteborg bewies er mit einem Schweizer Rekord, dass er mit Druck umgehen kann. Ein Jahr später in Osaka versagte er allerdings kläglich. Im Marathon (die IAAF kennt in dieser Disziplin nur den A-Wert) hat Swiss Athletics dieses Jahr die weichen Vorgaben übernommen. Dies mit Blick auf die folgenden Titelkämpfe, an denen die Schweiz jeweils mit einem Team (4 Läuferinnnen, 3 in der Wertung) antreten möchte. Morceli profitiert von dieser Philosophie.

Die Swiss-Athletics-Delegation für Berlin fiel grösser aus als erwartet, zumal Andreas Kundert (verletzt) und die Olympia-Fahrer Philipp Bandi und Julien Fivaz (Selektionsleistung nicht erbracht) fehlen. Gleichwohl sind im Schweizer Team mit Sprint, Hürden, Lauf, Mehrkampf und den technischen Disziplinen alle fünf Disziplinengruppen vertreten.

(mon/si)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.