Bald rollt der Ball wieder: Das sind die wichtigsten Antworten zum Liga-Neustart
Aktualisiert

Bald rollt der Ball wiederDas sind die wichtigsten Antworten zum Liga-Neustart

Nach zähen Wochen mit viel Unsicherheit weiss man nun endlich mehr. Das sagen die Liga-Bosse zum Re-Start der Meisterschaft ab dem 19. Juni.

von
Eva Tedesco

Darum gehts

  • Ab dem 19. Juni werden die restlichen 13 Runden der Schweizer Ligen absolviert.
  • An einer Medienkonferenz informieren Liga-Präsident Heinrich Schifferle und CEO Claudius Schäfer die Öffentlichkeit.
  • Sie sprechen über Kurzarbeit, mögliche Transfers und Lizenzen.

Der Ball liegt im Tor. Die Clubs und die Liga haben den Steilpass, den der Bundesrat am Mittwoch gespielt hat, angenommen und verwandelt. Nachdem die Politik letzten Mittwoch grünes Licht gab, zogen die Verantwortlichen der 20 Proficlubs am Freitag an einer ausserordentlichen Generalversammlung in Bern nach.

Am Ende waren 17 Vereine für die Weiterführung der Saison 2019/20, zwei Clubs (Lugano und Sion) lehnten diese ab, und Xamax enthielt sich der Stimme. Mit diesem Entscheid war die wichtigste Frage schon einmal geklärt. Mit der Fortsetzung mussten jedoch weitere Fragen geklärt werden. Liga-Präsident Heinrich Schifferle und CEO Claudius Schäfer lieferten an einer Medienkonferenz Antworten.

Wie gross ist die Erleichterung bei der Liga über die Fortsetzung der Meisterschaft?

«Ich kann nicht verhehlen, dass mir ein grosser Stein vom Herzen fällt. In meinen Augen ist die Entscheidung richtig», sagt CEO Claudius Schäfer, «auch wenn ich die Argumente der Clubs verstehen kann, die dagegen sind. Ich glaube, das sind verantwortungsvolle Entscheidungen, die gefällt wurden.»

Wie deutlich war die Mehrheit für einen Re-Start?

«17 Clubs stimmten für eine Weiterführung, zwei waren dagegen, bei einer Enthaltung. Das Stimmenverhältnis war klar», sagt SFL-Präsident Heinrich Schifferle.

Wann geht es sportlich weiter?

«Der Spielplan sollte in der nächsten Woche gemacht sein, aber wir würden ab dem 19. Juni beginnen und mit englischen Wochen bis 2. August spielen. Der Cup und die Barrage folgen danach, allerdings müssen wir noch Abklärungen mit der Uefa abwarten. Die Uefa hat noch nicht entschieden, wann die Europacupwettbewerbe fertig gespielt sind und die Qualifikationen beginnen. Das sollte auch nächste Woche so weit sein», so Schäfer. Ein wichtiger Faktor: Der FC Basel ist noch in der Europa League und auch im Schweizer Cup dabei.

Werden einzelne Clubs nun die Gerichte bemühen?

«Es war ein demokratischer Entscheid, und deshalb wäre es unnötig, ein Gericht anzurufen, und ich gehe auch nicht davon aus», so Schifferle, «aber ich bin schon mehrmals nicht von etwas ausgegangen.»

Wurde ein Gentlemen’s Agreement beschlossen?

«Es hat entsprechende Voten gegeben, darum gehe ich davon aus, dass alle den Entscheid akzeptieren. Aber gewisse Exponenten waren nicht da (ein Seitenhieb gegen Sion-Boss Christian Constantin, der einmal mehr nicht an einer Präsidentenkonferenz teilnahm), und wer weiss, was passiert», sagt Schifferle. «Einen demokratischen Entscheid sollte man sportlich akzeptieren, auch wenn er einem nicht passt.»

«Die Spieler erhalten keine Kurzarbeitsentschädigungen mehr, wenn der Trainingsbetrieb läuft.»

Heinrich Schifferle, SFL-Präsident

Wenn der Betrieb hochgefahren wird, verlieren die Clubs die Kurzarbeitsentschädigung. Ist das letzte Wort hier schon gesprochen?

«Das Seco hat uns schon Antworten gegeben, und die Spieler erhalten keine Kurzarbeitsentschädigungen mehr, wenn der Trainingsbetrieb läuft», sagt Schäfer, «aber unsere Haltung ist eine andere. Deshalb werden wir mit unserer Rechtsabteilung intervenieren.»

Was passiert mit den auslaufenden Verträgen, Transfers und Qualifikationen?

«Arbeitslose Spieler und Profis, die wegen Covid-19 entlassen wurden, dürfen geholt werden», sagt Schäfer. Das heisst, so der CEO weiter, dass die Konkurrenz zum Beispiel Spieler engagieren dürfe, die Constantin während der Corona-Pandemie entlassen hat. Im Gegenzug dürfe Serey Dié, den Sion letzte Woche verpflichtet hat, nicht für die Walliser auflaufen.

Was passiert mit den Lizenzen?

«Die Clubs haben entschieden, dass die für die Saison 2019/20 erteilten Lizenzen eine Saison verlängert werden», so Schäfer. Das betreffe aber nicht die Uefa-Lizenz, die für die internationalen Wettbewerbe eingereicht werden müsse. «Der Schweizer Fussball ist gesünder, als er dargestellt wird, ich bin zuversichtlich», sagt Schifferle.

Viele Fragen klärten sich. Die Liga beantwortete an einer Medienkonferenz die wichtigsten Fragen.

Viele Fragen klärten sich. Die Liga beantwortete an einer Medienkonferenz die wichtigsten Fragen.

Foto: Keystone

Und was ist mit Schifferles unlängst getätigter Aussage, dass einige Clubs die Krise nicht überleben werden?

«Einige Clubs haben den Gürtel enger geschnallt, und mittlerweile hat sich die Lage auch verändert. Damals musste ich davon ausgehen, dass es lange keine Spiele mit Zuschauern geben könne, das sieht jetzt besser aus. Damit können die Clubs beginnen, ihre Saisonkarten zu verkaufen, und ausserdem sind da noch die Notkredite des Bundes. Das war ein Riesenthema, und nicht alles wurde richtig wiedergegeben. Bis jetzt haben wir eine Absichtserklärung mit dem Baspo und dem Bund, aber wir müssen diese erst in einen Vertrag überführen. Noch sind einige Dinge, wie zum Beispiel die 20-Prozent-Klausel, nicht geklärt. Bisher hiess es, dass die Clubs ihre Lohnsumme um 20 Prozent senken müssen. Das führte zu Irritationen.»

Wird es auchwie in der Bundesliga – Corona-Tests geben?

Das war in einem ersten Konzept, das wir dem BAG vorgelegt haben, so vorgesehen, aber man hat uns gesagt, wir sollen das streichen. Der Aufwand und der Ertrag stehen in keinem Verhältnis, hiess es», so Schäfer.

«Ich bin zuversichtlich, dass wir die neue Saison am 11. September mit Zuschauern starten können.»

Claudius Schäfer, SFL-CEO

Wann kann wieder vor Zuschauern gespielt werden?

«Ich bin zuversichtlich, dass wir die neue Saison am 11. September mit Zuschauern starten können», sagt Schäfer.









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