USA-Einreiseverbot - Das sind Europa-Alternativen für deinen Amerika-Trip
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USA-EinreiseverbotDas sind Europa-Alternativen für deinen Amerika-Trip

Miami, Las Vegas und New York müssen warten – die USA lassen noch immer keine europäischen Touristen ins Land. Doch in Europa gibt es zahlreiche vergleichbare Destinationen.

von
Fabian Pöschl
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Reisen in die USA sind weiterhin praktisch unmöglich. Doch auch in Europa gibt es Ähnliches zu entdecken. Diese Ortschaften sind vielversprechende US-Alternativen:

Reisen in die USA sind weiterhin praktisch unmöglich. Doch auch in Europa gibt es Ähnliches zu entdecken. Diese Ortschaften sind vielversprechende US-Alternativen:

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Glücksspiel-Touristen, die nach Las Vegas wollten, rät der Tourismusexperte Patric Arn von der Fachhochschule Graubünden: «Monaco ist das europäische Gegenstück zu Las Vegas».

Glücksspiel-Touristen, die nach Las Vegas wollten, rät der Tourismusexperte Patric Arn von der Fachhochschule Graubünden: «Monaco ist das europäische Gegenstück zu Las Vegas».

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Roadtrip-Touristen finden Ersatz zur Route 66 in den Schweizer Alpen. Arn rät zum Trip: Alpine Circle im
Graubünden, wo nicht nur das Auto, sondern auch der Bus oder die Bahn als Transportmittel
warten.

Roadtrip-Touristen finden Ersatz zur Route 66 in den Schweizer Alpen. Arn rät zum Trip: Alpine Circle im
Graubünden, wo nicht nur das Auto, sondern auch der Bus oder die Bahn als Transportmittel
warten.

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Darum gehts

  • Die USA lassen noch immer keine Touristen ins Land.

  • US-Präsident Biden verspricht zwar bald Besserung, doch einen Termin gibt es noch nicht.

  • Wer in den Sommerferien in die USA wollte, muss eine Alternative finden.

  • Der Tourismusexperte gibt Tipps für Destinationen in Europa.

20-Minuten-Leserin C.* ist traurig. Sie wollte in ihren Flitterwochen nach New York reisen, um in der 5th Avenue zu shoppen, in Chinatown und Little Italy zu spazieren und die Strassenkünstler im Central Park zu beobachten.

Als Ausländerin in der Schweiz braucht sie dafür ein Touristenvisum. Doch die US-Botschaft in Bern stellt ihr keins aus. Erst ab Oktober seien wieder Termine frei, hiess es bei der Botschaft. Kurz zuvor hiess es noch, es gebe Termine für ein Visum im September.

US-Einreisebann seit 16 Monaten

Auch für Schweizer Touristen ist die Einreise in die USA praktisch unmöglich. Seit mittlerweile 16 Monaten gilt ein ununterbrochener Corona-Einreisestopp für Menschen aus dem Schengen-Raum, wozu auch die Schweiz zählt (siehe Box). Umgekehrt dürfen Amerikanerinnen und Amerikaner aber seit Juni wieder in der Schweiz und der EU Ferien machen.

Das ist der Schengen-Raum

Der Schengen-Raum besteht seit über 30 Jahren. Darin gibt es in der Regel keine systematischen Grenzkontrollen, eine Ausnahme ist wegen Corona. Aktuell gibt es 26 Schengen-Länder, darunter 22 EU-Mitgliedsstaaten aber auch Länder wie die Schweiz und Liechtenstein.

Ex-US-Präsident Donald Trump wollte den Einreisebann für Europäer, kurz vor Ende seiner Amtszeit, aufheben. Doch sein Nachfolger Joe Biden verschärfte ihn noch. Seither versuchen die Tourismusindustrie und EU-Politiker Biden zur Umkehr zu überzeugen, doch er bleibt hart.

Biden begründet den einseitigen Reisebann mit der Warnung von Wissenschaftlern. Allerdings wirkt dieses Argument vorgeschoben. Schliesslich öffnen die USA ihre Grenzen für Reisende aus Ländern mit höheren Infektionszahlen wie der Türkei oder Russland.

Geschlossene Grenzen wegen innenpolitischen Machtspielen

Experten vermuten, dass Bidens sture Haltung innenpolitisch begründet ist. Denn solange er die Grenzen zum Schengen-Raum zulässt, kann er das harte Grenzregime gegen Mexiko aufrechterhalten. Biden ist unter Druck, weil die Migration zunimmt. Auch seine Vize Kamala Harris, die das Migrationsproblem lösen soll, tat sich mit ungewöhnlicher Härte gegen die Einwanderer hervor.

Nun soll aber Bewegung in die Sache kommen. Beim US-Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, in den vergangenen Tagen, sagte Joe Biden, dass die Frage in den nächsten Tagen beantwortet werden soll. Er verlasse sich dabei auf seine Berater. «Ich warte darauf, von unseren Leuten in unserem Covid-Team zu hören, wann das geschehen soll», sagte er.

Amerika-Ersatz vor der Haustür

Fürs US-Feeling gibt es aber auch in der Schweiz und in anderen Regionen Europas Alternativen. Laut Tourismusexperte Patric Arn bieten die noch immer von Corona geprägten Zeiten gerade jetzt die Möglichkeit, Destinationen in der Schweiz oder auch in Europa neu zu entdecken. «Vieles, was man in Amerika erleben kann, gibt es womöglich in einem ähnlichen Rahmen auch direkt vor der eigenen Haustür», sagt der Leiter des Instituts für Tourismus und Freizeit an der Fachhochschule Graubünden.

So finden etwa Food-Touristen nicht nur in New York eine Vielfalt an Restaurants aus aller Welt. Kulinarische Entdeckungen lassen sich laut Arn auch in den verschiedensten Ecken der Schweiz machen. Zudem gebe es in den europäischen Grossstädten eine Vielzahl von Restaurants der unterschiedlichsten Kulturen.

«Das Reisen auf dem europäischen Festland ist zudem generell etwas flexibler gestaltbar, da nicht zwingend Flugreisen mit Annullierungsregeln damit verbunden sind», sagt Arn. Wichtig sei aber trotzdem, bei allen Auslandaufenthalten unbedingt die aktuellsten Meldungen der offiziellen Gesundheitsbehörden im Auge zu behalten. «Die epidemiologische Situation kann sich rasch verändern», so Arn.

Welche weiteren Alternativen es zum US-Trip in Europa gibt, siehst du in der Bildstrecke oben.

*Name der Redaktion bekannt.

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