Präsidentschaftswahl 2012: Das sind Obamas mögliche Gegner
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Präsidentschaftswahl 2012Das sind Obamas mögliche Gegner

In zwei Jahren wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. Das klingt nach einer langen Zeit, doch einige Republikaner bringen sich bereits gegen Barack Obama in Stellung. Ein Überblick.

von
kri

«Das amerikanische Volk hat gesprochen» war eine oft gehörte Aussage nach der historischen Wahlschlappe der Demokraten bei den US-Kongresswahlen vom Dienstag. Was die Botschaft genau ist, darüber gehen die Meinungen indes weit auseinander. Präsident Barack Obama will verstanden haben, er müsse künftig noch mehr Arbeitsplätze schaffen. Einige Kommentatoren interpretieren dies als Zeichen, dass er einfach so weitermachen will wie bisher. Die Republikaner sehen sich umgekehrt in ihren Forderungen nach einer Rücknahme der Gesundheitsreform sowie Steuer- und Ausgabensenkungen bestätigt.

Einer denkt bereits einen Schritt weiter: «Unsere oberste Priorität in den kommenden zwei Jahren sollte sein, eine zweite Amtszeit Präsident Obamas zu verhindern», sagte der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell. Keine leichte Aufgabe, denn wenn die Republikaner Kompromisse eingehen und Lösungen mittragen, könnte Präsident Obama die Erfolge für sich beanspruchen. Wenn sie hingegen alle seine Vorhaben torpedieren, stehen sie am Schluss als Blockierer und Verhinderer da. Soviel ist immerhin sicher: Um Barack Obama aus dem Weissen Haus zu vertreiben, werden die Republikaner vor allem einen valablen Kandidaten brauchen. Der britische «Guardian» sieht die folgenden Spitzenreiter:

Sarah Palin

Wird sie oder wird sie nicht? Der Liebling der Tea Party hat die Tür bisher offen gelassen und erklärt, sie werde antreten, wenn sich kein anderer qualifizierter Kandidat findet. Ein neues, von ihr publiziertes Video wirkt wie aus einer Wahlkampagne. Über ihre Wählbarkeit lassen die Resultate der Kongresswahlen wenig Rückschlüsse zu, da einige der von ihr unterstützten Kandidaten unterlagen, während andere gewannen. Die Frage bleibt, ob die Republikaner das Risiko eingehen würden. Gemäss einer Umfrage von CNN würde Obama gegen Palin mit 52 zu 44 Prozent der Stimmen gewinnen.

Mike Huckabee

Der frühere Gouverneur von Arkansas befindet sich seit Monaten auf Wahlkampftour, was er selbst allerdings bestreitet. Gemäss der CNN-Umfrage würde er Barack Obama mit 52 zu 44 Prozent der Stimmen schlagen. 2008 war er John McCain in den Vorwahlen zwar unterlegen, doch dabei gelangen ihm einige beeindruckende Siege, so in Iowa (wo die Vorwahlen jeweils beginnen). Seine Herkunft aus den Südstaaten könnte sich allerdings erneut als Hypothek erweisen.

Newt Gingrich

Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses und «Time Man of the Year» 1995 hat sein Interesse an einer Kandidatur unzweideutig zum Ausdruck gebracht. In einem Interview mit der «Washington Post» erklärte er, er mache seine Kandidatur davon abhängig, ob sie «machbar» sei. Und fügte an, er habe zunehmend den Eindruck, dass dem so sei. Seine Vergangenheit als effektiver Gegenspieler des damaligen Präsidenten Bill Clinton wäre ein grosser Vorteil. Allerdings könnte er Probleme bekunden, so viel Geld zu sammeln wie einige seiner Mitstreiter. Gemäss der Umfrage von CNN würde er Barack Obama mit 47 zu 49 Prozent unterliegen.

Mitt Romney

Zumindest über seine Wahlkampfkasse muss sich Mitt Romney keine Sorgen machen. Der Multimillionär gab 2008 bereits 45 Millionen aus eigener Tasche für seine Kandidatur in den republikanischen Vorwahlen aus. Dass er John McCain damals unterlag, hatte auch mit Fragen zu seiner mormonischen Religion zu tun. Sollte er erneut in den Ring steigen, könnte ihn seine Vergangenheit als Gouverneur von Massachusetts einholen: Dort hatte er eine quasi-allgemeine Krankenversicherung eingeführt, die stark an Obamas Gesundheitsreform erinnert. Gemäss CNN würde er derzeit Barack Obama mit 50 zu 45 Prozent der Stimmen schlagen.

Marco Rubio

Der am Dienstag gewählte Senator von Florida könnte der neue Superstar der Republikaner werden. Er ist zwar erst 39 Jahre alt und wird 2012 noch keine zwei Jahre im Kongress verbracht haben. Wie der aktuelle Präsident beweist, ist ein langer Marsch durch die Institutionen aber keineswegs Voraussetzung für den Einzug ins Weisse Haus. Rubio ist kubanischer Abstammung und wird bereits als «republikanischer Obama» bezeichnet. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, ist charismatisch und ernsthaft – trotz seiner Unterstützung durch die Tea Party.

Tim Pawlenty

Der Gouverneur von Minnesota hat dieses Jahr ungewöhnlich viel Zeit in Iowa verbracht und auf eine erneute Kandidatur verzichtet, obwohl ihm die Wiederwahl sicher gewesen wäre. Beides spricht für eine Präsidentschaftskandidatur 2012. Er wird als «Ronald Reagan von Minnesota» bezeichnet, weil der Staat einen ausgeglichenen Haushalt aufweist. Mit seiner zurückhaltenden Ausgabenpolitik ist ihm auch die Unterstützung der Tea Party sicher.

Howard Dean

Nicht ganz auszuschliessen, wenn auch sehr unwahrscheinlich ist das Szenario, dass ein Demokrat Barack Obama die Nominierung streitig machen will. In diesem Zusammenhang werden die Namen von Ex-Gouverneur Howard Dean und Russ Feingold, dem am Dienstag abgewählten Senator von Wisconsin, genannt. Beide betonen jedoch, sie wollten nicht gegen den amtierenden Präsidenten antreten. Gemäss der Umfrage von CNN eine gute Idee: 73 Prozent der Demokraten wollen, dass die Partei 2012 Obama erneut ins Rennen schickt.

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