Aktualisiert 30.12.2014 11:28

JahresrückblickDas sind unsere Lieblingsalben 2014

War 2014 ein gutes Musikjahr? 20 Minuten blickt zurück auf die fünf besten internationalen Releases und auf das stärkste Album aus der Schweiz.

von
Neil Werndli

Musikalische Jahresrückblicke kann man auf zwei Arten gestalten: Gemessen an Verkaufszahlen – wobei die Schweizer hierbei chancenlos wären – oder an künstlerischer Relevanz.

In der helvetischen Musiklandschaft hat uns 2014 keine Band so bewegt wie Jeans For Jesus. Die vier Berner kombinieren auf ihrem Debütalbum zerstückelte Hip-Hop-Samples munter mit süsslichen Synthies und verhallten Gitarren. Und plötzlich ist Mundart-Pop wieder cool.

Bei den grossen, internationalen Namen hat sich die Musikredaktion von 20 Minuten nach ausführlichen Debatten auf folgende Lieblingsalben geeinigt.

Mit Royal Blood hat niemand gerechnet

Seit Jahren sprechen alle vom Tod der Gitarrenmusik. Royal Blood brachten den rotzigen Sound 2014 zurück in den Mainstream. Mit seinem selbstbetitelten Debüt trat das englische Duo einen Hype los, der seinesgleichen sucht. Auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs spielte esein schweisstreibendes Showcase im Zürcher Exil. Songs wie «Out of the Black» oder «Ten Ton Skeleton» sind Gitarrenmonster. Dank der richtigen Promo und jugendlichem Charme zeigten sie alternden Rock-Giganten wie Jack White oder den Foo Fighters in diesem Jahr, wo der Hammer hängt.

Damon Albarn ist und bleibt ein Held

Das Internet hielt kurz den Atem an, als Blur- und Gorillaz-Mastermind Damon Albarn mit einem 20-Sekunden-Clip sein erstes Soloalbum ankündigte. «Everyday Robots» klingt wie nichts, was der Tausendsassa zuvor gemacht hat. Albarn kombiniert auf seinem Werk holprige Beats mit unscheinbaren Electro-Elementen. Die Gitarre ersetzt die Britpop-Ikone weitestgehend durch ein Piano und kreiert eine bedrückende Atmosphäre.

Taylor Swift: So geht Pop

2014 war das Jahr der Taylor Swift: Vom Country-Starlet entwickelte sie sich zum vollwertigen Popstar. Und zwar ohne dass sie – wie andere Kolleginnen – dafür ihre Brüste hätte zeigen müssen. «1989» liess verkaufstechnisch alles andere hinter sich stehen und das völlig zu Recht – es ist nämlich ganz einfach ein gutes Popalbum. Die Produktion hört sich nicht an wie ein manipulativer Schnellschuss, sondern schaut auch über den Charts-Tellerrand hinaus. Klar, das ist nicht das Verdienst der 25-Jährigen, sondern vielmehr jenes ihrer Songwriter und Produzenten – trotzdem gehört Taylor Swift zu den wichtigsten Musikerinnen und Musikern des Jahres.

Future Islands bekommen endlich, was sie verdienen

Obwohl sie schon drei Alben veröffentlicht haben, gelang Future Islands der internationale Durchbruch erst mit «Singles». Zu verdanken haben sie die plötzliche Popularität unter anderem einem Auftritt bei David Letterman, wo der charismatische Frontmann Samuel Herringmit seiner theatralischen Performance für Aufsehen sorgte. Mit «Seasons (Waiting On You)» hatte die Synthpop-Band zudem einen astreinen Hit im Köcher, der auch im Sommer 2015 nochmals die Radiostationen erobern wird.

Ed Sheeran muss man einfach mögen

Indie-Nerds mögen ihre Nase rümpfen – Fakt ist aber: Ed Sheeran kann man nicht einfach kleinreden. Nur mit seiner Gitarre bewaffnet verzauberte der Rotschopf 2014 ganze Hallen. Sein Album «X» war das meist-gestreamte auf Spotify und «Sing» wird noch lange in Teenie-Herzen nachhallen. Die «New York Daily News» brachte es auf den Punkt, als sie schrieb: «Sheeran ist ein guter Songwriter und hat ganz klar etwas, das junge Mädchen lieben: Herz.»

Was sind Ihre Alben des Jahres? Erzählen Sie uns im Talkback von Ihren Lieblingen 2014.

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