Project Ara: Das Smartphone zum Selbermachen
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Project AraDas Smartphone zum Selbermachen

Google hat zusammen mit der Smartphone-Marke Yezz die neuste Version des modularen Handys Ara vorgestellt, das nach Belieben zusammengebaut werden kann.

von
ray

Am Mobile World Congress von letzter Woche wurde neben den neusten Smartphones, Tablets und Datenuhren auch ein Google-Projekt mit dem Namen Ara vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Smartphone im Baukastensystem: Die einzelnen Bestandteile des Geräts können von jedem Benutzer ausgewählt und im Nachhinein ausgewechselt werden.

Wer viel Musik ohne Kopfhörer abspielen will, wählt beispielsweise gute Lautsprecher, wer gerne fotografiert, nimmt eine der besseren Kameras, und wer Wert auf viel Speicher legt, baut ein entsprechendes Modul ein. Auf das Basisgerüst aus Aluminium, das vom Handy-Hersteller Yezz stammt, können Bestandteile anderer Hersteller angesteckt werden. Beispielsweise stammen zwei passende Kameras mit 13 oder 5 Megapixel vom japanischen Elektronikkonzern Toshiba.

Wunschgerät nach Mass

Je nachdem, wie viele Module für das Ara verfügbar werden, lässt sich ein Smartphone nach eigenen Wünschen zusammenbauen. Wenn einzelne Teile einmal veralten sollten oder man doch lieber mal eine bessere Handykamera oder mehr Speicher hätte, muss man nicht gleich ein neues Gerät kaufen, sondern leistet sich einfach das entsprechende Modul.

Auch neue Technologien wie LTE oder schnelleres WLAN lassen ein Vorjahresgerät nicht mehr alt aussehen, weil das Ara einfach entsprechend aufgerüstet werden kann. Gemäss Beschreibung werden die einzelnen Module von Hand angesteckt, so dass sie von jedem Benutzer selbst ausgewechselt werden können. Maximal sollen elf Module gleichzeitig genutzt werden können.

Unsichere Zukunft

Ara ging aus einem früheren Projekt namens Phoneblocks hervor. Zwar gibt es von dem neuen Gerät noch immer bloss Prototypen, doch scheint Ara nun ein funktionierendes Smartphone-System zu sein. Wann das inzwischen langjährige Projekt ein Resultat in Form eines finalen Handys findet und auf den Markt kommt, ist noch nicht bekannt. Noch in diesem Jahr soll immerhin in Puerto Rico ein Pilotprojekt mit dem Ara-System starten.

Erste Tester des Ara-Handys geben nicht nur positive Urteile ab. So bescheinigen sie der Zeitschrift Chip ein «unsicheres und schwammiges Gefühl» beim Halten des Handys. Je nach Druck würden sich die einzelnen Elemente minimal bewegen. Auch die Geeks von Mobilegeeks.de sind eher skeptisch und machen einzelne Module aus, die nicht wirklich ernstzunehmen seien. Weitere Stimmen bemängeln das Design und die inzwischen recht lange Prototypen-Phase des Projekts.

Sämtliche Experten, die einen Prototyp des Project Ara ausprobiert haben, schätzen jedoch den Baukasten-Ansatz als sehr interessant ein, zumal sich jeder Benutzer sein Smatphone individuell zusammenstellen kann.

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