Basel: Das soll das «grösste Trainingscenter der Schweiz» werden

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BaselDas soll das «grösste Trainingscenter der Schweiz» werden

Ende Jahr soll eine Trainingsanlage für die Trendsportarten Parkour, Ninja Warrior, Tricking, Big Bounce und Chase Tag in der Nähe des Basler Voltaplatzes eröffnet werden. Einer der Initianten ist der 28-jährige Parkour-Weltmeister Chris Harmat.

von
Manuela Humbel

Die Sportler Maurice, Igor, Chris und Fabian wollen Ende Jahr mit Overground schweizweit das grösste Trainingscenter eröffnen. So soll es aussehen.

Overground

Darum gehts:

  • Ende Jahr soll in Basel das grösste Trainingscenter der Schweiz öffnen.
  • Nicht zu verwechseln mit einem Fitnessstudio.
  • Das Trainingscenter soll Parkour-, Ninja-Warrior-, Tricking-, Big-Bounce- und Chase-Tag-Sportlern eine Möglichkeit zum Trainieren geben.
  • Sie sollen sich so beispielsweise auf die Olympiade vorbereiten können.
  • Das Projekt heisst «Overground».
  • Über eine Crowdfunding-Plattform sammeln die Initianten Geld für ihr Vorhaben.

Springen, Sprinten, Hangeln und Arbeiten – das alles soll Ende Jahr im «schweizweit grössten professionellen Trainingscenter» hinter dem Basler Voltaplatz unter einem Dach vereint sein, sagen die Gründer. Einer von ihnen ist der 28-jährige Chris Harmat, Parkour-Weltmeister, Ninja-Warrior-Teilnehmer und Mitbegründer des Parkour-Teams «Wold’s Parkour Family».

Warum aber eine Halle eröffnen, wenn sich auch draussen scheinbar ideale Möglichkeiten für das Sporttraining bieten? Einer der Gründe sei ganz klar die Witterung, sagt Harmat. Die Sportler wollen sich nicht von Wind, Regen oder Schnee aufhalten lassen. Zudem solle mit der Eröffnung der Halle ein Ort entstehen, an dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene austoben könnten. «So einen Ort zu kreieren, so etwas würde mein Herz erfüllen», so Harmat.

Auf über 2500 Quadratmeter Fläche soll es auf zwei Etagen Platz für die Trendsportarten Parkour, Ninja Warrior, Tricking, Big Bounce und Chase Tag geben. Damit ist das Trainingscenter nicht mit einem Fitnesscenter zu verwechseln. Die Athleten sollen die Möglichkeit haben, sich professionell auf die Olympischen Spiele vorbereiten zu können. Während sich ihre Muskeln nach dem Training erholen, könnten sie gleichzeitig in einem Workspace arbeiten, der sich in derselben Halle befinden würde, erklärt Harmat die Idee dahinter. Die Gründer sind sich sicher, dass die Nachfrage nach solch einem Angebot immer grösser werde. Dies, weil die Sportart Parkour im Jahr 2024 olympisch werde und Ninja Warrior mit jährlich steigenden Teilnehmer- und Zuschauerzahlen einen Trend erlebe. Die Halle sei aber nicht nur für angehende Olympiateilnehmer oder Profi-Athleten geeignet, sondern auch für Zuschauer, die beispielsweise bei einem Kaffee den Sportlern zusehen wollten, so Harmat.

Die Trendsportarten kurz erklärt:

  • Big Bounce: Das ist ein Trampolin-Hindernis-Parcours, der auch im Fernsehen ausgestrahlt wird.
  • Chase Tag: Darunter versteht man eigentlich das «Fangisspielen» für Grosse. Auf einem Parcours aus Trapezen, Podesten und anderen Hindernissen jagen sich zwei Gegner. Jeder Match dauert aber nur 20 Sekunden.
  • Ninja Warrior: Ist eine Wettkampfshow. Das Ziel ist es, vier Hindernisparcours erfolgreich zu absolvieren. Dafür braucht es Kraft, Ausdauer sowie Körperbeherrschung.
  • Tricking: Ist aus verschiedenen Kampfsportarten sowie Breakdance und Akrobatik entstanden. Tricking besteht hauptsächlich aus Tritten, Salti und Schrauben.
  • Parkour: Eine Fortbewegungsart, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Manche Parkour-Künstler toben sich auch in gewagten Höhen, zum Beispiel auf Mauern, Dächern oder Häusern, aus.

Doch so ganz allein kann das vierköpfige Team rund um Harmat die Halle nicht auf die Beine stellen. «Am 1. Mai sind wir mit unserem Crowdfunding online gegangen, um 250’000 Franken zu sammeln. Innerhalb von fünf Tagen haben wir jetzt schon 16’500 Franken gesammelt. Zudem haben wir die Stadt Basel, die hinter uns steht und uns unterstützt», so Harmat.

Für das Gebäude sei ein Vertrag unterschrieben worden, der das Projekt mit dem Namen Overground des Teams absichere und ihm die Räumlichkeiten bis auf weiteres reserviere. «Auch wenn wir nur schon das Teilziel des Crowdfunding erreichen, wird das Projekt in minimalistischer Form mithilfe eines Kredits und Sponsoren umgesetzt», sagt Harmat. Ziel sei aber natürlich, trotzdem das Ganze vollumfänglich aufzugleisen, fügt er an. Das Projekt beginne mit dem Ausbau der Halle an der Elsässerstrasse 215. Nach fünf Jahren sei das Ziel, die Halle auf 4000 Quadratmeter zu vergrössern.

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