Malta-Besuch: Das soll der Papst nicht sehen
Aktualisiert

Malta-BesuchDas soll der Papst nicht sehen

Papst Benedikt XVI. besucht am Samstag die Insel Malta. Für mehr Erregung als der Missbrauchsskandal sorgt dabei eine «anstössige» Skulptur.

von
pbl
Die Skulptur des Anstosses im maltesischen Kreisel.

Die Skulptur des Anstosses im maltesischen Kreisel.

Die farbenfrohe «Colonna Mediterranea» (Mediterrane Säule), die starke Ähnlichkeit mit einem Penis hat, soll nach dem Willen des Bürgermeisters von Luqa aus einem Kreisel in der Nähe des Flughafens verschwinden. Das Keramik-Kunstwerk solle nicht das Erste sein, was der Heilige Vater am Samstag auf der Mittelmeer-Insel zu sehen bekomme, sagte John Schembri. Er nannte die Skulptur des maltesischen Künstlers Paul Vella Critien «obszön» und «peinlich». Als «Zeichen des Respekts» vor dem Papst müsse sie entfernt werden.

Die Statue war im Januar 2006 im Dorf Luqa aufgestellt worden, an der Strasse vom internationalen Flughafen in die Hauptstadt Valetta. Zahlreiche Bewohner des mehrheitlich katholischen Maltas hatten sich bereits über die Skulptur beschwert. Der 50-jährige Künstler selbst nannte seine Kritiker «ignorant» und «ungebildet». Die Säule weise «in die Ewigkeit». Werke von Critien stehen auch in Deutschland, Italien und Australien. Bereits hat sich eine Facebook-Gruppe zur Unterstützung des Künstlers gebildet.

Missbrauchsopfer wollen Papst treffen

Zehn Männer, die nach eigenen Angaben als Kinder von katholischen Priestern missbraucht wurden, wollen Papst Benedikt XVI. bei seinem Maltabesuch treffen. Die Männer wollten Gerechtigkeit, damit sie ein schmerzliches Kapitel ihres Lebens schliessen könnten, sagte ein Sprecher der Gruppe am Montag vor Journalisten.

Die Männer wurden nach eigenen Worten in den 80er- und 90er-Jahren in einem katholischen Jungenheim auf Malta von vier Priestern missbraucht. Einer der früheren Heimbewohner erklärte, wenn sie sich den sexuellen Annäherungen der Priester widersetzt hätten, habe man ihnen gedroht, sie aus dem Heim zu werfen, das doch ihre einzige Zufluchtsstätte gewesen sei. Ein Gericht ermittelt bereits seit sieben Jahren in dem Fall. (pbl/dapd)

Deine Meinung