27.09.2018 09:22

Hardturm-Projekt

«Das SP-Stadion wäre sechs Jahre später fertig»

Vier Stadträte setzten sich am Mittwoch für das Hardturmprojekt ein. Währenddessen formiert sich neuer Widerstand – auch bei den Fans.

von
wed
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Zwei Wohntürme und ein Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal – darüber stimmt die Stimmbevölkerung in der Stadt Zürich im November 2018 ab.

Zwei Wohntürme und ein Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal – darüber stimmt die Stimmbevölkerung in der Stadt Zürich im November 2018 ab.

HRS Real Estate AG/Nightnurse Images
Trotz der Lage auf dem Hardturm-Areal soll das Stadion bei einem Ja aber nicht wie früher Hardturm-Stadion heissen.

Trotz der Lage auf dem Hardturm-Areal soll das Stadion bei einem Ja aber nicht wie früher Hardturm-Stadion heissen.

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Dafür sollen die Namensrechte für das Stadion an eine Firma verkauft werden, wie etwa bei der Swissporarena in Luzern oder bei der Allianz Arena in München.

Dafür sollen die Namensrechte für das Stadion an eine Firma verkauft werden, wie etwa bei der Swissporarena in Luzern oder bei der Allianz Arena in München.

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Gleich vier Zürcher Stadträte traten am Mittwochnachmittag vor die Medien, um nochmals über die Abstimmung vom 25. November über das neue Fussballstadion zu informieren. «Es wird viel gesagt, was widersprüchlich und verwirrend ist», so Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP). Fakt sei: «Mit dem jetzigen Projekt bekommt Zürich endlich ein richtiges Fussballstadion und noch 299 gemeinnützige Wohnungen dazu.»

«Aktuelles Projekt für Steuerzahler klar besser»

Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) vergleicht das aktuelle Projekt mit dem neuen Gegenvorschlag der Stadtzürcher SP, die ein von der Stadt finanziertes Stadion will. «Für den Steuerzahler ist das aktuelle Projekt klar besser.» Beim von der SP kritisierten Heimfall entsteht laut Leupi in jedem Fall ein finanzieller Vorteil für die Stadt.

Heimfall heisst: wenn die Wohntürme nach 92 Jahren Eigentum der Stadt Zürich werden und die Stadt dafür 80 Prozent des Gebäudewertes zahlt. «Wie man hier von Verlust sprechen kann, ist mir wirklich schleierhaft.» Zudem seien beim Vorschlag der SP noch ganz viele Fragen nicht geklärt.

«Hochhäuser sind am richtigen Ort»

Auch Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) stellt sich nochmals klar gegen den Vorschlag seiner Parteikollegen: «Ein SP-Stadion wäre mindestens sechs Jahre später fertig.»

Zudem glaub er fest daran, dass die Hochhäuser am richtigen Ort stehen, in der richtigen Höhe und in der richtigen Qualität. «Die Bevölkerung in Höngg wird ihre Aussicht durch die Wohntürme nicht verlieren», so Odermatt.

Zürich ist eine Fussballstadt

Filippo Leutenegger (FDP), Vorsteher des Schul- und Sportdepartements, zeigt am Mittwoch auch nochmals auf, wie wichtig der Fussball für die Region ist: «Nach wie vor ist der Fussballboom in der Region ungebrochen – bei den Mädchen ist der Aufwärtstrend besonders gross.»

Zürich sei die einzige Stadt mit zwei Topteams, die zusammen 39 Meistertitel und 29 Cupsiege gewannen und über 1200 Juniorinnen und Junioren ausbilden. Das soll auch in Zukunft so bleiben: «Das Stadion soll ein attraktives Zuschauererlebnis ermöglichen und die Vermarktungsmöglichkeiten der beiden Fussballvereine FCZ und GC verbessern», so Leutenegger.

Auf neue Befürworter folgen neue Gegner

Doch nicht nur der Stadtrat macht erneut mobil für das Fussballstadion. Seit der Lancierung einer SP-Initiative gegen das Projekt haben sich in den vergangenen Tagen auch immer mehr Befürworter in der Öffentlichkeit zu Wort gemeldet. So wurde ein neues Pro-Komitee mit dem Namen «Linke Flügel» gegründet, bestehend aus prominenten Politikern von SP, Grünen und AL.

Am vergangenen Freitag wurde ein weiteres Pro-Komitee ins Leben gerufen mit Prominenten wie Schauspieler und FCZ-Fan Beat Schlatter, Roger Schawinski, Nati- und FCZ-Spielerin Meriame Terchoun oder Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP).

Darauf folgte am Sonntag eine Antwort aus der FCZ-Südkurve. Beim Spiel gegen den FC Luzern im Letzigrund haben die FCZ-Fans ein Transparent gezeigt mit der Aufschrift «Nein zum gemeinsamen Ja». Am Mittwochmorgen wurde zudem ein bürgerliches Nein-Komitee angekündigt.

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