20.11.2020 20:29

Y453FDas steckt hinter den zwei Fällen von Corona-Mutation aus der Schweiz

Eine neue Studie zeigt: Die Corona-Mutation, die in dänischen Nerzen gefunden worden ist, gibt es auch in der Schweiz. Woher stammt sie?

von
Leo Hurni
Bettina Zanni
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In Dänemark wurden wegen einer Corona-Mutation alle Nerze getötet. 

In Dänemark wurden wegen einer Corona-Mutation alle Nerze getötet.

KEYSTONE
Grund: Die gefundene Corona-Mutation könne sich auch auf Menschen übertragen.

Grund: Die gefundene Corona-Mutation könne sich auch auf Menschen übertragen.

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Das Land musste in den vergangenen Wochen Millionen Nerze töten, um eine Übertragung der Corona-Mutation im grossen Stil auf den Menschen zu verhindern. 

Das Land musste in den vergangenen Wochen Millionen Nerze töten, um eine Übertragung der Corona-Mutation im grossen Stil auf den Menschen zu verhindern.

KEYSTONE

Darum gehts.

  • Dänemark keulte Millionen Nerze, da man eine Corona-Mutation in einigen Nerzfarmen fand.

  • Auch in der Schweiz gibt es zwei Fälle von Corona-Mutationen, wie eine Studie jetzt herausfand.

  • Eine Petition fordert deshalb ein Importverbot von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten in die Schweiz.

  • Unklar ist, wo genau die Mutation in der Schweiz gefunden worden ist

In Dänemark wurden wegen eines Corona-Ausbruches bei Nerzen die Tiere massenhaft geschlachtet, wie 20 Minuten berichtete. Die englische Zeitung «The Guardian» berichtet nun, dass die Corona-Mutation Y453F auch in der Schweiz vorkomme. Die Zeitung bezieht sich dabei auf eine Studie von englischen Forschern. Wissenschaftler haben demnach herausgefunden, dass es auf der ganzen Welt bereits Zeichen von Corona-Mutationen gibt. Die gefundene Corona-Mutation könne sich auch auf Menschen übertragen.

Variante des Virus kann auch beim Menschen gefunden werden

In der Schweiz gibt es keine grössere Nerzzucht. Laut Virologe Volker Thiel von der Uni Bern ist deshalb die Frage, «ob die Corona-Mutation tatsächlich nur in Nerzen entstanden ist». Das lasse sich im Moment noch nicht mit Sicherheit sagen. Man könne davon ausgehen, «dass die Mutation auch ohne Bezug zu oder ohne Zusammenhang mit Nerzfarmen unabhängig im Menschen entstehen könnte».

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kann die Ergebnisse der Studie zurzeit noch nicht bestätigen. Sie seien noch nicht offiziell geprüft worden, sagt Sprecherin Eva van Beek. «Für den Veterinärbereich ist die Bedeutung vernachlässigbar, da es in der Schweiz keine mit Dänemark vergleichbare Nerzhaltung gibt.»

Petition fordert Reaktion vom Parlament

Für die Kampagnenplattform Campax ist der neue Befund davon unabhängig ein Alarmzeichen. Die Entdeckung einer möglicherweise gefährlichen Mutation von Covid-19 verleihe dem «zerstörerischen Ausmass» der Pelztierzucht eine neue Dimension. «Wir fordern das Parlament auf, den Kopf nicht weiter in den Sand zu stecken, sondern die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Bevölkerung vor den Auswirkungen dieser schädlichen Industrie zu schützen.»

Bereits vor einigen Monaten hat Campax eine Online-Petition lanciert, die ein Importverbot von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten fordert. Kampagnenleiterin Angelina Doble sagt zu der Corona-Mutation bei Schweizer Nerzen: «Es ist an der Zeit, entschlossene Schritte gegen eine weitere Verbreitung des Coronavirus durch Pelzfarmen einzuleiten.»

Dänemark kämpft mit den Folgen

In Dänemark wurde Anfang November bei mehreren Nerzfarmen eine Corona-Mutation gefunden, mit der sich auch Menschen angesteckt hatten. Deshalb hat sich die Regierung dazu entschieden, sämtliche Zuchtnerze keulen zu lassen, um die Pandemie nicht noch weiter auszubreiten. Das Problem dabei: Für den Regierungsentscheid fehlte anscheinend bislang die Rechtsgrundlage. Den Landwirtschaftsminister kostete das deshalb den Job.

Können auch Tiere hierzulande Corona übertragen?

20 Minuten sprach bereits mit Virologe Christian Girot, um herauszufinden, ob ein wilder Nerz mit Corona-Mutation Leute anstecken kann. Der Virologe beruhigt: Ein Zuchtbetrieb mit Nerzen bestehe aus rund 10’000 Tieren pro Betrieb – und sei deshalb nicht mit wild lebenden Mardern, Iltissen oder ähnlichen Tieren in der Schweiz vergleichbar. «Die Ansteckung in den Nerzbetrieben ist bisher IMMER durch Covid-positive Personen erfolgt.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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195 Kommentare
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metüüü

21.11.2020, 21:20

Hexenverbrennung wäre eigentlich auch langsam wieder IN.

Taskfurzer

21.11.2020, 19:03

Die Katzen, die Treiber der Pandemie, gehören sofort in Quarantäne. Natürlich mit Maske versteht sich. Auch das Testen darf nicht vergessen gehen.

Komisch

21.11.2020, 18:40

Mein Papagay krächtz so komisch in letzter Zeit, und alles doppelt.