Aktualisiert 02.03.2015 14:28

«Newtopia»

Das steht in den geheimen Verträgen der Kandidaten

Eine neue Welt sollen sie erschaffen, die Kandidaten von «Newtopia». Dafür wird ihnen aber alles abverlangt. Sogar ihre private Post wird gelesen.

von
scy

105 Kameras bewachen sie rund um die Uhr, die Kandidaten der Sat.1-Realityshow «Newtopia». Seit einer Woche bewohnen sie ein Gelände in der Nähe von Königs Wusterhausen im deutschen Bundesland Brandenburg. Privatsphäre gibt es nicht.

Laut «Bild» verpflichteten sich die Pioniere dazu, «durchgehend ein Sendermikrofon am Körper» zu tragen und es beim Schlafen am Kopfende, beim Duschen «in unmittelbarer Nähe der Dusche» zu platzieren. Ausser in gestatteten Einzelfällen dürfen sie zudem «keinen Kontakt zu Familie/Ehepartnern, Freunden und Bekannten» aufnehmen.

Fürs Mitmachen bezahlen

Und es geht noch weiter: Sämtliche ausgehenden Telefongespräche (einschliesslich Skype, Facetime), SMS und E-Mails werden von der Newtopia GmbH «mitgehört, gelesen und/oder aufgezeichnet». Auch private Briefe an die Teilnehmer dürfen vom Sender geöffnet und gelesen werden. Wörtlich steht da: Ein Kandidat «bevollmächtigt für die Dauer der Vertragslaufzeit Herrn XY zum Empfang, Öffnen und Lesen sämtlicher für ihn bestimmten Postsendungen».

Zu guter Letzt müssen die Kandidaten für ihr Mitwirken am Format auch noch bezahlen. Die Produktionsfirma übernimmt zwar die «laufenden Kosten». Allerdings wird von den Kandidaten eine Art Pfand verlangt – «Sicherheitsleistung», wie es im Vertrag heisst. Wer die Sendung vorzeitig verlässt, sieht sein Geld nie wieder. Eine Ausnahme wird nur gemacht, wenn die betreffende Person krank ist oder die Show früher als geplant abgebrochen wird.

Noch etwas: Für Spitalbesuche mussten die Pioniere ihre Ärzte schriftlich von der Schweigepflicht entbinden. Schöne neue «Newtopia»-Welt ...

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