Steuerwettbewerb: Das Steuerparadies profitiert von der Krise
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SteuerwettbewerbDas Steuerparadies profitiert von der Krise

Das Ausland schröpft reiche Steuerzahler in Zeiten der Krise stärker und beschert der Schweiz so unverhofft Vorteile, wie eine Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsinstituts KPMG zeigt.

Irland hat den Spitzensteuersatz für Einkommen um 5 Prozent auf 46 Prozent erhöht und Grossbritannien will mit 50 Prozent im nächsten Jahr 10 Prozent mehr von seinen wohlhabenden Bürgern. Nach Jahren der Steuersenkungen zeichne sich nun ein Gegentrend ab, lautet das Fazit eines am Montag veröffentlichten KPMG-Berichts zu individuellen Einkommenssteuern.

Sechs Kantone unter 30 Prozent

Die Schweiz liegt international in der Rangliste der günstigsten Steuern im Moment auf Platz 12, nach einigen osteuropäischen Ländern sowie den britischen Kanalinseln, Finnland und Zypern. Allerdings haben zehn Schweizer Kantone im Vergleich zu 2008 die Steuern gesenkt.

Sechs Kantone (gemessen an den Kantonshauptorten) haben Spitzensteuerstätze unter 30 Prozent: Zug, Schwyz, Obwalden, Appenzell Innerrhoden, Nidwalden und Uri. Damit sei die Schweiz höchst wettbewerbsfähig, so die KPMG-Studie. Anders als im Ausland sei in der Schweiz kein Trend zu Steuererhöhungen zu erwarten.

Dänemark über 60 Prozent

Die weltweit höchsten Einkommensteuern für Spitzenverdiener hat Dänemark mit 62,3 Prozent. Die niedrigste Rate hat in Europa Bulgarien mit 10 Prozent, in Asien Hongkong mit 15 Prozent und in Lateinamerika nach den steuerfreien Cayman Islands Paraguay mit ebenfalls 10 Prozent.

(sda)

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