Das Strafregister per Post
Aktualisiert

Das Strafregister per Post

Privatpersonen können ab sofort ihren Strafregister-Auszug am Postschalter bestellen und bezahlen.

Die neue Dienstleistung des Bundesamts für Justiz (BJ) und der Post richtet sich vor allem an Personen ohne Internetzugang. Die Post hat keinen Einblick in den Auszug - dieser wird nach wie vor zugeschickt.

Strafregisterauszüge werden in den verschiedensten Bereichen benötigt, so auch für Stellenbewerbungen, für Wohnungen, das Wirtepatent oder Adoptionsgesuche. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf unterstrich vor den Medien in Bern die wachsende Bedeutung, die dem Strafregister-Auszug zukommt. So haben die Gesuche um Auszüge in den letzten fünf Jahren um rund einen Drittel zugenommen. 2003 gingen 217.000 Gesuche beim Strafregister ein, letztes Jahr waren es 290.000. Dieser nach wie vor anhaltende Trend - für das laufende Jahr rechnet das BJ mit 325.000 Gesuchen - sei Ausdruck eines erhöhten Sicherheitsbedürfnisses, sagte Widmer-Schlumpf gemäss vorab veröffentlichtem Redetext.

Bereits im Frühjahr 2007 hat das BJ ein Online-Bestellverfahren für den Strafregister-Auszug mit einem gemeinsam mit der Post entwickelten elektronischen Gebühreninkasso in Betrieb genommen, um die Bearbeitungskapazität zu erhöhen. Der Anteil der Bestellungen über das Internet beträgt mittlerweile ungefähr 40 Prozent.

Mit einem weiteren Projekt sollen nun auch Personen ohne Internet-Zugang rasch, einfach und sicher zu ihrem Strafregister-Auszug gelangen, wie das BJ mitteilte. Die Kunden können am Postschalter gegen Vorlage eines Ausweises ihr Gesuch erfassen lassen. Das BJ bearbeitet die Bestellungen elektronisch und stellt den Auszug innert weniger Arbeitstage dem Besteller auf dem Postweg zu. Über den Inhalt des Strafregisterauszuges erhalte die Post zu keiner Zeit Kenntnis, erklärte Post-Chef Ulrich Gygi.

Die Dienstleistung ist in allen 2.000 vernetzten Poststellen in der Schweiz möglich. Die Verantwortlichen des Strafregisters und des Bundesamtes für Justiz hätten sich auf Grund der bewährten Zusammenarbeit im ersten Projekt wieder für die Post als Partner entschieden. Für die Post spreche zudem ihre Erfahrung bei der Identitätsüberprüfung, erklärte Widmer-Schlumpf. Der Auszug kostet unabhängig davon, auf welchem Weg die Bestellung beim Strafregister eingeht, 20 Franken.

In einem weiteren Schritt soll das Bestellverfahren für Unternehmen vereinfacht werden. Mit der Integration der elektronischen Signatur soll dann in einem letzten Schritt die Möglichkeit eröffnet werden, die Bestellung und Ausfertigung des Strafregister-Auszugs vollständig elektronisch abzuwickeln. Wer über eine elektronische Signatur verfüge, werde noch vor Jahresende per Internet einen Auszug bestellen können, ohne sich anschliessend durch die Zustellung des unterschriebenen Gesuchsformulars und einer Ausweiskopie über seine Identität ausweisen zu müssen. Alle Gesuchsteller werden dann die Wahl haben, sich den Auszug in Papierform oder elektronischer, signierter Form zustellen zu lassen, wie es beispielsweise für E-Mail-Bewerbungen nützlich sein kann. (dapd)

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