Aktualisiert 20.05.2007 21:08

Das Studium, das erst nach dem Feierabend beginnt

Arbeit, Studium, Familie und Freunde: Mit einem berufsbegleitenden Studium bringt man alles unter einen Hut. Disziplin vorausgesetzt.

Im Dezember 2006 hat René Arnold seine berufsbegleitende Weiterbildung zum Master of Advanced Studies in Business Administration abgeschlossen. «Die Freizeit und die Freunde kamen während des Studiums schon etwas zu kurz», sagt der 33-jährige Elektroingenieur und zweifache Vater rückblickend. Doch dank Gesprächen mit seiner Frau und seinem Umfeld stiess er überall auf Verständnis für seinen beruflichen Schritt, und so bleibt ihm das Studium trotz vieler Entbehrungen in positiver Erinnerung. «Es war genau das Richtige für mich», so sein Fazit.

Professor Jacques Bischoff, Rektor der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ), betont, dass ein berufsbegleitendes Studium ein beliebter und erfolgreicher Bildungsweg darstellt. Er bedinge jedoch Willen und Disziplin. Es brauche die Unterstützung des Arbeitgebers, den Konsens mit den Bezugspersonen, viel persönliches Engagement und Flexibilität. Auch zeitlich aufwendige Hobbys sollte man vielleicht reduzieren: «Nur noch 4.-Liga-Fussball spielen statt in der 1. Liga.»

Dank verschiedenen Unterrichtsmodellen ist es heute möglich, das Berufspensum nur minimal zu kürzen. Wer an der HWZ studiert, kann neben dem Studium bis zu 90 Prozent arbeiten. Ein berufsbegleitendes Studium brauche ein hohes Mass an Selbstkompetenz, ein gutes Zeitmanagement und sei deshalb anspruchsvoller als ein Vollzeitstudium, glaubt Ronny Mathieu, Leiter Marketing und Kommunikation der Fernfachhochschule Schweiz. Doch bewiesen die Absolventen, dass sie sich organisieren und mit Mehrbelastungen umgehen können. Und das kann sich in der eigenen Lernbiografie sehen lassen!

Markus Arnold

Tipps für ein berufsbegleitendes Studium

• Klare Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber treffen (Ausbildungsvertrag).

• Arbeitspensum reduzieren.

• Den beruflichen Arbeitsbereich inklusive Stellvertretung organisieren.

• Aktiv und vorbereitet an Lehrveranstaltungen teilnehmen.

• Mit dem Lernstoff nicht ins Hintertreffen geraten.

• Zeitfenster fürs Studium schaffen.

• Für das Studium reservierte Zeiten auch wirklich dafür einsetzen.

• Lerngruppen bilden.

• Studienrhythmus annehmen.

• Motivation, Wille und Ehrgeiz an den Tag legen.

• Konsens finden mit Familie, Beziehung und Freundeskreis.

• Zeitlich aufwendige Hobbys reduzieren, sich aber nicht isolieren.

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