Aktualisiert 30.10.2019 17:50

Rotenfluebahn

«Das System hat die Bahn sofort angehalten»

In einem Leserbrief erhob ein Mann schwere Vorwürfe gegen die Rotenfluebahn. Die Mitarbeiter hätten nichts vom Absturz der Gondel gewusst. Nun wehrt sich das Bahnunternehmen.

von
vro
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Die Rotenfluebahn hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Fünf Tage lang war sie still gestanden.

Die Rotenfluebahn hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Fünf Tage lang war sie still gestanden.

Website Rotenfluebahn
Am Sonntag, 20. Oktober 2019, ist eine Gondel abgestürzt.

Am Sonntag, 20. Oktober 2019, ist eine Gondel abgestürzt.

Kantonspolizei Schwyz
Es befanden sich keine Menschen in der Gondel.

Es befanden sich keine Menschen in der Gondel.

Kantonspolizei Schwyz

Bruno Heinzer bekam den Absturz der Gondel der Rotenfluebahn am 20. Oktober direkt mit. Nach dem Unglück meldete er sich bei der Talstation, weil er wissen wollte, wie lange der Unterbruch dauert.

Das Personal habe aber von nichts gewusst und gesagt, die Kontrolllampen stünden alle auf Grün, schreibt er in einem Leserbrief im «Boten der Urschweiz». Auch eine Aufforderung an die Passagiere, die Gondeln aufgrund einer Windwarnung in der nächsten Station zu verlassen, habe er nicht erhalten. Seiner Frau sei zudem am Telefon gesagt worden, man «könne nicht garantieren, dass einem nichts passiere». Heinzer forderte deshalb, dass das Personal besser geschult werde.

SUST wurde über Mailverkehr informiert

Die Vorwürfe will das Unternehmen nicht auf sich sitzen lassen. Sie seien nicht haltbar, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Es sei ihnen nicht klar, was Heinzer mit seinem Leserbrief bezwecken wolle. Vor der Veröffentlichung habe es über mehrere Tage hinweg einen Mailverkehr zwischen ihm und der Rotenfluebahn gegeben. Heinzer habe das Gespräch verweigert und damit gedroht, an die Öffentlichkeit zu gehen.

«Der Bahnbetreiber hat ihm gegenüber grosses Verständnis für seine Fragen kundgetan und mehrfach das Gespräch angeboten», heisst es in der Mitteilung. Die Antworten auf Heinzers Mailanfragen seien mit dem Seilbahnhersteller abgesprochen gewesen. Auch die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST sei über die Mails informiert worden.

Überwachungssystem stoppte die Bahn

Die Rotenfluebahn bleibt nach wie vor bei ihrer Version: «Wie bereits in der Medienmitteilung vom 21. Oktober 2019 mitgeteilt, herrschten den ganzen Vormittag des 20. Oktobers ruhige Windverhältnisse, bis sich die Wetter- und Windsituation plötzlich änderte, worauf das Bahnpersonal sofort mit der Schliessung der Bahn begann und keine Gäste mehr auf die Bahn liess. Es dauert maximal 20 Minuten, bis alle Gondeln geleert sind, in dieser Zeit ist der Zwischenfall passiert. Das Überwachungssystem RPD hat die Bahn dabei sofort angehalten.»

Nach aktuellem Kenntnisstand habe es sich um eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen gehandelt. Eine aussergewöhnlich starke Windböe habe die leere Gondel seitlich getroffen. Diese habe dann so zu pendeln begonnen, dass sie mit der Stütze kollidierte und abstürzte.

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