Blue TV: Das taugen die neuen Swisscom-Angebote

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Blue TVDas taugen die neuen Swisscom-Angebote

Swisscom TV, Teleclub und Bluewin verschwinden von der Bildfläche. Die Swisscom hat ihr Unterhaltungsangebot komplett umgekrempelt. Das taugen die Neuheiten.

von
Fabian Pöschl

Darum gehts

  • Die Swisscom hat ihre Unterhaltungsdienste umbenannt.
  • Neu heissen alle Blue und bieten einige Neuheiten für die Kunden.
  • Telecomexperte Ralf Beyeler sagt, was die Neuheiten taugen.

Die Swisscom streicht ihr Unterhaltungsangebot blau: Swisscom TV heisst neu Blue TV, Teleclub neu Blue+, die Kitag-Kinos neu Blue Cinema und Bluewin wird zu Blue News. Das hat die Firma am Dienstag an einem Medienanlass bekannt gegeben.

Zu den neuen Marken kündigt Swisscom auch einige Neuheiten an, von denen die Kunden profitieren sollen. Telecomexperte Ralf Beyeler vom Online-Vergleichsdienst Moneyland verrät, was die Neuheiten taugen.

  • Abo-unabhängig

Das ist neu: Swisscom bietet die Streaming-Dienste wie Blue+ neu unabhängig vom Internet- und TV-Abo an. Bislang konnten nur Abonnenten von anderen Swisscom-Diensten das volle Programm nutzen. Blue+ soll ausserdem in den kommenden Wochen auch auf der Box von UPC verfügbar sein. Wer keine Swisscom-Rechnung will, kann etwa einzelne Sportübertragungen auch per Kreditkarte bezahlen.

Das sagt der Experte: Es sei grundsätzlich gut, dass das Angebot von Blue+ unabhängig von einem Internet-Abo und einem TV-Abo angeboten wird, findet Ralf Beyeler. «Diese bisherige Koppelung war nicht kundenfreundlich.»

  • Mehr Inhalte

Das ist neu: Blue TV integriert Amazons Streaming-Dienst Prime Video, den Gaming-Streaming-Dienst Twitch und die Stingray-Karaoke-App. Ausserdem können Nutzer der Box ab den kommenden Wochen auch die Sportsendereihe Mysports von UPC mit den Spielen der Schweizer Eishockeyliga abonnieren. Der Teleclub-Nachfolger Blue+ zeigt ab der kommenden Saison alle Spiele der spanischen La Liga Santander.

Das sagt der Experte: Swisscom versuche, ihre Blue-TV-Box als universelle Box zu etablieren, sagt Beyeler. «Die Frage ist allerdings, ob es wirklich so viele Kunden geben wird, die mehrere Streaming-Dienste abonnieren wollen.»

  • Mehr Gaming

Das ist neu: Ab nächstem Jahr startet Swisscom eine Gaming-Flatrate namens Blue Gaming für die Box und für mobile Geräte. Der Dienst soll auf Gelegenheitsspieler abzielen und dürfte entsprechend einfach zugängliche Spiele bieten. Nähere Infos dazu gab Swisscom noch nicht bekannt.

Das sagt der Experte: Da derzeit noch keine genauen Infos vorhanden sind, tut sich Beyler schwer mit einer Einschätzung. Der Erfolg hänge auch vom Preismodell ab: «Bei einem Abo dürfte es schwieriger sein, Gelegenheitsspieler zu erreichen.»

FREIWILLIGE SPENDE

CO₂-Abgabe für Handys

Bereits am Montag hat die Swisscom einen neuen Service lanciert: Der Telecomkonzern testet eine CO₂-Kompensation – ähnlich wie es etwa Reiseunternehmen und Onlinehändler anbieten. Wer ein Handy kauft, kann freiwillig 5 Franken zusätzlich zahlen, die der Schweizer Klimaorganisation South Pole zugutekommen. Vorerst handelt es sich bei der Klimaabgabe um ein Pilotprojekt, das lediglich in vier Swisscom-Shops angeboten wird: Biel, Solothurn, Winterthur und Zürich/Füsslistrasse. Man teste die Akzeptanz und das Interesse am Thema, sagt Swisscom-Sprecherin Annina Merk zu 20 Minuten. Telecomexperte Beyeler findet die Abgabe zwar gut. Bei Smartphones sei das Hauptproblem allerdings die problematische Gewinnung bestimmter Rohstoffe. Dagegen hilft die CO₂-Abgabe nicht.

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