22.07.2014 08:27

Shared Mobility

Das Teilen wird zum Milliardengeschäft

Eine neue Studie prophezeit dem Markt der geteilten Mobilität ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Immer beliebter wird auch die Velo- und Parkplatz-Teilete.

von
Yves Hollenstein

Nutzen statt besitzen lautet das neue Credo in Sachen Mobilität. Carsharing-Dienste wie Mobility oder die Taxi-App Uber sind laut einer einer am Montag veröffentlichten Studie des Strategieberatungsunternehmens Roland Berger weit mehr als ein kurzes Nischenphänomen: Die Studienautoren gehen im Shared-Mobility-Markt von jährlichen weltweiten Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent aus.

In den meisten neuen Geschäftsbereichen rund um Autos, Fahrräder, Mitfahrgelegenheiten und Parkplatzdiensten soll nach den Experten in den nächsten fünf bis sechs Jahren die Grenze von 6 Milliarden Franken Jahresumsatz weltweit geknackt werden. «Dank der intelligenten Verknüpfung von Mobilitätsangeboten wird Shared Mobility vor allem in den Städten stark zunehmen», sagt Sven Siepen von Roland Berger Schweiz.

Dies bestätigt auch die Zukunftsforscherin Martina Kühne vom Gottlieb Duttweiler Institut GDI. Der einfache Zugang zu einem Fahrzeug sei für immer mehr Leute wichtiger als der Besitz eines solchen. «Wir wollen einfach von A nach B, die Art des Fahrzeuges spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle», so Kühne.

Verschiedene Faktoren

Neben dem sozialen Wandel hin zum Teilen machen die Experten auch auch den Platzmangel - speziell in den Ballungszentren - für die immer grössere Beliebtheit von Shard Mobility verantwortlich. Dies mache alternative Mobilitätskonzepte nötig und durch die immer grössere Anzahl älterer Menschen steige der Bedarf an individuellen und günstigen Bring- und Holdiensten.

Und so sieht das Wachstum in den einzelnen Bereichen aus:

Carsharing

Dieser Markt wird laut Roland Berger bis 2020 voraussichtlich um 30 Prozent jährlich wachsen - auf 6,8 Milliarden Franken Umsatz weltweit. Dabei sollen zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten im Business-to-Business-Bereich (Flottenmanagement), im Kundengeschäft (Autovermietung) sowie im sogenannten Peer-to-Peer-Bereich (Ausleihe von Privat zu Privat) entstehen. Grösster Anbieter in der Schweiz in diesem Bereich ist zurzeit Mobility.

Ridesharing

Der Markt für organisiertes Mitfahren und Taxidienste auf kurzen und mittleren Strecken wird am stärksten zulegen - um rund 35 Prozent jährlich. Die Studienautoren rechnen bis 2020 mit einem weltweiten Marktvolumen von rund 6,3 Milliarden Franken. Vor allem das Ridesharing mit privaten Fahrern wird im städtischen Bereich deutlich zunehmen. Seit rund einem Jahr ist in Zürich der Taxivermittler Uber aktiv und sorgt für Furore.

Bikesharing

Dank dem flächendeckenden Einsatz von E-Bikes soll der weltweite Markt für den Fahrradverleih bis 2020 um rund 20 Prozent jährlich weiterwachsen - auf bis zu 6,4 Milliarden Franken. Grösster Schweizer Anbieter ist nach eigenen Angaben die PostAuto-Tochter PubliBike, die momentan aber noch vornehmlich in der Romandie verbreitet ist. Über 160'000 Personen haben im vergangenen Jahr den Dienst genutzt.

Shared Parking

Dieser Markt steckt noch am meisten in den Kinderschuhen, doch die Parkplatzsuche in Grossstädten ist eine der grössten Hürden für Autofahrer. Durch die mobile Kommunikation und die Einbeziehung von privaten Stellplätzen öffnet sich daher ein neuer, attraktiver Markt. Dieser dürfte voraussichtlich um 25 Prozent jährlich wachsen und bis 2020 ein Geschäftsvolumen von rund 2,5 Milliarden Franken erreichen.

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