25.06.2020 15:06

«Beef»-Aufschrift

«Das Tier wird so nur aufs Fleisch reduziert»

Ein Leser-Reporter wurde bei einer Wanderung zum Seealpsee auf eine mit «Appenzeller Beef» bemalte Kuh aufmerksam. Er findet das total daneben. Der Bauer erklärt den Aufdruck.

von
Gamze Ibis
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Ein Leser-Reporter war am Sonntag beim Seealpsee im Appenzellerland wandern, als er eine für ihn schockierende Entdeckung machte. Er sah auf seiner Wanderung eine Kuh mit der Aufschrift «Appenzeller Beef».

Ein Leser-Reporter war am Sonntag beim Seealpsee im Appenzellerland wandern, als er eine für ihn schockierende Entdeckung machte. Er sah auf seiner Wanderung eine Kuh mit der Aufschrift «Appenzeller Beef».

Appenzeller Beef
 «Das geht echt zu weit. Das Tier wird so nur aufs Fleisch reduziert», so der Veganer.

«Das geht echt zu weit. Das Tier wird so nur aufs Fleisch reduziert», so der Veganer.

Leser-Reporter
Die Kuh weidet auf dem Land von Landwirt Daniel Wyss. Er ist einer von vier Bauern, die zusammen den Verein «Appenzeller Beef» bilden, und dem Verein gehört die Kuh.

Die Kuh weidet auf dem Land von Landwirt Daniel Wyss. Er ist einer von vier Bauern, die zusammen den Verein «Appenzeller Beef» bilden, und dem Verein gehört die Kuh.

Appenzeller Beef

Darum gehts

  • Ein Leser-Reporter ist beim Seealpsee auf mit «Appenzeller Beef» bedruckte Kühe aufmerksam geworden.
  • Der Veganer findet die Aktion daneben.
  • Bauer Daniel Wyss erklärt, dass es nur eine Tönung und harmlos sei.
  • Mit der Aktion wolle der Verein «Appenzeller Beef» auf seine nachhaltige Fleischproduktion aufmerksam machen.

«Wie krank ist das denn?», so ein empörter Leser-Reporter. Der 27-Jährige aus Schaffhausen war am Sonntag beim Seealpsee im Appenzellerland wandern, als er eine für ihn schockierende Entdeckung machte. Er sah auf seiner Wanderung eine Kuh mit der Aufschrift «Appenzeller Beef». «Das geht echt zu weit. Das Tier wird so nur aufs Fleisch reduziert», so der Veganer.

Auch wenn er es grundsätzlich keine schlechte Idee finde, auf die Herkunft des Fleisches aufmerksam zu machen, halte er die Art und Weise für nicht angemessen.«Ich habe es auf Facebook und mit Freunden, die nicht vegan sind, geteilt, und alle fanden es daneben», meint der 27-Jährige.

Harmlose Tönung

Die Kuh weidet auf dem Land von Landwirt Daniel Wyss. Er ist einer unter vier Bauern, die zusammen den Verein «Appenzeller Beef» bilden, und dem Verein gehört die Kuh. «Die Aufschrift ist nur eine temporäre Tönung und komplett harmlos für die Mutterkuh», so Wyss. Auf die Idee mit der «Appenzeller Beef»-Aufschrift kamen sie durch die lilafarbene Milka-Kuh, die eine weisse Aufschrift trägt.

Es sei auch nur eine einmalige Aktion gewesen, um auf die Art der Haltung und die nachhaltige Produktion des Vereines hinzuweisen. Die Art und Weise, wie der Verein die Tiere zur Fleischproduktion hält, ist laut Wyss das Beste aus ökologischer und ethischer Sicht. «Wir legen grossen Wert auf die ethische Vertretbarkeit, und von der Haltung bis zur Schlachtung verlassen die Kühe nie die Region. Als Fleischesser soll man auf diese Aspekte achten.» Die Kälber würde der Verein schlachten, doch die neunfache Mutterkuh mit der Tönung werde nicht geschlachtet, sondern sterbe auf natürlichem Weg.

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61 Kommentare
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Hans

26.06.2020, 10:49

Veganer sind relativ gesehen auch daneben aber trotzdem findet sich jeder damit ab auch ohne Zeitungsartikel :)

Wowi

26.06.2020, 09:38

Veganer natürlich, mühsamer geht es nicht mehr. Die Schweizer scheinen keine Probleme mehr zu haben.

Umgekehrt

26.06.2020, 09:30

Für mich ist es eher umgekehrt. Man sieht nur Fleisch im Laden und wenn ich das sehe, wird mir wieder klarer, dass es sich um ein Lebewesen handelt, das sein Fleisch geben muss. Es entsteht eine Art Respekt für die Kuh. Somit hat es zumindest bei mir einen umgekehrten Effekt als der Leserreporter denkt. Die Meinungen und Ansichten sind von Mensch zu Mensch anders.