Die Schweizer Tastatur Typewise wird jetzt noch schneller
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Künstliche IntelligenzDas Tippen mit der Schweizer Tastatur Typewise wird jetzt noch schneller

Die Schweizer App Typewise hat ein neues Update erhalten. Sie sei jetzt noch besser als das Google-Keyboard oder Swiftkey, so die Entwickler.

von
Dominique Zeier
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Die App Typewise macht jetzt noch schnelleres Tippen möglich.

Die App Typewise macht jetzt noch schnelleres Tippen möglich.

Typewise
Denn nun hilft eine künstliche Intelligenz bei der automatischen Spracherkennung.

Denn nun hilft eine künstliche Intelligenz bei der automatischen Spracherkennung.

Typewise
Auch die Autokorrektur wurde damit verbessert. 

Auch die Autokorrektur wurde damit verbessert.

Typewise

Darum gehts

  • Die Schweizer App Typewise verzeichnet bereits eine Million Downloads.

  • Ausserdem nutzen sie 250’000 Userinnen und User aktiv.

  • Nun hat die App ein neues Update erhalten.

  • Neu unterstützt künstliche Intelligenz die Nutzerinnen und Nutzer beim Tippen.

  • Das macht das Schreiben noch schneller.

Bereits kurz nach ihrer ersten Lancierung hat die Schweizer Tastatur-App Typewise das Internet im Sturm erobert. Mittlerweile zählt die App mehr als eine Million Downloads und 250’000 aktive Userinnen und User. Nun haben die Entwickler die Tastatur, die für ihre hexagonal angeordneten Tasten bekannt ist, nochmals überarbeitet und diese Woche eine neue Version auf den Markt gebracht.

Neu an der Tastatur ist eine künstliche Intelligenz, die den Nutzer oder die Nutzerin beim Tippen unterstützt. So erkennt die Tastatur automatisch, welche Sprache vom User oder der Userin verwendet wird, und passt die Korrektur automatisch an die Sprache an, ohne dass dies manuell eingestellt werden muss. Ausserdem wird so verhindert, dass Wörter in anderen Sprachen vorgeschlagen werden, die gar nicht zu der getippten Nachricht passen.

«Bei rund jedem fünften Wort einen Tippfehler»

Dies soll es möglich machen, mittels Typewise noch weniger Fehler beim Tippen zu machen. «Auf normalen Keyboards macht man bei rund jedem fünften Wort einen Tippfehler. Typewise reduziert diese Fehler um einen Faktor vier, was bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer rund 33 Prozent schneller schreiben», heisst es bei Typewise.

Mit der neuen KI-Technologie sei das Tippen auf der Tastatur schneller als auf gängigen Keyboards wie Googles Gboard oder Swiftkey. Anders als bei diesen Tastaturen führe die KI alle Algorithmen und Berechnungen aber direkt auf dem Phone und nicht auf einem externen Server durch. Dies ermöglicht es, dass Typewise seine Versprechen von absoluter Privatsphäre beim Tippen weiterhin beibehalten kann. «Weder die Typewise-App noch Drittanbieter-Apps können auf irgendwelche Informationen zugreifen, die Auskunft über das Tippverhalten der Nutzerinnen und Nutzer geben – damit unterscheidet sich Typewise stark vom bereits bestehenden Markt», heisst es bei Typewise.

Typewise 3.0

Entwickelt wurde die KI-Technologie zusammen mit Ingenieuren der ETH Zürich. Im Zuge dessen wurde eine Studie durchgeführt, die das Tippverhalten von 37’000 Partizipierenden betrachtete. Dabei zeigte sich beispielsweise, dass das Vorschlagen von Wörtern das Tipperlebnis nicht beschleunigt, wenn der Nutzer oder die Nutzerin das vorgeschlagene Wort manuell antippen muss. Anders verhält es sich mit automatisch korrigierten oder vervollständigten Wörtern. Daher hat sich Typewise für diese Herangehensweise entschieden.

Was ist Typewise?

Typewise ist eine App, die von den beiden Schweizern David Eberle und Janis Berneker entwickelt wurde. Sie wirft das Konzept traditioneller Tastaturen über den Haufen und hat die Buchstaben in hexagonaler Form angeordnet. «Herkömmliche Tastaturen sind für alte Schreibmaschinen und Computer konzipiert, bei denen man das Zehnfingersystem anwenden kann. Auf ein Telefon, auf dem man hauptsächlich mit den Daumen tippt, trifft dies allerdings nicht zu», erklärt Eberle.

Die App ist kostenlos, für Premium-Features können Nutzer aber monatlich oder jährlich bezahlen. Momentan unterstützt die App mehr als 40 verschiedene Sprachen. Wie herkömmliche Handy-Tastaturen auch verfügt Typewise über ein Vorhersage-Feature, das Wörter vorschlägt und mit der Zeit das Vokabular des Nutzers lernt. Die gelernten Wörter werden allerdings anders als bei Tastaturen wie beispielsweise Swiftkey nicht in der Cloud, sondern nur auf dem Gerät gespeichert. «Datenschutz geht bei uns vor», so Eberle.

«Wir freuen uns, Typewise 3.0 endlich veröffentlichen zu können», sagt David Eberle, Gründer und CEO von Typewise. Ob sich der grosse Launch gelohnt hat, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen. «Quantitative Zahlen werden wir erst in den nächsten Wochen sehen, wenn bestehende Nutzer ihr Rating anpassen und neue Nutzer die App bewerten, was sie oft erst nach ein paar Tagen Nutzung tun», erklärt Eberle. Man habe aber schon einzelne, äusserst positive, Feedbacks erhalten.

Grosse Pläne

Typewise begeistert nicht nur seine Nutzerbasis, sondern hat im vergangenen Oktober auch die «Höhle der Löwen» überzeugt. Damals war es den beiden Co-Gründern David Eberle und Janis Berneker gelungen, gleich von drei Löwen gemeinsam ein Angebot für ein Investment zu ergattern. Anja Graf, Roland Brack und Bettina Hein einigten sich darauf, 300’000 Franken für 15 Prozent der Firma aufzuwenden. Ausserdem gewann die App nur wenige Wochen zuvor den zweiten Platz bei den Swiss AI Awards. Aber auch die neueste Version von Typewise hat die Aufmerksamkeit der Branche auf sich gezogen. So wurde Typewise bei der Consumer Electronics Show 2021 mit einem Innovations-Award ausgezeichnet.

All dies verleiht dem Schweizer Unternehmen Rückenwind. «Wir haben einen ambitiösen Wachstumsplan vor uns», so Eberle. «Auf der einen Seite wollen wir international weiter expandieren, insbesondere in den USA aber auch in Europa. Auf der anderen Seite werden wir die KI-Technologie und die App stark weiterentwickeln.» So soll die App es künftig möglich machen, dass Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr mühsam Buchstaben für Buchstaben eingeben müssen, sondern Texte mit Hilfe von Textvervollständigung schneller und angenehmer verfasst werden können.

Ausserdem kann Eberle sich vorstellen, dass ihre Technologie nicht nur auf Handy-Tastaturen, sondern auch auf Desktop-Computern oder Laptops gut funktionieren könnte. Dazu könnte es schon im Sommer weitere Ankündigungen geben.

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