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Das Todesspital von Madrid

In einem Madrider Spital sind in weniger als zwei Jahren 18 Patienten an einer Bakterien-Infektion gestorben, die sie sich in der Klinik zugezogen hatten.

Nach einem Bericht der spanischen Zeitung «El País» infizierten sich in dem Spital seit Februar 2006 insgesamt 252 Patienten mit den Bakterien, die gegen Antibiotika weitgehend resistent sind. Insgesamt starben 101 der Betroffenen.

Bei 18 Patienten sei die Infektion die unmittelbare Todesursache gewesen, zitierte das Blatt aus einem internen Untersuchungsbericht des Spitals. Bei 83 Kranken habe sie zum Tode beigetragen.

Der Bakterienstamm sei zunächst in der Intensivstation aufgetreten und habe sich von dort auf die Abteilungen für Chirurgie und innere Medizin ausgebreitet. Das Spital habe 20 Monate lang vergeblich gegen die Bakterien angekämpft und die Lage erst jetzt durch den Bau einer neuen Intensivstation unter Kontrolle bekommen.

Die Bakterien gehörten zur Art der Acetinobacter baumannii, die vor allem Wundinfektionen und Lungenentzündungen verursachen können. Spanische Mediziner erläuterten, diese Bakterienart sei für die meisten Menschen harmlos. Für Spitalpatienten mit einem geschwächten Immunsystem könnte sie aber gefährlich sein.

Das betroffene «Universitätsspital des 12. Oktober» ist ein riesiger Komplex mit 1300 Krankenbetten. Dort werden pro Jahr 38 000 Operationen vorgenommen.

(sda)

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