Erster Tourist im All - «Das Training war das härteste, der Flug selbst einfach»
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Erster Tourist im All«Das Training war das härteste, der Flug selbst einfach»

Nach Milliardär Richard Branson fliegt heute Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All. Der erste Weltraumtourist aber war der US-Geschäftsmann Dennis Tito. Er erzählt von einem aufgehängten Bleistift und anhaltender Euphorie.

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«Die ganze Zeit über einfach euphorisch»: Dennis Tito landet am 6. Mai 2001 nach acht Tagen im All in Kasachstan.

«Die ganze Zeit über einfach euphorisch»: Dennis Tito landet am 6. Mai 2001 nach acht Tagen im All in Kasachstan.

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«Das Training war das härteste, der Flug selbst war einfach», erinnert sich der gelernte Ingenieur heute. 

«Das Training war das härteste, der Flug selbst war einfach», erinnert sich der gelernte Ingenieur heute.

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Tito erlebte 128 Erdumrundungen und denkt auch noch nach zwanzig Jahren an dieses Abenteuer, wie er sagt.
AS

Tito erlebte 128 Erdumrundungen und denkt auch noch nach zwanzig Jahren an dieses Abenteuer, wie er sagt.
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Neun Tage nach dem britischen Milliardär Richard Branson will auch Amazon-Gründer Jeff Bezos heute, Dienstag, ins All starten. Mit an Bord der Rakete des US-Milliardärs sollen der jüngste und auch der älteste Mensch sein, die je in den Weltraum geflogen sind: Der 18-jährige Niederländer Oliver Daemen als zahlender Tourist und als Ehrengästin die 82-jährige US-Pilotin Wally Funk.

Der gesamte Ausflug ins All wird elf Minuten dauern, mehrere Minuten lang können die Insassen der Kapsel von Bezos Raumfahrtunternehmen Blue Origin Schwerelosigkeit erfahren und den Blick auf die Erdkrümmung geniessen.

«Das Training war das härteste»

Doch es sind weder Bezos noch Branson, die sich die ersten Weltraumtouristen nennen können, sondern der amerikanische Geschäftsmann Dennis Tito. Er erfüllte sich mit 60 Jahren einen Kindheitstraum, als er Ende April 2001 mit zwei russischen Kosmonauten zur Internationalen Raumstation ISS flog und während acht Tagen 128 Erdumrundungen erlebte.

Den Traum liess sich der Finanzmakler damals 20 Millionen US-Dollar kosten.

Der erste Weltraumtourist in der Geschichte der Raumfahrt berichtet von dieser Erfahrung: «Das Training war das härteste, der Flug selbst war einfach.» Anhand eines an einem Faden aufgehängten Bleistifts, der zu schweben begann, habe man gewusst, dass der Orbit und die Schwerelosigkeit erreicht waren.

«Einfach euphorisch»

«Ich verbrachte die meiste Zeit damit, die Erde zu betrachten und Fotos zu machen», erzählt Tito der BBC. «Können Sie sich vorstellen, dass man acht Tage schwerelos ist und die ganze Zeit über einfach euphorisch?» Auch 20 Jahre später sei «kein Tag vergangen, an dem ich nicht an diese Erfahrung dachte.»

Jetzt ist also der grosse Tag von Jeff Bezos, dem derzeit reichsten Mann der Welt. Anders als Tito wird er, wie zuvor schon Branson, die Erde auf seinem suborbitalen Flug nicht umrunden und nur wenige Minuten die Schwerelosigkeit erleben.

Anders als Branson will Bezos die in 100 Kilometern Höhe gelegene Kármán-Linie erreichen, die laut internationaler Definition die Grenze zum Weltraum markiert. Er fliegt damit 15 Kilometer höher als sein britischer Rivale und erreicht damit auch nach internationaler Definition das All.

20 Minuten schaltet ab 15 Uhr einen Livestream auf, so dass ihr dieses Weltraumabenteuer mitverfolgen könnt.

(gux)

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