22.01.2020 16:50

Masken und Plexiglas am Check-in

Das tun die Flughäfen gegen das Coronavirus

Ein neuartiges Coronavirus greift in Asien um sich. Schweizer Flughäfen haben dafür Notfallpläne in der Schublade.

von
pam
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Seit Ende des Jahres 2019 hält ein bislang unbekanntes Coronavirus die Menschen in China in Atem. Erstmals aufgetaucht war der Erreger in der Millionenmetropole Wuhan. (Im Bild: Ein Bioabfallcontainer wird aus dem Wuhan Medical Treatment Center geschoben)

Seit Ende des Jahres 2019 hält ein bislang unbekanntes Coronavirus die Menschen in China in Atem. Erstmals aufgetaucht war der Erreger in der Millionenmetropole Wuhan. (Im Bild: Ein Bioabfallcontainer wird aus dem Wuhan Medical Treatment Center geschoben)

Keystone/AP/Dake Kang
Bis Mittwoch wurden in China 17 Todesfälle und 440 Fälle Infektionen mit dem Virus gezählt.

Bis Mittwoch wurden in China 17 Todesfälle und 440 Fälle Infektionen mit dem Virus gezählt.

Keystone/AP/Mark Schiefelbein
Auch in Hongkong (Bild) gab es dir ersten zwei Fälle. Es dürfte jedoch eine Dunkelziffer geben, befürchten Experten. Auch ausserhalb des Landes sind Menschen an dem vorläufig 2019-nCo genannten Virus erkrankt.

Auch in Hongkong (Bild) gab es dir ersten zwei Fälle. Es dürfte jedoch eine Dunkelziffer geben, befürchten Experten. Auch ausserhalb des Landes sind Menschen an dem vorläufig 2019-nCo genannten Virus erkrankt.

AP/kin Cheung

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus steigt. Die Lungenkrankheit raffte in China 17 Personen dahin. Es wurden zudem Fälle aus Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA bekannt. 440 Personen sind weltweit erkrankt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berät heute an einem Krisengipfel über das weitere Vorgehen.

Laut Experten der WHO werden vereinzelte Einschleppungen auch nach Europa immer wahrscheinlicher. Es könne somit nicht ausgeschlossen werden, dass eine erkrankte Person in die Schweiz reise.

Bund wartet WHO-Entscheid ab

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt sich zurückhaltend. «Wir berücksichtigen sicher die Empfehlungen der WHO und stützen uns auf diese ab, entscheiden aber selber, was für die Schweiz sinnvoll und richtig ist», sagt BAG-Sprecher Daniel Dauwalder.

Die Schweizer Flughäfen wiederum verweisen auf den Bund. «Wir sind in engem Kontakt sowohl mit dem Grenzarzt als auch mit den Spezialisten des BAG», sagt Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, zu 20 Minuten.

Flughäfen haben Notfallkonzepte parat

Die Flughäfen haben bereits eigene Notfallkonzepte in der Schublade. «Wir haben beispielsweise Tausende BAG-Formulare für die Kontaktaufnahme mit Passagieren eingelagert», heisst es beim Flughafen Zürich. Damit kann die Crew verdächtige Passagiere melden. Und die Behörden können danach Mitreisende von kranken Passagieren ausfindig machen.

«Ebenso haben wir Masken, Schutzbrillen, Handschuhe, spezielle Reinigungsmittel und Plexiglasaufsätze für Check-in-Schalter eingelagert», so Zöchling. Das Plexiglas sei bisher aber noch nie zum Einsatz gekommen.

Der Flughafen Genf gibt auf Anfrage keine Details zu seinem Notfallplan bekannt. In der aktuellen Situation ist eine Aktivierung nicht vorgesehen. «Wir haben ein Konzept für solche Gesundheitssituationen, dabei richten wir uns nach dem Bund.»

Temperatur-Scanner und Quarantäne-Bereich

In den USA und in China haben die Behörden auch sogenannte Temperatur-Scanner im Einsatz, um Risikopassagiere zu identifizieren und unter Quarantäne zu stellen. Die Installation von Scannern schliesst auch der Flughafen Zürich nicht aus. «Das müssten wir von Fall zu Fall mit dem BAG anschauen. Ein Entscheid darüber würde ebenfalls vom BAG gefällt.»

Auch die Einrichtung eines Quarantänebereichs, wie es schon bei der Ebola-Epidemie 2014 der Fall war, müsse der Bund anordnen, heisst es beim Flughafen Zürich.

«Es werden alle nötigen Massnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit getroffen werden», sagt Dauwalder vom BAG. Diese könnten etwa Reiseempfehlungen, Empfehlungen zum Umgang mit Patienten oder Hygienemassnahmen umfassen.

Schweiz bietet Hilfe an

Gesundheitsminister Alain Berset betonte am WEF in Davos: «Wir sind sehr gut vorbereitet.» Die Schweiz habe der WHO im Kampf gegen das Virus ihre Hilfe angeboten.

Reisen nach China

Das BAG gibt aktuell Empfehlungen für Reisen in die Region von Wuhan ab, etwa gute persönliche Hygienemassnahmen, wie regelmässiges Händewaschen, Meiden von Fischmärkten und Märkten, an denen lebendige oder tote Tiere und Vögel gehandelt werden. Empfohlen wird kein Kontakt mit Tieren und deren Exkrementen und kein Kontakt mit Personen mit respiratorischen Symptomen. Ausserdem sollten Eier und Fleisch nur gut durchgekocht gegessen werden. (sda)

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