07.09.2020 11:56

Ungeschlagen aber umstrittenDas turbulente Jahr des besten Tennisspielers

Niemand hat Novak Djokovic in diesem Jahr auf dem Tennisplatz bezwungen. Doch neben dem Platz steckt der Serbe jede Menge Kritik ein. Nach seiner Disqualifikation am US Open sowieso.

von
Samuel Waldis

Die letzte Episode eines turbulenten Jahres – das sportlich für Novak Djokovic bisher perfekt war.

Darum gehts

  • Novak Djokovic ist nach einem Fauxpas am US Open disqualifiziert worden.
  • Es ist die erste Niederlage für ihn im Jahr 2020.
  • Die Weltnummer 1 kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus.

Vor sechs Jahren war Marin Cilic der letzte Tennisspieler, der zum ersten Mal ein Grand-Slam-Turnier gewann. Seither siegten nur die ganz grossen Namen, oder Stan Wawrinka, der jedoch zuvor schon ein Turnier der höchsten Kategorie gewonnen hatte.

Dieses Jahr kommt am US Open ein neuer Name zur Liste dazu. Denn der letzte Grand-Slam-Sieger ist in der Nacht auf Montag ausgeschieden: Novak Djokovic wurde im Achtelfinal gegen Pablo Carreno Busta disqualifiziert, nachdem er einen Ball weggeschlagen hatte und dieser eine Linienrichterin an der Kehle traf.

Djokovic verliert alle Weltranglistenpunkte, die er am US Open bis zum Achtelfinal gewonnen hat und kassiert eine Busse in der Höhe des gewonnenen Preisgeldes. Der Vorfall ist die vorerst letzte Episode eines turbulenten Jahres, das für Djokovic sportlich perfekt lief.

Alles begann im Januar mit der ersten Austragung des ATP-Cups, dem Nachfolger des Davis-Cups. In Australien bezwangen die Serben im Final die Spanier, Djokovic gewann jede Partie, im Final unter anderem das Einzel gegen seinen grossen Rivalen Rafael Nadal.

Alles gewonnen und vieles verloren

Überhaupt war Djokovic in diesem Jahr bisher unschlagbar, die Disqualifikation am US Open ist im 27. Spiel seine erste Niederlage. Am Australian Open gewann er den achten Titel, was vorher noch keinem gelungen war, und steht bei 17 Grand-Slam-Titeln; zwei hinter Rafael Nadal und drei hinter Roger Federer.

Djokovic ist unbestritten der beste Tennisspieler des Jahres – aber auch der umstrittenste.

Als die Saison wegen Corona unterbrochen wurde, organisierte Djokovic kurzerhand die Adria-Tour. Die Turnierreihe in Osteuropa sorgte unter anderem deswegen für Furore, weil die Spieler bis tief in die Nacht zusammen feierten und einige von ihnen positiv auf Covid-19 getestet wurden: darunter Djokovic selbst und seine Frau. Die Kritik an Djokovic war derart heftig, dass er sagte, es komme einer «Hexenjagd» gleich.

Djokovic ging in sich und entschuldigte sich. Doch der Schaden an seinem Image war längst angerichtet. Da half es auch nicht, dass er kurz vor dem US Open die Professional Tennis Players Association gründete, eine neue und zweite Spielergemeinschaft neben dem Spielerrat.

«Es ist Zeit für Geschlossenheit, nicht für Abspaltung», schrieb Rafael Nadal zu Djokovics Vorstoss auf Twitter. Federer antwortete: «Einverstanden, das sind unsichere und herausfordernde Zeiten, aber ich glaube es ist entscheidend für uns, zusammenzustehen, als Spieler und als Sport, um den besten Weg in die Zukunft zu ebnen.»

Die Kritik der zwei grossen Namen rückte Djokovic abermals in ein schlechtes Licht. Und nach dem Vorfall am US Open kann Djokovic nur hoffen, dass der öffentliche Fokus bald wieder auf seinen sportlichen Leistungen liegt. Am nächsten grossen Turnier, dem French Open, hat Djokovic den Halbfinal von 2019 zu verteidigen.

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25 Kommentare
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Herr Scherzi

08.09.2020, 07:40

schon wieder ein Artikel über ihn, dann kann ich ja nochmals lachen, der Fail (Fall) ist ja noch aktuell HAHAHAHAHAHAHA xD

Peter

08.09.2020, 05:59

Ausgerechnet ein Schweizer Schiedsrichter kippt Nole aus dem Turnier. Wenn RF sich daneben benimmt schaut man weg. Der Schiedsrichter ist unglaubwürdig und nicht korrekt.

Friedrich

07.09.2020, 14:44

Der weiseste aller Weisen, der Herr Brautführer ist wieder auf der Matte. Besser ich hau wieder ab hier.