DFB-Präsident über Özil: «Das tut mir leid»
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DFB-Präsident über Özil«Das tut mir leid»

DFB-Präsident Reinhard Grindel gibt Fehler im Umgang mit Mesut Özil zu, speziell im Fall der rassistischen Äusserungen.

von
nry/sda

Die Erdogan-Affäre um Mesut Özil. Video: Tamedia

Der Präsident des Deutschen Fussball-Bunds (DFB) Reinhard Grindel hat sich in einem Interview mit der «Bild am Sonntag» zum Umgang mit Mesut Özil geäussert und dabei Fehler eingeräumt. «Ich hätte mich angesichts der rassistischen Angriffe an der einen oder anderen Stelle deutlicher positionieren und vor Mesut Özil stellen müssen. Da hätte ich klare Worte finden sollen. Solche Angriffe sind völlig inakzeptabel. Dass er sich da vom DFB im Stich gelassen fühlte, tut mir leid.»

Grindel unterstrich nun, dass die Äusserungen nichts mit der sportlichen Leistung Özils und dem frühen deutschen Ausscheiden an der Weltmeisterschaft in Russland zu tun hatten. «Für mich war immer klar, dass wir zusammen gewinnen und zusammen verlieren. Einen einzelnen Spieler für das Ausscheiden verantwortlich zu machen wäre ja absurd.»

Keine «Die Mannschaft» mehr

Gleichzeitig kündigte der 56-Jährige Reformen in der deutschen Nationalmannschaft an. So soll «Die Mannschaft», wie das Team landesweit genannt wird, abgeschafft werden, da der Begriff laut Grindel als «sehr künstlich» empfunden wird. Zudem sollen mehr öffentliche Trainingseinheiten und tiefere Ticketpreise wieder mehr Nähe zu den Fans schaffen.

An einen Rücktritt, wie viele es gefordert haben, will Grindel nicht denken. «Ich habe sehr grossen Rückhalt bei den Landesverbänden und in der Bundesliga.» Er gehe davon aus, dass er sicher bis zur nächsten Wahl Präsident des DFB bleiben werde.

Özil hat im Juli nach den anhaltenden Diskussionen über sein gemeinsames Foto mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan sowie dem blamablen Scheitern an der WM in Russland seinen Rücktritt aus dem Nationalteam bekanntgegeben. In einem Statement warf der 29-Jährige unter anderem der DFB-Führung Rassismus vor.

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