Aktualisiert 24.02.2011 10:17

FernsehkriegDas TV-Duell geht in die nächste Runde

Das Fernsehen ist ein Milliardenmarkt – und entsprechend lukrativ. In der Schweiz werden Cablecom und Swisscom von Quereinsteigern konkurrenziert.

von
Hans Peter Arnold
Neben Swisscom und Cablecom sind auch Google und Apple dabei, den Fernsehmarkt zu erobern.

Neben Swisscom und Cablecom sind auch Google und Apple dabei, den Fernsehmarkt zu erobern.

Das Fernsehen bleibt ein Wachstumsgeschäft. Das belegen die aktuellen Zahlen aus dem Marketing. Publisuisse, die Werbevermarkterin des Schweizer Fernsehens, steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 322 Millionen Franken.

Dieser Markt lockt. In der Schweiz hat zuerst das Satelliten-Fernsehen die traditionellen Kabelnetzbetreiber bedrängt. Danach lernte Swisscom den Marktführer Cablecom das Fürchten. Bluewin TV war ursprünglich ein Trittbrettfahrer; es bediente sich der bestehenden Kabelnetzinfrastruktur. Heute ist das in «Swisscom TV» umbenannte Angebot ein eigenständiger digitaler TV-Kanal.

Noch viel Potenzial für Digital-TV

Swisscable, der Wirtschaftsverband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen, betont jedoch die Breite der aktuellen Kundschaft. Die 244 Unternehmen versorgen demnach aktuell 2,842 Millionen Haushalte mit Radio, TV und Internet. Innert Jahresfrist ist diese Zahl nur leicht gesunken (-1,3 Prozent).

Besonders lukrativ ist jedoch das Kundensegment mit digitalen Haushaltanschlüssen. Hier bieten sich Chancen für Mehrwertdienste. Dieser Anteil hat sich innerhalb von Swisscable im Jahr 2010 um 28 Prozent auf 771 400 erhöht. Swisscom ist mit 421 000 Anschlüssen klar Nummer 2; doch das Wachstum ist mit über 80 Prozent überdurchschnittlich.

Allein im letzten Quartal wuchs die Zahl der Swisscom-TV-Kunden um 18 Prozent. Swisscom habe sich seit dem 1. Oktober 2010 besser geschlagen als die Konkurrenz, meint CEO Carsten Schloter gegenüber 20 Minuten Online. Im bisherigen Jahresverlauf dürfte Swisscom TV erneut Marktanteile gewonnen haben, so die Berechnungen von 20 Minuten Online. Es ist das erklärte Ziel von Swisscom, im Laufe dieses Jahres die Cablecom zu überholen. Cablecom wollte gegenüber 20 Minuten Online keine Zielsetzungen nennen.

Das ist jedoch nur das Vorspiel. So beträgt die Durchdringung von Digital-TV im Kabel erst 27 Prozent. Sogar nur 230 000 Haushalte oder 8 Prozent der Haushalte empfangen HDTV. HDTV steht für das hochauflösende Fernsehen (High Definition TV).

Der Reiz der scharfen Bilder

Da Konsumenten immer grössere Monitore erwerben, wird die Nachfrage nach scharfen Bildern grösser. Bleibt nämlich die Datenrate stabil, muss sich der Konsument mit einem schlechteren Bild begnügen - oder der Zuschauer muss die Distanz zum Fernsehgerät vergrössern.

Die Experten sind sich deshalb einig: Der grosse Ansturm auf das digitale Fernsehen steht noch bevor. Je mehr attraktive Inhalten in HD und schliesslich auch in der dritten Dimension angeboten werden, desto höher die Nachfrage nach schnellen Datenautobahnen. Diverse Fernsehstationen haben versprochen, mehr qualitativ hochstehende Bilder in HD-Qualität zu liefern.

Google und Apple ante Portas

Bei diesem Rennen werden neue Player mitmischen. In den Startpflöcken stehen Apple TV und Google TV. Ihnen gemeinsam ist: Sie sind zwar keine Netzbetreiber, wollen aber zentrale Scharnierstelle beim Konsum von Inhalten sein. Das heisst: Mit Werbung und Bezahlangeboten (Pay-per-View, Abonnemente) Geld verdienen - auch ausserhalb von PC und mobilen Geräten. Zudem bieten sie eine Bündelung von Software und Hardware an. Dabei kooperiert Google mit Sony und Logitech. Die Giganten der IT-Industrie haben den Braten gerochen: Apple wie Google wollen am milliardenschweren TV-Werbekuchen partizipieren.

Swisscom TV kontra Cablecom: Ein Vergleich

Was sind die Vor- und Nachteile von Swisscom TV im Vergleich zu Cablecom? Der Vergleichsdienst Comparis hat die Charakteristiken und Argumente der TV-Angebote der beiden Giganten plakativ dargestellt. Dabei werden wird auch auf die verschiedenen Pakete wie Cablecom Starter, Cablecom Classic, Cablecom Comfort, Swisscom TV Basic oder Swisscom TV Plus.

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