Tablet-Klon: Das ukrainische i(m)Pad
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Tablet-KlonDas ukrainische i(m)Pad

Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein iPad und auch beim Namen ist die Ähnlichkeit frappant. Doch was hat es auf sich mit dem «ImPAD», das in Osteuropa für Furore sorgt?

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(Quelle: AP)

Auch in der Ukraine wächst die Nachfrage nach Tablet-Computern. Wer von einem iPad träumt, hat es allerdings schwer. Im osteuropäischen Land gibt es keinen offiziellen Apple-Händler, wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet. Ausserdem seien die Zollgebühren derart hoch, dass kaum jemand ein Apple-Tablet auf offiziellem Weg importiere.

Eigentlich bliebe da nur noch der Graumarkt. Doch hier kommt ein ukrainisches Produkt ins Spiel, das dem iPad Konkurrenz macht. Die Ähnlichkeit beginnt beim Namen: «ImPAD» heisst das Gerät, das der ukrainische Elektronik-Hersteller Impression verkauft. Anscheinend mit Erfolg. Der Tablet-Computer erfreue sich seit der Lancierung im vergangenen Oktober wachsender Beliebtheit, berichtet AP. Und dies, obwohl sich das ImPAD gegen ausländische Konkurrenz wie Motorolas Xoom oder Samsungs Galaxy Tab behaupten muss. Diese Tablet sind nämlich in Elektronik-Shops erhältlich.

iPad-Klon mit Windows 7

Das ImPAD zeichnet sich vorallem durch einen grösseren Touchscreen-Bildschirm aus. Erhältlich sind zwei Modelle - mit 11,6 Zoll oder 10,1 Zoll. Zum Vergleich: Das iPad hat eine Bildschirmdiagonale von 9,7 Zoll.

Und auch bei der Auflösung schlägt das ImPAD den Konkurrenten mit dem grossen Namen, hat das ukrainische Gerät doch 1366 Pixel mal 768 Pixel zu bieten. Im Innern arbeitet ein leistungsfähiger Intel-Prozessor und ermöglicht dem Nutzer richtiges Multitasking.

Mit einem Gewicht von 900 Gramm wiegt der ukrainische Tablet deutlich mehr als das iPad der ersten und zweiten Generation. Und auch beim Betriebssystem sind die Unterschiede massiv: Das ImPAD läuft unter Microsofts aktuellem Betriebssystem, Windows 7. Hingegen kann das iPad auf das speziell für mobile Touchscreen-Geräte entwickelte iOS zurückgreifen.

Konkurrenz für Netbooks

Nichtsdestotrotz zeigen sich die ukrainischen Entwickler überzeugt von ihrem Gerät, das sich nicht direkt mit dem Apple-Tablet vergleichen lasse. Es gebe mehr Programme und könne alle Dinge tun, die ein Notebook oder Desktop-Rechner beherrsche. Von daher sei das ImPAD eher als Konkurrenz zu den schwereren Netbooks zu sehen. Dank Multi-Touch-Funktion könne man schneller zwischen den verschiedenen Programmen hin und her wechseln.

Das ImPAD verfügt über WiFi, HDMI-Ausgänge für hochauflösendes Video und einen Geschwindigkeitssensor. Das 11,6-Zoll-Modell kostet 600 US-Dollar, das 10,1-inch-Modell 550 Dollar. Beide Geräte haben eine Speicherkapazität von 32 Gigabyte.

500 Stück - pro Woche

Spätetens bei den Verkaufszahlen relativiert sich die wirtschaftliche Gefahr, die vom ukrainischen Tablet ausgeht. Apple hat in einem Monat über 2,5 Millionen neue iPads verkauft. Die ukrainische Herstellerin Impression hofft, 20 000 ImPADs an den Mann zu bringen - pro Jahr. Wöchentlich verlassen gerade mal 500 Geräte die Fabrik in der Nähe von Kiew.

20 Minuten Online hat Apple um eine Stellungnahme zum iPad-Klon gebeten. In erster Linie interessiert, ob der US-Konzern rechtliche Schritte geprüft oder gar ergriffen hat, um die eigene Marke zu schützen. Eine Antwort steht aus.

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