Der Nerd-Faktor: Das unterscheidet den gemeinen Geek vom Nerd
Aktualisiert

Der Nerd-FaktorDas unterscheidet den gemeinen Geek vom Nerd

Was ist ein Nerd? Was macht den Geek aus? 20 Minuten nähert sich der gesellschaftlich bedeutenden Frage mit Hilfe der Wissenschaft. Soviel vorweg: Geek ist nicht gleich Nerd – aber Nerd kann Geek sein.

von
Oliver Wietlisbach
Je weiter oben auf der vertikalen Y-Achse, desto geekiger wirds, je weiter rechts auf der X-Achse, desto grösser der Nerd-Faktor.

Je weiter oben auf der vertikalen Y-Achse, desto geekiger wirds, je weiter rechts auf der X-Achse, desto grösser der Nerd-Faktor.

Der Geek und der Nerd haben beide noch nie eine Frau nackt gesehen – so das gängige Klischee. Von Normalos werden die beiden oft in einen Topf geworfen. Zu unrecht. Sie unterscheiden sich nämlich durchaus. In einschlägigen Internetforen tobt seit Jahren der Streit, was den echten Geek oder Nerd auszeichnet.

Die kurze Version geht so: Geeks sind Fans einer bestimmten Sache. Nerds praktizieren sie. Die ausführliche Version: Ein Geek ist ein enthusiastischer Fan einer bestimmten Sache oder eines Themengebiets. Geeks sammeln gerne Informationen oder Andenken zu ihrem Lieblingsthema. Sie sind besessen von den neusten, trendigsten Dingen, die ihr Hobby zu bieten hat. Der Prototyp eines Geeks ist der Comicbuch-Verkäufer bei den «Simpsons».

Der Nerd ist ein lernbegieriger Intellektueller, der sich auch für ein bestimmtes Themengebiet interessiert. Nerds sind allerdings leistungsorientiert: Sie fokussieren ihre Anstrengungen auf den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten und weniger auf das Sammeln von Trivialwissen oder Erinnerungsstücken. Ein klassischer Nerd ist Professor Frink, der leicht durchgeknallte Tüftler und Erfinder aus den «Simpsons». Ein Computer-Geek würde also in der Digital-Rubrik von 20 Minuten die neusten Gerüchte über das kommende iPhone verschlingen. Der Computer-Nerd hingegen hat die Programmierer-Bibel «Introduction to Algorithms» im Bücherregal stehen.

Nerd, Geek – oder gleich beides?

Eigentlich könnten wir hier aufhören. Eigentlich. Denn natürlich ist die Unterscheidung von Nerd und Geek nicht so trivial. Sind Leonard Hofstadter und Sheldon Cooper, die Hauptfiguren aus der populären Sitcom «The Big Bang Theory», Geeks oder Nerds? Schauen wir uns ihr Leben etwas genauer an: Leonard und Sheldon sind junge hochbegabte Physiker, ihre Welt dreht sich um Zahlen, Formeln und «Star Trek». Sie sind also – und jetzt bitte nicht verwirrt sein – beides.

Die übermässige Begeisterung für ihren Beruf macht sie zum Nerd. Das zwanghafte Sammeln von Comics und das universale Wissen über die Science-Fiction-Saga «Star Trek» ist hingegen hochgradig Geek-verdächtig.

Mit Mathe auf der Spur des Nerds

Was geeky und was nerdy ist, lässt sich auch wissenschaftlich bestimmen, wie der Nerd-Blog Slackpropagation mit einem Augenzwinkern aufzeigt. Die Lösung liegt verborgen in Linguistik und Mathematik. Die These lautet: Begriffe, die oft zusammen mit dem Wort Nerd genannt werden, deuten auf ein nerdiges Verhalten hin. Begriffe, die gemeinsam mit dem Wort Geek auftauchen, lassen auf ein geekiges Verhalten schliessen. Das gemeinsame Auftreten von Wörtern mit den Begriffen Geek oder Nerd soll also aufzeigen, was geeky oder nerdy ist.

Der Nerd-Blog Slackpropagation hat hierzu 2,6 Millionen Tweets mit den Begriffen Nerd und Geek analysiert. Dabei wurde auf das statistische Verfahren der pointwise mutual information (PMI) zurückgegriffen. Es misst die Wahrscheinlichkeit für das gemeinsame Auftreten zweier Begriffe innerhalb eines Textes. Ein hoher PMI-Wert für die Wörter Nerd und Gamer lässt folglich darauf schliessen, dass diese Begriffe häufig zusammen verwendet werden und Gamer als nerdy gelten.

Total ungeeky: Gemüse und Brüste

Die Auswertung zeigt wenig überraschend, dass Gadgets wie der iPod geeky sind, während Wissenschaftler wie Mathematiker als nerdy gelten. Gamer, Brillen oder «Star Wars» sind sowohl nerdy als auch geeky. Umgekehrt lassen Gemüse oder Brüste jeden Geek-Faktor vermissen. Die gesamte Auswertung sehen Sie in der Nerd-Geek-Grafik. Je weiter oben auf der vertikalen Y-Achse, desto geekyger werden die Begriffe, je weiter es auf der X-Achse nach rechts geht, desto grösser der Nerd-Faktor.

Was lernen wir daraus: Erstens: Geek ist nicht gleich Nerd. Zweitens: Beide Spezies widmen sich leidenschaftlich einer bestimmten Sache und können gesellschaftlich aus dem Rahmen fallen. Drittens: Ein Geek kann auch ein Nerd sein – und umgekehrt. Noch Fragen?

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