Aktualisiert 31.05.2020 19:05

GROW UP

Das verbirgt sich alles hinter den Nebenkosten

Der Schweizer Wohnungsmarkt öffnet sich langsam wieder. Vor allem junge Mieter, die gerade erst aus dem Elternhaus ausziehen, sollten bei den Nebenkosten genau hinschauen.

Was sind überhaupt Nebenkosten? Als Nebenkosten werden vom Vermieter jene Kosten in Rechnung gestellt, die durch die direkte Nutzung des Mietobjekts entstehen. Dazu gehört beispielsweise die Nutzung einer Waschmaschine, eines Lifts oder auch die Reinigung des Treppenhauses. Im Normalfall wirst du vor dem Vertragsabschluss darüber informiert, ob der monatlich zu begleichende Mietzins, also die Mietkosten deiner Wohnung, inklusive oder exklusive Nebenkosten anfällt.

Vor allem in Genossenschafts- und Studentenwohnungen finden sich All-inclusive-Preise, bei welchen durch die jeweilige Organisation die Nebenkosten als fester Betrag direkt in den Mietzins eingerechnet werden, um die etwas weniger zahlungskräftigen Mieter vor bösen Überraschungen zu schützen, wenn die Heizkosten im Winter mal etwas gar fest ansteigen.

Gibst du allerdings dein Einverständnis für einen monatlichen Mietzins «exklusive Nebenkosten», werden dir als Mieter sämtliche Nebenkosten zusätzlich zum monatlichen Mietzins separat in Rechnung gestellt. Für folgende Posten kannst du beispielsweise zur Kasse gebeten werden:

  • Heizkosten (u.a. Brennstoff, Wartung, Revision oder Versicherung)
  • Wasserversorgung sowie Abwassergebühren
  • Hauswartung (Entlöhnung und Material)
  • Stromkosten
  • Lift (Strom und Wartung)
  • Verwaltungskosten
  • Schnee- oder Laubräumung

Womit dich der Vermieter jedoch nicht zur Kasse bitten darf, sind sämtliche Renovations- und Reparaturarbeiten im Haus. Stellst du beispielsweise einen nicht verschuldeten Schaden an deiner Herdplatte oder einer Wasserleitung fest, kontaktiere unbedingt die Verwaltung, denn diese muss normalerweise für solche Posten aufkommen.

Beachte allerdings, dass Umbauten oder Renovationen auch berechtigterweise zu einer Mietzinserhöhung führen können, falls die Mieterschaft durch erbrachte Leistungen von zusätzlichem Komfort profitiert. Dazu gehören beispielsweise neue Fenster, eine Heizung oder installierte Wärmedämmungen. Solltest du dir über gewisse Posten nicht sicher sein, kannst du dich auf der Website des Mieterverbands über deine Rechte und Pflichten informieren.

Schon Mitte 20, aber noch immer nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen? No need to panic! «Grow Up» beantwortet dir alles, was du spätestens mit 30 wissen musst. Seien es Fragen zur Karriere, dem Umgang mit Geld oder den Behörden: Hotel Mama war gestern. Sende deine Frage an grow.up@20minuten.ch

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13 Kommentare
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Verwundert

02.06.2020, 10:25

Ich glaub's ja nicht, dass man zu diesem Thema einen Artikel schreiben muss! Lernt die Verträge lesen (oder lässt sie euch vorlesen) dann solltet ihr Bescheid wissen. Oder noch besser, bleibt im Hotel Mama, dann muss man gar nichts lernen und verstehen.

Patrick Schlegel

02.06.2020, 08:01

Das ganze ist Monopoly und die Mieter werden ausgenommen ... Da die Grundstuecke nicht mehr dem Volk, Staat gehoeren sondern Privaten Kapitalisten, Investoren liegt deren interesse am Gewinn ob sich der Mieter wohlfuehlt interessiert nicht.

Kain

02.06.2020, 06:11

@Bluemoon. Die Frage ist ob sich zwei Zähler lohnen. Für die Dinger zahlst du dem E-Werk monatlich Miete und das kann schnell mehr sein als du duch "Niedertarifstrom" sparst.