Verkehrschaos in St. Gallen: «Das Verhalten zeugt von Egoismus und Dummheit»
Aktualisiert

Verkehrschaos in St. Gallen«Das Verhalten zeugt von Egoismus und Dummheit»

An der Lagerstrasse in St. Gallen kommt es laut einem Leser-Reporter regelmässig zu einem Verkehrschaos. Schuld daran sind Fernverkehrsbusse. Die Stadt sieht kein Problem.

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taw
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Laut einem Leser-Reporter sorgen Fernverkehrsbusse an der Lagerstrasse in St. Gallen regelmässig für Chaos.

Laut einem Leser-Reporter sorgen Fernverkehrsbusse an der Lagerstrasse in St. Gallen regelmässig für Chaos.

Leser-Reporter
Vergangenen Freitag (28.09.2018) sei es besonders schlimm gewesen.

Vergangenen Freitag (28.09.2018) sei es besonders schlimm gewesen.

Leser-Reporter
Der Leser-Reporter hat auf diesem Parkplatz einen Platz gemietet.

Der Leser-Reporter hat auf diesem Parkplatz einen Platz gemietet.

lad

«So schlimm war es noch nie», sagt ein Leser-Reporter über die Situation letzten Freitag an der Lagerstrasse in St. Gallen hinter dem Bahnhof. Direkt neben der Haltestelle für Fernverkehrsbusse und Reisecars unterhält die SBB einen privaten Parkplatz, auf dem auch der Leser-Reporter gemeinsam mit anderen Fahrlehrer-Kollegen vier Plätze gemietet hat.

Regelmässig komme es wegen den Bussen und Cars zu einem Verkehrschaos. «Am Freitagabend gegen 17.30 Uhr waren vier Cars gleichzeitig da, ein verkehrsgerechtes Fahren war völlig unmöglich.» Nicht nur hätten die Busse alles blockiert, die Passagiere seien auch noch von Privatpersonen zur Haltestelle gebracht worden und auch die Lenker hätten sich an keine Regeln gehalten. «Es wurde überall angehalten, kreuz und quer, auch auf dem Trottoir», so der Leser-Reporter.

Als Parkplatzmieter sei man da natürlich genervt. Teilweise werde sogar auf den Plätzen der Mieter parkiert. Dieses Verhalten zeuge nicht nur von Egoismus, sondern auch von Dummheit. Ärgerlich sei zusätzlich, wenn er einen Fahrschüler im Auto habe, der für eine Stunde bezahlt habe und man dann nicht vom Platz komme.

Polizei kennt Problem

Die Polizei wisse um das Dilemma und ist laut dem Leser-Reporter auch ab und an vor Ort. «Wenn die Polizei da ist, verhalten sich natürlich alle korrekt», sagt er. Für ihn sei die Situation dennoch absolut unbefriedigend und er sehe auch die Stadt in der Pflicht. Denn es sei nur eine Frage der Zeit, bis zu einem Unfall komme.

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, ist die Problematik bekannt. Man versuche, in Stosszeiten vor Ort zu sein, damit alles geordnet abläuft. Das gehe nicht immer, weil man nicht immer wisse, wie viele Busse oder Cars zu welchem Zeitpunkt dort stünden. «Wir machen aber auch ausserhalb der uns bekannten Stosszeiten regelmässig Kontrollen dort», so Widmer.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Auf Anfrage teilt die Stadt St. Gallen mit, dass es für den Fernverkehr nur eine Haltestelle gebe. Das müsse auch so sein: «Alle Busse mit Konzession müssen an einem Ort gestaffelt sein und dies idealerweise in Bahnhofsnähe», sagt Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim Tiefbauamt St. Gallen. Wenn man sich die Lagerstrasse ansehe, gehe es nicht anders und auch nicht grösser. «Mehr Platz wäre sicherlich toll, aber problematisch ist es derzeit nicht», findet Hasler.

Die vom Leser-Reporter beschriebene Situation wundert ihn allerdings nicht. Am Freitag zwischen 17 Uhr und 18 Uhr seien es 12 Busse, die dort halten. Jeder von ihnen dürfe fünf Minuten bleiben. «Wenn alle pünktlich sind, geht das genau auf.» Schwierig sei es, wenn noch Ausflugscars hinzukommen. Diese bräuchten nämlich im Gegensatz zu konzessionierten Bussen keine Bewilligung, um an der Lagerstrasse anzuhalten, und müssten sich auch an keine fixen Zeiten halten. Den Fahrplan der derzeit rund 80 konzessionierten Busse stimme die Stadt aufeinander ab.

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