Aktualisiert 14.04.2011 11:10

Fall Maddie

Das Verwirrspiel eines Mediensprechers

Kate McCann habe ein Buch über ihre Tochter geschrieben und dabei Unterstützung von der Harry-Potter-Autorin erhalten, hiess es unlängst. Nun, das ist falsch. Die Meldung ist Teil einer wirren PR-Strategie.

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Noch vor zwei Tagen war in der britischen Presse zu lesen, dass sich die Harry-Potter-Autorin JK Rowling an einem Buch beteilige, das Kate McCann geschrieben habe. Darin erzählt die Mutter der im Mai 2007 verschwundenen Maddie ihre «wahre Geschichte». In der ursprünglichen Meldung, die die McCanns offenbar selber über ihren Pressesprecher Clarence Mitchell in den Medien veröffentlichen liessen, bekam der Leser den Eindruck, JK Rowling leiste nicht nur literarische Unterstützung, sondern habe Kate McCann auch die nötigen Kontakte zu ihrem Verleger verschafft.

Doch nun stellt sich heraus, dass die Meldung falsch ist. Wie die «Leicester Mercury» berichtet, sah sich der Sprecher der Familie McCann später verpflichtet seine Aussagen zu revidieren: «Aufgrund der vielen Medienberichten muss klargestellt werden, dass JK Rowling am Buch überhaupt nicht beteiligt ist – weder am Text noch an der Veröffentlichung.» Die Harry-Potter-Autorin unterstütze zwar die McCanns in der Suche nach ihrer Tochter, meinte Mitchell, aber das sei auch alles.

Wieso das Missverständnis?

In diversen Madeleine-Foren wurde die Falschmeldung mit Entsetzen aufgenommen. Clarence Mitchell wird dabei als «dreist» und «einflussreich» bezeichnet, was die Veröffentlichung von Medienmitteilungen in britischen Medien anbelangt. Den McCanns gehe es dabei nur ums Geld, schreiben empörte Benutzer. Sie hätten dafür den Namen JK Rowling nur erwähnt, damit sich das Buch, das am 12. Mai in den Buchhandel kommen soll, besser verkauft, ist deren Meinung. Schliesslich müssten sie «ihr Heer an Top-Anwälten, PR-Leuten und zwielichtige Privatdetektive» bezahlen. Unter anderem wird der Name von Anwalt Michael Caplan erwähnt - der 1999 die Auslieferung des chilenischen Diktators Augusto Pinochet an Spanien verhinderte.

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