Aktualisiert 18.04.2014 17:56

Kloten FlyersDas vierte Finalspiel wird zur Frage der Ehre

Dass die Kloten Flyers noch Meister werden, daran glaubt kaum noch jemand. Doch nun geht es für sie am Ostersamstag darum, die Höchststrafe zu verhindern.

von
Marcel Allemann

So sehr hatte sich die Region auf den ersten rein zürcherischen Playoff-Final zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers gefreut. Doch nun könnte alles innert Wochenfrist bereits vorbei sein, noch bevor es in dieser Final-Serie überhaupt richtig dramatisch und emotional hätte werden können. Ein Final-Gegner gewesen zu sein, der in der Meisterschaftsentscheidung nicht Paroli bieten kann und mit 0:4 abgewatscht wird, das wäre für die Kloten Flyers bitter. Und geradezu der blanke Horror wäre es für sie – wenn der Kantonsrivale am Samstagabend ausgerechnet in ihrem Stadion den achten Meistertitel feiern würde.

Stancescu: «Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass sie nicht aufgibt»

«Das wird nicht geschehen, es gibt keine ZSC-Meisterfeier in Kloten», sagt Stürmer Simon Bodenmann trotzig. Andere wollen sich mit diesem für sie unschönen Szenario gar nicht erst befassen. «Das interessiert mich nicht», erklärt etwa Captain Victor Stancescu: «Wir haben am Samstag ein weiteres Playoff-Finalspiel vor unseren Fans und ich freue mich jetzt schon darauf – wir werden dieses Spiel gewinnen!» Der Stürmer verspricht: «Wir werden in dieses Spiel alles rein werfen, was wir an Energie haben. Unsere Mannschaft hat schon mehrfach gezeigt, dass sie nicht aufgibt.» Auch für Bodenmann ist klar: «Wir wissen was es geschlagen hat. Uns bleibt gar keine andere Wahl, als zu gewinnen. Der Vorteil ist: Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, hat man nichts mehr zu verlieren, kann nur noch gewinnen.»

Bislang waren die Kloten Flyers in diesen Playoffs ein Meister in der Bewältigung von Widerständen. Sie kehrten nach einem 0:2-Rückstand in den Viertelfinals gegen Davos zurück und drehten die Serie mit vier Siegen in Folge. Sie liessen sich durch eine 1:7-Niederlage gegen Fribourg im dritten Match ebenso wenig aus dem Konzept bringen wie auch durch den Umstand, dass sie im fünften Spiel vier Sekunden vor Schluss den Sieg verspielten und gewannen ihre Halbfinal-Serie dennoch mit 4:2. Doch die nun bevorstehende Herausforderung dürfte selbst für die Unerschütterlichen aus der Flughafenstadt des Guten zuviel sein.

Mit einem Heimsieg wären die Klotener kleine Helden

Die ZSC Lions sind derzeit auf allen Positionen und Ebenen besser und ausgeglichener, dagegen schlagen sich die Flyers mit argen Verletzungssorgen herum. Die beiden Nati-Verteidiger Félicien DuBois und Patrick von Gunten sind verletzt, ebenso Lukas Stoop. Andere wie Bodenmann, Matthias Bieber, Peter Mueller oder Marcel Jenni spielen angeschlagen und befinden sich nicht auf der Höhe ihres Leistungsvermögens. Doch für Stancescu ist dies kein Argument, um nicht reüssieren zu können. «Wir sind die, die wir sind. Verletzungen gibt es bei allen Teams. DuBois ist einer unserer wichtigsten Spieler und fehlt uns schon die halbe Saison. Trotzdem haben wir den Final erreicht. Wir können auch mit dieser Mannschaft den ZSC schlagen!»

Ob das alles Durchhalteparolen sind oder der Glaube an die Wende tatsächlich noch besteht - Tatsache ist: Das Final-Spiel 4 wird für die Kloten Flyers zur Frage der Ehre. Können sie dieses Spiel gewinnen, eine 0:4-Finalohrfeige abwenden und den ZSC-Meistertitel in ihrem Stadion verhindern, wären sie unter all den Voraussetzungen und Vorzeichen, die gegen sie sprechen, bereits kleine Helden. Ihre Fans und ihr Umfeld würden das den Spielern zweifellos hoch anrechnen. Auch wenn es am Ende dann trotzdem nicht reichen sollte und die Meisterfeier der ZSC Lions nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben ist. Zum Beispiel auf den Ostermontag im Hallenstadion.

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