Aktualisiert 06.03.2020 10:11

GIMS

Das wären die wichtigsten Neuheiten gewesen

VW ID.4, Renault Morphoz, BMW i4, Cupra Formentor oder Bentley Muliner Bacalar – das sind Premieren, die dem Publikum verwehrt blieben.

von
T. Geiger
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Schade: Die verhinderten Messe-Premieren aus Genf hätten Anlass für Optimismus gegeben. Im Bild: BMW i4.

Schade: Die verhinderten Messe-Premieren aus Genf hätten Anlass für Optimismus gegeben. Im Bild: BMW i4.

Hersteller
Der Genfer Salon steht für bodenständige Neuheiten, ein paar neue Seriensportler und für Studien mit Bodenhaftung. Aber nicht beim Porsche 911, den die Schwaben jetzt wieder mit einem Turbo S krönen und dafür 650 PS aktivieren.

Der Genfer Salon steht für bodenständige Neuheiten, ein paar neue Seriensportler und für Studien mit Bodenhaftung. Aber nicht beim Porsche 911, den die Schwaben jetzt wieder mit einem Turbo S krönen und dafür 650 PS aktivieren.

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Für Luxus steht auch der atemberaubende Aston Martin V12 Speedster, der nur 88 Mal gebaut werden soll.

Für Luxus steht auch der atemberaubende Aston Martin V12 Speedster, der nur 88 Mal gebaut werden soll.

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Das Image beschädigt, die Bilanzen verhagelt und die Kosten für den Sprung in eine neue, elektrische Ära fast erdrückend hoch – die Autoindustrie hat schon bessere Zeiten erlebt. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wirbelt jetzt auch noch der Corona-Virus die PS-Welt durcheinander, legt erst die Werke in China lahm, zerfetzt die globalisierten Lieferketten und fegt dann den Genfer Autosalon aus dem Messekalender.

Doch wenn die Autohersteller in den vergangenen Jahrzehnten, die ja auch nicht immer rosig waren, eines gelernt haben, dann dies: The Show must go on! Deshalb machten sie mal wieder gute Miene zum bösen Spiel, verlegten ihren Messeauftritt ins Internet und feierten einen Premierenreigen ohne Publikum.

Anlass zu Optimismus

Dabei hätten die verhinderten Messe-Premieren aus Genf durchaus Anlass für ein bisschen Optimismus gegeben. Denn unter den für den aktuellen Verkauf bestimmten Neuheiten sind zahlreiche neue Plug-In-Modelle etwa für Mercedes GLA oder BMW Dreier und kluge Elektroumrüstungen wie beim Renault Twingo, der jetzt auf den Spuren des Smart stromert und immerhin 250 Kilometer weit kommt. Ausserdem läuft sich bei VW im Windschatten des ID.3 der ID.4 warm, der noch für Jahresende mit bis zu 500 Kilometern Reichweite als erstes elektrisches SUV aus Wolfsburg in Serie gehen soll.

Und unter den Studien sind neben fernen Visionen wie dem in der Länge verwandelbaren Renault Morphoz oder dem Joystick-Coupé Prophecy auch ausgesprochen greifbare Neuheiten wie der BMW i4 oder der Dacia Spring: Beide sollen innert Jahresfrist in Serie gehen und für frischen Schwung auf der Electric Avenue sorgen. Der eine als bayerische Alternative zu den Limousinen von Tesla, Audi oder Porsche mit über 500 PS und rund 600 Kilometern Reichweite, und der andere als Discount-Stromer, der trotz 200 Kilometern Reichweite netto nicht viel mehr als 10'000 Euro kosten soll.

Bis diese Impulsgeber in den Handel kommen, wird es aber nicht langweilig. Vor allem in der volumenstarken Kompaktklasse ist reichlich Bewegung drin. Nachdem VW im Herbst den neuen Golf gebracht hat, ziehen jetzt die Konzerntöchter mit dem neuen Audi A3 und dem Seat Leon nach und Hyundai schickt einen frisch gelifteten i30 auf den Weg. Dazu gibt es bei den Koreanern auch noch einen komplett neuen i20 und aus Japan macht sich die nächste Generation des Toyota Yaris parat. Bei den SUV sollen ein kompakter Toyota, die Neuauflage des Sorento und das schmucke Coupé Formentor als erstes eigenständiges Modell der Seat-Tochter Cupra für Bewegung sorgen und für alle Geschäftsautofahrer gibt es im Sommer eine gründlich aufgefrischte Mercedes E-Klasse.

Zwar geht es in diesem Frühjahr eher um Masse als Klasse und Sparen statt Fahren. Doch Lust und Leidenschaft bleiben nicht auf der Strecke – nicht bei Kompakten wie Leon, Octavia oder Golf, die alle auch als Sport-Modelle mit leistungsstarkem und sparsamem Plug-In-Hybrid auf der Bühne stehen, nicht beim Mercedes-AMG GLA 45 mit bis zu 421 PS oder beim VW Touareg R, der mit Plug-In-Power auf 462 PS kommt. Und erst recht nicht beim Porsche 911, den die Schwaben jetzt wieder mit einem Turbo S krönen und dafür 650 PS aktivieren.

Bühne für Exoten

Aber der Genfer Salon steht nicht nur für bodenständige Neuheiten, ein paar neue Seriensportler und für Studien mit Bodenhaftung. Er war immer auch eine Bühne für Exoten und Einzelstücke, die oft direkt vom Stand weg verkauft wurden. Vermögende Car-Connaisseure müssen deshalb jetzt auf Reisen gehen – vor allem nach England –, wenn sie Neuheiten wie den neuen Longtail der McLaren Super-Series sehen wollen, der es auf 765 PS bringt, oder den auf zwölf Exemplare limitierten Bentley Bacalar, mit dem das Continental Cabrio zum handgefertigten Roadster wird oder den atemberaubenden Aston Martin V12 Speedster, der nur 88 Mal gebaut werden soll.

Zwar ist die Absage des Salons für viele Autofans eine Enttäuschung und für die Autohersteller ein teures Vergnügen, doch mehr als ein Dutzend Marken lässt die Messe-Pleite kalt: Denn Firmen wie Peugeot – der neue 208 wurde zum «Car of the Year» gewählt –, Nissan, Jaguar oder Ford hatten ihre Teilnahme schon von sich aus vor Monaten storniert.

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