Aktualisiert 03.05.2006 14:21

Das Wallis in Angst: Schullager werden abgebrochen

Aus Furcht, dass der mutmassliche Mörder von Corinne Rey-Bellet sich noch in der Nähe verstecke, werden Schulklassen von ihren Lagern nach Hause geschickt.

Die Suche nach Gerold Stadler beeinflusst auch die Waadtländer Erziehungsdirektion. Drei Schulklassen, die sich diese Woche in der Region Villars oberhalb von Ollon aufhielten, mussten ihre Lager abbrechen und nach Lausanne und Morges zurückkehren.

Die Unterkünfte seien genau dort gelegen, wo die Polizei ihre Suche nach dem mutmasslichen Mörder Gerold Stadler konzentriert habe, teilten die Behörden mit. Es sei nicht möglich gewesen, ad hoc ein Sicherheitsdispositiv für diese Unterkünfte aufzuziehen. Trotz minimem Risiko habe man sich deshalb zum Abbruch der Lager entschlossen.

Suche läuft weiter

Die Polizei sucht mit Hochdruck nach Gerold Stadler, dem Ehemann und mutmasslichen Mörder der Ex-Skirennfahrerin Corinne Rey-Bellet. Auch Interpol wurde eingeschaltet, doch noch fehlt jede Spur.

Die Polizei hat die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach Stadler gebeten. Dabei sei aber Vorsicht geboten: Denn der potenziell gefährliche Mann sei wahrscheinlich noch bewaffnet.

Insbesondere solle die Bevölkerung der Region Chablais, jegliche Einbrüche in Gebäude melden. In diesen Fällen solle man zuerst die Polizei benachrichtigen und nicht selber ins Gebäude gehen. Auch Diebstähle von Fahrzeugen sollen gemeldet werden. Die Polizei empfiehlt zudem, in der Region zurzeit keine Autostopper mitzunehmen.

«Die Suche nach Gerold Stadler hat oberste Priorität», sagte Polizeisprecher Jean-Marie Bornet. Da die Möglichkeit besteht, dass sich Stadler ins Ausland abgesetzt hat, wurde inzwischen Interpol eingeschaltet.

Die Polizei war dem Todesschützen zwischenzeitlich hart auf den Fersen: Nachdem am Sonntagabend der Alarm ausgelöst worden sei, habe eine Polizeistreife Gerold Stadler am Steuer seines Autos gesichtet und die Verfolgung aufgenommen, sagte der Polizeisprecher.

Verfolgungsjagd abgebrochen

Unterwegs mit über 235 Stundenkilometer, habe Stalder seine Verfolger aber in der Region Monthey VS abschütteln können. Bei dieser Geschwindigkeit habe eine Gefahr für Drittpersonen bestanden, so dass die Polizisten die Verfolgung hätten aufgeben müssen.

Angesichts der Verfolgungsjagd sei deshalb nicht klar, ob sich der Gesuchte nachher absichtlich in die Region Ollon VD begeben habe oder er dies eher mangels Alternativen gemacht habe. Seine Spur verlor sich im Weiler Huémoz oberhalb von Ollon VD. Dort hatte die Polizei am frühen Montagmorgen das Auto Stadlers gefunden.

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