Aktualisiert 21.05.2019 15:37

Lino Martschini

«Das war chaotisch, ungestüm und blöd»

Lino Martschini bereitete beim 4:5 gegen Tschechien drei Schweizer Tore vor, doch am Ende blieb auch ihm nur die Enttäuschung.

von
Marcel Allemann, Bratislava
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Dritte Niederlage: Die Schweiz verliert auch gegen Tschechien und damit den dritten grossen Gegner an der Weltmeisterschaft.

Dritte Niederlage: Die Schweiz verliert auch gegen Tschechien und damit den dritten grossen Gegner an der Weltmeisterschaft.

kein Anbieter/RvS.Media/Robert Hradil/Getty Images
Alles schien bereit für einen Schweizer Exploit nach zwei Niederlagen am Wochenende. Der Viertelfinal war der Nationalmannschaft nicht mehr zu nehmen, es ging um den zweiten Gruppenplatz.

Alles schien bereit für einen Schweizer Exploit nach zwei Niederlagen am Wochenende. Der Viertelfinal war der Nationalmannschaft nicht mehr zu nehmen, es ging um den zweiten Gruppenplatz.

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Start nach Mass: Frick brachte die Schweiz mit einem sehenswerten Tor früh in Führung.

Start nach Mass: Frick brachte die Schweiz mit einem sehenswerten Tor früh in Führung.

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Lino Martschini, das war ein seltsames Spiel. Wie haben Sie es erlebt?

Lino Martschini: Ja, es war chaotisch und ungestüm und blöd. Wir haben den Tschechen so viele Geschenke gemacht, ihnen so viele Überzahl- und Konter-Situationen gegeben.

War dies eine Folge der zwei vorangegangenen Niederlagen gegen Schweden und Russland oder hat es damit nichts zu tun?

Schwer zu sagen, aber das glaube ich eigentlich nicht. Ich habe eher das Gefühl, dass wir schlicht zu offensiv unterwegs waren, weil wir vielleicht im Hinterkopf hatten, dass wir einen Sieg mit zwei Toren Unterschied brauchen, um Gruppenzweiter zu werden und in Bratislava bleiben zu können. Aber trotzdem darf man auf diesem Level natürlich nie so viele Kontergelegenheiten zulassen. Das müssen wir unbedingt anschauen.

Hat es in der zweiten Drittelspause, nach dem 2:4-Rückstand, ein Donnerwetter gegeben?

Ja, denn wir waren wirklich nicht zufrieden und haben uns darauf eingeschworen, dass wir nun nochmals unser Spiel spielen müssen, egal wie das Resultat am Ende ausfallen wird. Und das haben wir dann auch gut hin gekriegt. Wir waren zwar weiter offensiv eingestellt, aber hatten trotzdem stets eine Absicherung in der Defensive. So konnten wir den Tschechen unser Spiel aufzwingen, das Spieldiktat übernehmen und gleichzeitig vor dem eigenen Tor souverän spielen. Schade, konnten wir dies nicht über 60 Minuten tun.

Jetzt müsst Ihr mit drei Niederlagen in Folge im Gepäck zum Viertelfinal nach Kosice anreisen. Ist das ein Faktor für Sie?

Nein, das darf kein Faktor sein. Aus jedem Spiel, aus jeder dieser drei Niederlagen können wir eine Lehre ziehen. Wir müssen da ehrlich zueinander sein, dies auch ehrlich ansprechen und das werden wir auch tun. Alles was bisher passiert ist, das ist nun ohnehin Geschichte. Jetzt geht es in die K.o.-Phase, es geht wieder bei 0:0 los und es zählt nur noch der Moment.

Vor diesem Spiel gegen Tschechien haben alle von Nino Niederreiter gesprochen, doch den Karren für die Schweiz haben Sie und Tristan Scherwey gezogen, gemeinsam wart Ihr an drei Toren beteiligt.

Manchmal ist es so, dass Lücken aufgehen und die Pucks rein gehen. Es ist wichtig, dass wir über vier Linien souverän und solid spielen und unsere Linie versucht einfach, ihren Anteil dazu beizutragen. Genauso wie jede andere Linie auch. Wer die Tore am Ende schiesst, ist egal. Es ist wichtig, dass alle Schüsse blockieren, dass alle gegen hinten arbeiten und für das Team spielen. Wenn wir dies tun, wird es auch gut kommen.

Aber kann dieses Spiel Eurer Linie hinsichtlich des Viertelfinals nochmals einen zusätzlichen Push geben?

Definitiv. Wir wissen aber auch alle, über wie viel Qualität wir in diesem Team verfügen. Durch Nino Niederreiter kommt nochmals zusätzliche Energie in unser Spiel und wir haben alle auch grosses Vertrauen ineinander. Jetzt müssen wir schauen, dass wir es am Tag X, sprich am Donnerstag, über die gesamte Spieldauer durchziehen können.

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