Von Bardel bis Embolo: Das war der erste dunkelhäutige Nati-Spieler
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Von Bardel bis EmboloDas war der erste dunkelhäutige Nati-Spieler

Raymond Bardel war 1951 der erste dunkelhäutige Spieler, der für die Schweizer Nati auflief. Doch nach nur zwei Partien war wieder Schluss.

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hua
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Breel Embolo könnte der nächste Star in der Schweizer Nati werden.

Breel Embolo könnte der nächste Star in der Schweizer Nati werden.

Keystone/AP/Patrick Straub
Der erste dunkelhäutige Nationalspieler war 1951 Raymond Bardel. Das Spiel gegen die BRD in Bern, von dem das Bild stammt, ging 2:3 verloren.

Der erste dunkelhäutige Nationalspieler war 1951 Raymond Bardel. Das Spiel gegen die BRD in Bern, von dem das Bild stammt, ging 2:3 verloren.

Keystone/str
Auch Yvon Mvogo, seines Zeichens YB-Goalie, könnte bald zu seinem ersten Nati-Einsatz kommen. Aufgeboten war er bereits einmal, in der EM-Quali gegen Litauen. Da wurde er aber nicht eingesetzt.

Auch Yvon Mvogo, seines Zeichens YB-Goalie, könnte bald zu seinem ersten Nati-Einsatz kommen. Aufgeboten war er bereits einmal, in der EM-Quali gegen Litauen. Da wurde er aber nicht eingesetzt.

Keystone/Ennio Leanza

Es war eine erfreuliche Nachricht zu Wochenbeginn: Breel Embolo hat sich für die Schweizer Nati und gegen die Nationalmannschaft von Kamerun entschieden. Der talentierte Stürmer kann der Nati viel Freude bereiten. Und es passt in die Multikulti-Truppe von Trainer Vladimir Petkovic, dass erneut ein Spieler mit ausländischen Wurzeln eine Chance bekommt. Ob der 17-Jährige bereits im nächsten EM-Quali-Spiel gegen Estland im kommenden März zum Einsatz kommen wird, steht noch nicht fest.

Dass heute Spieler mit Migrationshintergrund einen wichtigen Teil der Schweizer Nati einnehmen, ist Sinnbild unserer Gesellschaft. Doch noch vor 63 Jahren kam das einer Sensation gleich. 1951 stand zum ersten Mal ein dunkelhäutiger Spieler für die Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz, sein Name war Raymond Bardel.

Zwei Niederlagen für Bardel

Der 1928 in Lausanne geborene Mittelfeldspieler kam mit der Nati zu zwei Einsätzen. Am 15. April 1951 setzte es für ihn und seine Kollegen in Bern gegen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) eine 2:3-Niederlage ab. Knapp zwei Monate später gab es in Belgrad gegen Jugoslawien eine 3:7-Klatsche. Danach wurde Bardel nicht mehr aufgeboten. Auf Klub-Ebene ging der Mittelfeldspieler für Lausanne-Sports auf Balljagd.

Im Vergleich zu aktuellen und ehemaligen dunkelhäutigen Nati-Spielern, die Wurzeln in Kamerun (Embolo, Mvogo, Maboundje), Nigeria (Emeghara), auf den Kap Verden (Fernandes), in der Elfenbeinküste (Djourou) und im Kongo (Nkufo und Lubamba) haben, stammt Bardels Vater laut derbund.ch aus den USA. Dieser verschwand ein Jahr nach der Geburt des Sohnes, der bei der Mutter im Waadtland aufwuchs.

Schottland als Primeur

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz ziemlich weit vorn, was die ersten Einsätze von dunkelhäutigen Spielern in der Nationalmannschaft betrifft. Wie die Website trainer-baade.de auflistet, war Schottland die erste Nation, die bereits 1881 einen dunkelhäutigen Spieler namens Andrew Watson einsetzte. In Brasilien war es 1914 für Artur Friedenreich so weit, in Frankreich mit Raoul Diagne 1931. Für die BRD lief 1974 Erwin Kostedde aufs Feld. Der erste englische Nationalspieler war 1978 Viv Anderson. In Russland und in der Ukraine ist es laut der Liste bis heute noch nicht dazu gekommen.

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