Lea Sprunger: «Das war der schlechteste Lauf meines Lebens»
Aktualisiert

Lea Sprunger«Das war der schlechteste Lauf meines Lebens»

Das Schweizer Langhürden-Debakel ist perfekt. Nach Kariem Hussein muss auch Lea Sprunger vorzeitig zusammenpacken.

von
Marcel Allemann
Rio
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Lea Sprunger fand bei ihrem Vorrunden-Lauf überhaupt nicht in die Gänge.

Lea Sprunger fand bei ihrem Vorrunden-Lauf überhaupt nicht in die Gänge.

Keystone/Laurent Gillieron
Danach brach für die Westschweizerin eine Welt zusammen.

Danach brach für die Westschweizerin eine Welt zusammen.

Keystone/Laurent Gillieron
Sprunger hatte keine Erklärung für ihren schwachen Auftritt.

Sprunger hatte keine Erklärung für ihren schwachen Auftritt.

Keystone/Laurent Gillieron

Viel hatte man sich von den Schweizer 400-Meter-Hürden-Assen an den Olympischen Spielen erhofft. Von Kariem Hussein und Lea Sprunger, den beiden Bronzemedaillen-Gewinnern an der diesjährigen EM in Amsterdam. Beide wollten sie in Rio in den Final. Doch es ist ganz anders gekommen, sie blieben bereits an der ersten Hürde hängen. Während das Vorrunden-Out von Hussein aufgrund seiner hartnäckigen Fussentzündung fast ein wenig ein Scheitern mit Ansage war, kam jenes von Sprunger aus heiterem Himmel. Vor allem auch für sie selbst.

«Das tut sehr weh»

«Ich kann nicht erklären, was ich da abgeliefert habe. Das war der schlechteste Lauf meines Lebens. Und das ausgerechnet jetzt, wo ich in der Form meines Lebens bin. Das tut sehr weh», erklärte die 26-jährige Waadtländerin mit Tränen in den Augen.

Sprungers schwerer Gang zum Interview

Léa Sprunger vergiesst bittere Tränen nach ihrem misslungenen Vorlauf über die 400m Hürden der Frauen.

Video: SRF

Sprungers Start sah noch vernünftig aus, doch danach kam sie auf ihrer Bahn 1 nie richtig in die Gänge. Vor der letzten Hürde stand sie dann auch noch fast still und gab damit definitiv alle Optionen auf ein Weiterkommen aus der Hand. Sie konnte ihrem Lauf keine einzige positive Note abgewinnen: «Das war einfach nur passiv - vom Anfang bis zum Ende.»

«Die Bahn 1 macht mir immer ein wenig Angst»

Mit ihrer enttäuschenden Zeit von 56,58 kam in der Endabrechnung zum Unvermögen auch noch Pech dazu, denn das Weiterkommen verpasste sie trotz ihres Horror-Laufs am Ende lediglich um drei Hundertstel. Zum Vergleich: An der EM war die Westschweizerin noch 54,92 gelaufen.

Oder liess sie sich von der Bahneinteilung zu sehr beeinflussen? Die Bahn 1 ist bei den Läufern nicht sehr beliebt und Sprunger sagt gar: «Sie macht mir immer ein wenig Angst. Und dass es dann auch noch nass war, weil es zuvor geregnet hatte, machte es für mich auch nicht einfacher. Solche Verhältnisse bin ich mir noch nicht so gewohnt.»

Trotzdem hätte ihre unbestrittene Klasse dafür ausreichen müssen, um den Halbfinal der besten 24 zu erreichen. Das weiss Lea Sprunger selbst am besten.

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