Formel 1: Ferrari-Pilot Charles Leclerc tobt nach Ungarn-Pleite

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Strategie-Chaos«Das war ein Desaster» – Ferrari-Leclerc tobt nach Ungarn-Pleite

Während Max Verstappen am Sonntag den GP von Ungarn gewann, wurde Konkurrent Charles Leclerc nur gerade Sechster. Speziell dessen Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bekommt nach dem Rennen sein Fett weg.

Max Verstappen triumphiert beim GP von Ungarn und baut die Führung in der WM-Rangliste weiter aus. Dabei überholte er Ferrari-Pilot Charles Leclerc mit Leichtigkeit. 

Video: SRF

Darum gehts

Max Verstappen kann völlig entspannt in die Sommerferien gehen. 80 Punkte Vorsprung nimmt der Weltmeister auf Charles Leclerc mit, bevor es Ende August in der Formel 1 beim Klassiker im belgischen Spa-Francorchamps weitergeht. Noch neun Rennen stehen an – und Ferrari muss sich enorm steigern, um irgendwie noch die Chance auf den ersehnten Titel zu wahren. 

Verstappen müsste nicht mal mehr einen Grand Prix gewinnen, um seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Sein Polster ist so gross, dass selbst nur noch zweite Plätze in den verbleibenden neun Saisonläufen reichen würden. Interessiert den 24-Jährigen aber gar nicht. «Als Team wollen wir mehr Rennen gewinnen und genau das werden wir nach der Pause versuchen», sagte Verstappen, der keinen Strand-Urlaub plant.

Kritik an Binotto, Frust bei Leclerc sitzt tief

Für Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (52) wird es langsam eng: Dafür, dass Ferrari eigentlich das stärkste Auto im Feld hat, kommt erstaunlich wenig Zählbares raus. Charles Leclerc verlor weitere 17 WM-Punkte auf Dominator Verstappen. Das Auto wollte bei den kalten Temperaturen in Ungarn überhaupt nicht funktionieren, die Taktik und Reifenwahl passten ebenfalls nicht zu einem Titelkandidaten.

Dies findet auch Leclerc, der im Boxenfunk sagte: «Ich habe klargemacht, dass ich die Medium so lange wie möglich behalten wollte, aber wir sind sehr früh auf Hards gegangen.» Diese Entscheidung könne er nicht verstehen. Und: «Der letzte Teil des Rennens war ein Desaster. Da haben wir das Rennen verloren.» Der Monegasse übt also direkte Kritik am Rennstall und Boss Binotto.

Ralf Schumacher zählt Binotto an

Formel-1-Legende und Sky-Experte Ralf Schumacher kritisiert zudem den zusätzlichen Boxenstopp für Leclerc in der Schlussphase, wo man endlich auf weiche Reifen wechselte. «Der Stopp ist nicht ganz verständlich», meint der 47-Jährige, «dadurch haben sie nochmal zwei Plätze verschenkt.»

Schumacher zählt deshalb Teamchef Binotto an: «Ich sehe seinen Job in Gefahr. Wenn man das Geschenk bekommt, mit Ferrari um die WM fahren zu können, und das so leichtfertig wegwirft, ist das bitter und dürfte schwierig werden.»

Mercedes im Aufwind

Wesentlich besser dürfte die Stimmung bisweilen bei Mercedes sein. Zum zweiten Mal nacheinander schafften es die Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton (2.) und George Russell (3.) nämlich gemeinsam auf das Podest. Sie nutzen die Schwäche von Ferrari aus und steigern sich nach einem katastrophalen Saisonstart immer weiter.

«Es ist unglaublich befriedigend zu sehen, welche Fortschritte wir machen», sagte Rekordweltmeister Hamilton, der nach fünf Podestplätzen nacheinander nach der Sommerpause den ersten Saisonsieg anpeilt: «Es ist fantastisch für das Team, dass wir beide vor Ferrari liegen.»

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(dpa/sih)

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