Roger Federer: «Das war eine der schlimmsten Stunden meiner Karriere»

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Roger Federer«Das war eine der schlimmsten Stunden meiner Karriere»

Roger Federer hat sich erstmals nach seiner Rücktrittsankündigung zu Wort gemeldet. In London sass der 41-Jährige mit einer Auswahl von Schweizer Journalisten zusammen. 

von
Reto Bollmann
Adrian Hunziker

Darum gehts

  • Roger Federer hat sich erstmals nach seiner Rücktrittsankündigung zu Wort gemeldet. 

  • In London sprach der 41-Jährige darüber, dass er «Knoten im Bauch hatte». 

  • Das letzte Jahr war sehr hart für den 20-fachen Grand-Slam-Sieger. 

Mit seiner Rücktrittsverkündigung schockte Roger Federer am letzten Donnerstag die Tennis-Welt. Seither hat der 41-Jährige geschwiegen – bis am Dienstag in London. Da sass der Baselbieter mit einer Auswahl Schweizer Journalisten zusammen und sprach auch darüber, wie er die Zeit vor der Rücktrittsankündigung erlebte. Federer sagt, er habe «Knoten im Bauch» gehabt. «Ich schob alles nach hinten. Tony (Godsick) wurde fast verrückt, weil ich mir so viel Zeit liess.» Seit es raus sei, gehe es ihm jedoch besser – trotzdem habe es viel Energie gebraucht, den Rücktrittsbrief zu schreiben. «Vor allem für meine Eltern und Mirka war es sehr bewegend.»

Roger Federer gibt an, die Entscheidung sei nach Wimbledon im Juli gefallen. «Das Knie machte einfach keinen Fortschritt mehr. Wir kamen an eine neue Weggabelung, und ich fragte mich: Was bringt das noch?», erinnert sich der Tennisstar. Denn der 20-fache Grand-Slam-Sieger gab an, dass das letzte Jahr sehr hart war. «Ich war so weit weg von 100 Prozent, konnte mich nicht mehr normal präsentieren. Den Viertelfinal in Wimbledon zu erreichen, war für mich unglaublich. Der letzte Satz gegen Hurkacz (0:6, Red.) war für mich eine der schlimmsten Stunden meiner Karriere.»

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Roger Federer äusserte sich in London vor Journalisten. 

Roger Federer äusserte sich in London vor Journalisten. 

Getty Images for Laver Cup
Jetzt kann der 41-Jährige wieder lachen. 

Jetzt kann der 41-Jährige wieder lachen. 

Getty Images for Laver Cup
Das letzte Jahr sei aber hart gewesen, gibt der Baselbieter an. 

Das letzte Jahr sei aber hart gewesen, gibt der Baselbieter an. 

Getty Images for Laver Cup

Dem Knie geht es gut

Aktuell spüre er sein Knie aber nicht, gibt Federer unter anderem den Tamedia-Zeitungen (Bezahlschranke) preis. «Auch weil ich alles heruntergefahren habe.» Trotzdem wird er den am Freitag startenden Laver Cup nur im Doppel antreten, wohl am Freitagabend, wie es in diversen Medien heisst. Das wird aber nicht Federers letzter Auftritt sein. 

«Mein grosser Wunsch ist, in den nächsten sechs bis neun Monaten einen Schaukampf zu spielen und alle ehemaligen Coaches einzuladen, dabei allen Danke zu sagen, den Fans usw.», sagt der Baselbieter. Jetzt, da sein Rücktritt feststehe, könne man beginnen, das zu organisieren. Der 41-Jährige gibt auch einen Einblick, was nach der Karriere anstehen könnte. 

«Mirka genoss es nicht mehr, mir zuzuschauen»

Vor rund sechs Monaten kam ihm der Gedanke. «Plötzlich dachte ich, Tennis kommentieren wäre etwas, wer weiss», sagt er. So wäre er gezwungen, Tennis zu schauen, und würde mit dem Sport in Kontakt bleiben. Aber er wolle nicht zu viel machen. Als er mit dem Gedanken gespielt habe, dachte er: «Spinne ich jetzt völlig?» Auch andere Projekte sollen nach der Karriere kommen, aber nun soll seine Frau Mirka mehr im Mittelpunkt stehen.

Sie werde bestimmt mehr im Mittelpunkt stehen, die letzten Jahre seien auch für sie hart gewesen. «Sie genoss es nicht mehr, mir zuzuschauen», sagt Federer gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Er habe teilweise sogar Mitleid gehabt mit seiner Frau. Die vier gemeinsamem Kinder seien traurig gewesen über den Rücktritt, sie werden am Wochenende auch in London sein.

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